05/06/2026
„Eine gute Vernetzung von Wohnberatung und SHK-Handwerk schafft beste Voraussetzungen für die Umsetzung zukunftsfähiger und alltagstauglicher Wohnlösungen. Damit wird die Selbstständigkeit gestärkt – ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität im hohen Alter sowie für die Bewältigung des demografischen Wandels“, erklärte Angelika Russ, Wohnberaterin, Gerontologin und Architektin auf der IFH/Intherm am Messestand des ZVSHK. Aus Sicht der Wohnberatung ist das Badezimmer einer der entscheidenden Räume, wenn es um selbstbestimmtes Leben im Alter geht. Ziel moderner Wohnanpassung ist es nicht, erst im Pflegefall zu reagieren, sondern frühzeitig Lösungen zu schaffen, die sich flexibel an veränderte Lebenssituationen anpassen lassen.
Dabei steht die individuelle Beratung im Mittelpunkt: Menschen benötigen Orientierung, welche baulichen Maßnahmen sinnvoll sind, wie Barrierefreiheit konkret umgesetzt werden kann und welche Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten bestehen. Die Wohnberatung verbindet hier soziale, technische und planerische Aspekte zu einem ganzheitlichen Ansatz.
Für das SHK-Handwerk eröffnet dieser Ansatz ein wichtiges Geschäftsfeld. ZVSHK-Referent Matthias Thiel, der sich bereits seit mehr als 15 Jahren mit diesem Thema in der SHK-Branche beschäftigt, erläutert: „Der ZVSHK erarbeitet im Rahmen des Projekts Construct-X digitale Prozesse, die das SHK-Handwerk bei der Vernetzung mit den Akteuren aus der Pflegewirtschaft unterstützen sollen. Wir möchten dafür sorgen, dass das wachsende Geschäft gemeinsam vom Handwerk in Kooperation mit den Sanitätshäusern und Wohnberatern im Sinne der Betroffenen umgesetzt wird. Auch das SHK-Handwerk sollte seine bauliche Kompetenz noch stärker einbringen und Geld verdienen können."
Digitale Prozesse ermöglichen eine schnelle Bedarfserfassung, den Austausch von Grundrissen und Anforderungen, zügige qualifizierte Kostenvoranschläge und Umbauten. Weniger Bürokratie erhöht Sicherheit und Effizienz. Im Rahmen des Projekts Construct-X entwickelt der ZVSHK dafür praxisnahe Lösungen wie standardisierte Schnittstellen, digitale Kostenvoranschläge, um das Handwerk mit der Pflegewirtschaft zu vernetzen, mehr Aufträge zu generieren und die Versorgungsqualität im häuslichen Umfeld zu verbessern.
Im Kern verfolgt der ZVSHK mit Construct-X das Ziel, das Innungshandwerk in die Lage zu versetzen, passgenaue Badplanungslösungen und Angebote zu entwickeln – abgestimmt auf die individuellen körperlichen Einschränkungen der Betroffenen – und so die Grundlage für eine zügige Bezuschussung durch die Pflegekassen zu schaffen.
So wird das Pflegebad nicht nur zu einem funktionalen Raum, sondern zu einem Beispiel für zukunftsorientiertes Bauen und Sanieren – an der Schnittstelle von Handwerk, Digitalisierung und gesellschaftlichem Bedarf.