23/06/2026
Die neue Dauerausstellung des Aktiven Museums Südwestfalen ist eröffnet und kann zu den regulären Öffnungszeiten (dienstags, donnerstags, sonntags, immer von 15:00-18:00 Uhr) besucht werden.
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„Bin Mensch nicht auch ich?“
zugehörig – ausgegrenzt – verfolgt
Der Titel fokussiert die zentrale existenzielle Frage der Ausstellung nach dem Menschsein, der Menschenwürde, die gerade im 20. Jahrhundert mit dem „Zivilisationsbruch“ Holocaust bis heute kaum verstehbar ist. Entlang exemplarischer Leitbiografien thematisiert die Ausstellung den Umgang der „deutschen“ Mehrheitsgesellschaft mit der jüdischen Minderheit und weiterer gesellschaftlicher Randgruppen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende der nationalsozialistischen Diktatur.
Die Geschichte des authentischen Ortes der ehemaligen Synagoge in Siegen bildet dabei analog zu den Menschen mit Namen und Gesicht die Grundstruktur der Ausstellung, die ganz bewusst nach Handlungsspielräumen aller in der Zeit des Nationalsozialismus fragt. Sie verweist auf Anreize zum Mitmachen und auf Möglichkeiten zu profitieren, durch die die nationalsozialistische Herrschaft an Attraktivität gewann. Die Ausstellung dokumentiert am Beispiel Siegens die stetige Radikalisierung der nationalsozialistischen Ausgrenzungspraktiken aus der Bevölkerung und aus lebensweltlichen Strukturen.
Zudem wird die lokale Erinnerungsarbeit und -praxis seit 1945 bis heute, in den Blick genommen, um überzeitige Fragen nach einer „Zukunft der Erinnerung“ angesichts aktueller Krisen der Demokratie aufzuwerfen: Was meint Menschsein damals und heute? Wo stehe ich?