Stiftung Mecklenburg

Stiftung Mecklenburg Die Stiftung Mecklenburg vermittelt in Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen die Kultur und Geschichte Mecklenburgs.

Sie wird institutionell gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten M-V. War das Anliegen der Stiftung in Jahren der deutschen Teilung die Erinnerung an das Land Mecklenburg, widmete sie sich seit Beginn der 1990er Jahre v.a. einem kulturellen Brückenschlag zwischen den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Durch das Zusammentr

agen von Erinnerungsstücken an die Heimat erwuchs in der Stiftung in mehr als 40 Jahren eine Sammlung von Büchern, Trachten, Gemälden, Mobiliar, Münzen und vielem mehr. Durch Schenkungen und gezielte Erwerbungen wird diese erweitert. Mit der Vermittlung dieses Kulturguts in Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen zur Kultur und Geschichte Mecklenburgs wird der Stiftungszweck erfüllt.

Mecksikon Entdecker-Tipp: Inmitten idyllischer Park- und Naturlandschaft steht das denkmalgeschützte Herrenhaus Büttelko...
08/09/2026

Mecksikon Entdecker-Tipp: Inmitten idyllischer Park- und Naturlandschaft steht das denkmalgeschützte Herrenhaus Büttelkow. Es wurde 1910 / 1912 von dem bekannten Architekten Paul Korff errichtet und vereint Elemente des Neobarock mit klassizistischen Anklängen und Jugendstilelementen. Der Kaufmann Ernst Johann Ballin, Sohn des Hofbankhausleiters von C. & G. Ballin in Oldenburg, verwirklichte hier seinen Traum vom Landhaus. Bemerkenswert ist die für damalige Verhältnisse hochmoderne Ausstattung. Es gab u.a. eine zentrale Staubsauganlage, eine Zentralheizung mit Warmwasserversorgung, unter Putz liegende Elektrik und Lüftungsklappen zur Luftzirkulation. Zudem war das Haus als erstes Bauwerk in der Region in allen Geschossen mit Stahlbetondecken versehen.

Zum Gut Büttelkow gehörten circa 240 Hektar landwirtschaftlich genutztes Land. Bis 1791 war es im Besitz der Domkirche zu Schwerin, 1792 bis 1810 besaß es Andreas Gottfried Russow, 1810 bis 1811 die Familie von Plessen. 1811 bis 1817 ging es zurück an Andreas Gottfried Russow. Von 1817 bis 1840 bewirtschaftete F.N.A. Thomsen das Anwesen, 1840 bis 1848 Heinrich Wohlert, 1848 bis 1899 Carl Iven und ab 1899 schließlich Erst Ballin, der Erbauer des Herrenhauses. Nach seinem Tod 1916 gab die Oldenburger Bankiersfamilie 1925 das Gut ab. Der letzte Eigentümer, Wilhelm von Oertzen, wurde 1945 enteignet. Danach wurde das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft, Standesamt, Polizeistation und Kino genutzt.
1990 kaufte das Künstlerpaar Antje Sachse und Andreas Renner das Herrenhaus und sanierte es liebevoll. Es entstanden mehrere individuelle Ferienwohnungen und eine Kunstwerkstatt. Hier werden u.a. auch Kunstseminare, Kurse und Kunsttherapie angeboten. Außerdem gibt es einen Kunst-Wanderweg zu entdecken. Auch der Park mit alten Baumbeständen lädt zum Verweilen ein. Mehr erfahrt Ihr im Mecksikon: https://www.mecksikon.de/?p=article&aid=933

Abb.1: Erbaut im neobarocken Stil: Herrenhaus Büttelkow. Foto: Peter Voeth I Abb.2: Haus und Park aus der Vogelperspektive I Abb.3: Hofseite mit prägnantem Mittelrisalit. Fotos: Gutshaus Büttelkow I Abb.4: Historische Ansicht. Quelle: Stiftung Mecklenburg, Mencke-Archiv

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Herzliche Einladung zur Fachtagung für Ortschronisten am 12. September in Parchim! Wir starten um 9.30 Uhr im Rathauskel...
04/09/2026

Herzliche Einladung zur Fachtagung für Ortschronisten am 12. September in Parchim! Wir starten um 9.30 Uhr im Rathauskeller Parchim, Schuhmarkt 1, 19370 Parchim. Bis 16 Uhr erwartet Euch ein interessantes Programm an Vorträgen und fachlichem Austausch. Außerdem verleihen wir den Preis der Stiftung Mecklenburg für besondere Verdienste um die Bewahrung und Vermittlung mecklenburgischen Kulturerbes! 😊

Drei Vorträge stellen neue Forschungsergebnisse vor. Dr. Martin Buchsteiner von der Universität Greifswald präsentiert einen digitalen Wahlatlas, mit dessen Hilfe sich für die Dörfer und Städte Mecklenburg-Schwerins Wahlergebnisse der Jahre 1919 bis 1932 abrufen lassen. Eines dieser Wahlergebnisse nimmt der Vortrag von Bernd Garrels genauer unter die Lupe: Die Neuwahl der Crivitzer Stadtverordnetenversammlung vom
6. März 1932. Aus dem Bereich der Militärgeschichte berichtet Wolfgang Utecht über seine langjährigen Recherchen zur Luftwaffenmunitionsfabrik „Pulverhof“, die von 1936 bis 1945 in Uelitz bestand. Aus Anlass des Jubiläumsjahres der Stadt Parchim gibt die Leiterin des Stadtmuseums Parchim, Antonia Krüger, mit einer Sonderführung Einblick in die Ausstellung „800 Jahre Stadtgeflüster. Eine Ausstellung zur Alltagskultur“.
Im Bereich der Quellenarbeit verrät Matthias Brand nützliche Tipps zur richtigen Bildarchivierung in der ortschronistischen Arbeit.

Für die Teilnahme wird ein Beitrag von 10 Euro erhoben. Anmeldung bitte per Mail an [email protected]. Wir freuen uns auf Euch!

Die Veranstaltung wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern gefördert 😘 Sie erfolgt in Kooperation mit der Stadt Parchim, dem Heimatbund Parchim e.V., und dem Verein für mecklenburgische Familien- und Personengeschichte e.V. MFP e.V.

Abb.: Parchim i. M., Rathaus (gelaufen am 25.11.1919) Ansichtskartensammlung der Stiftung Mecklenburg

Bei der Jahrestagung des Heimatverbandes MV am Samstag, den 5. September, hält unser Kollege Olaf Both um 10.40 Uhr in B...
01/09/2026

Bei der Jahrestagung des Heimatverbandes MV am Samstag, den 5. September, hält unser Kollege Olaf Both um 10.40 Uhr in Bad Doberan einen Vortrag über „Traditionelle Kopfbedeckungen in Mecklenburg und Vorpommern“. Kommt vorbei – es wird interessant! 😊 Anmeldung und weitere Informationen erfolgt über die Geschäftsstelle der Heimatverbands. Infos unter https://www.heimatverband-mv.de/aktuelles/detail.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=690&cHash=4bad2ea22224a98513100e49d5e49e36

Die Jahrestagung bringt Engagierte und Interessierte aus dem ganzen Land zu einem vielfältigen Programm zusammen. Mit Vorträgen, Workshops, musikalischen Beiträgen und der Mitgliederversammlung bietet der Tag eine vielfältige Plattform für Austausch, Kulturpflege und die Weiterentwicklung der Verbandsarbeit. Am Nachmittag werden besondere Verdienste gewürdigt und der Ehrenpreis verliehen. .mv

.mv

28/08/2026

Werkstattbesuch bei der Textilrestauratorin Susanne Buch: Olaf Both, Kurator unserer kommenden Sonderausstellung „Gut behütet“, spricht mit Frau Buch über die erfolgten und noch notwendigen Restaurierungen der historischen Kopfbedeckungen. Diese stammen aus unserer eigenen Sammlung oder sind Leihgaben aus anderen Häusern – wie die beiden im Video abgebildeten Poeler Trachtenhauben aus dem in Wismar. Einzelheiten erfahrt Ihr im Video! Weitere Ausstellungsobjekte kommen von der Schwerin, dem Schönberger Museum und Institutionen und Menschen in ganz Mecklenburg 😊

Die aufwändige Textilrestauration und Aufarbeitung erfolgt mit großzügiger Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie der Stiftung der .mecklenburg.schwerin. Herzlichen Dank dafür!

-mv .wismar

26/08/2026

Dr. Katja Winger ist Leiterin der Heinrich-Schliemann-Gedenkstätte in Neubukow und stellt Euch Euch heute ihren „Mecklenbürger“ vor: den 1876 in Neubukow geborenen Erfinder, Elektroingenieur und Hochschullehrer Rudolf Goldschmidt. Im Alter von 21 Jahren meldete er sein erstes Patent an. Von seiner berühmtesten Erfindung und seiner freundschaftlichen Verbindung zu Albert Einstein berichtet Dr. Katja Winger im Video. Goldschmidt erhielt nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten als Jude in Deutschland keine Aufträge mehr und emigrierte 1934 nach England, wo er nach Beendigung seines Studiums schon einmal gelebt und gearbeitet hatte. Er verstarb 1950 in London. Mit Albert Einstein verband ihn eine lebenslange Freundschaft, bereits 1928 hatten beide gemeinsam eine Hörhilfe entwickelt, die 1934 auf beider Namen patentiert wurde. Mehr erfahrt Ihr im Video! 😊💡

Ein tolles Angebot für alle Kunst- und Kulturliebhaber ist die gemeinsame Jahreskarte des Kulturforums Schleswig-Holstei...
24/08/2026

Ein tolles Angebot für alle Kunst- und Kulturliebhaber ist die gemeinsame Jahreskarte des Kulturforums Schleswig-Holstein-Haus und der Stiftung Mecklenburg! Für 25 Euro könnt Ihr 12 Monate lang sämtliche Ausstellungen in unserem Haus besuchen – so oft Ihr wollt! 😍🖼️👀 😊

Kommt vorbei und entdeckt jährlich rund zehn Ausstellungen zu Positionen zeitgenössischer Kunst und historischen Themen, die Dauerausstellung „Mecklenburg so fern – so nah“ und mehrere Sonderausstellungen mit dem Fokus auf mecklenburgische Kunst- und Kulturgeschichte. Die Jahreskarte ist auch eine schöne Geschenkidee für Kunst- und Kulturinteressierte! 🎁❤️

21/08/2026

Für unseren beliebten Stadtrundgang „Jüdisches Leben in der Schweriner Geschichte“ sind noch Plätze frei! Am Sonntag, den 30. August, zeigen Euch Kerstin Eichhorst und Peter Scherrer rund 70 Minuten lang die Spuren jüdischen Lebens in der Schweriner Altstadt. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus, Puschkinstr. 12, 19055 Schwerin. Hier könnt Ihr auch vorab die Tickets erwerben. Der Teilnahmebeitrag beträgt 7 Euro (ermäßigt 4 Euro).

Kommt mit – über den Schlachtermarkt, wo die jüdische Gemeinde im Jahr 1773 ihre erste Synagoge einweihte, geht es quer durch die Schweriner Altstadt zu den Spuren jüdischer Kaufmannsfamilien. Diese waren im Textil-, Tabak-, Getreide- und Einzelhandel tätig und prägten das Leben der Residenzstadt. Die Situation änderte sich 1933 dramatisch. Erbarmungslos durch die Nationalsozialisten verfolgt, mussten Jüdinnen und Juden fliehen. Sehr viele, denen dies nicht gelang, wurden ermordet. Der Neubeginn nach 1945 gestaltete sich schwierig. Erst der Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion gab der Schweriner Gemeinde nach 1990 neue Impulse. Heute zählt sie rund 570 Mitglieder.

Falls Ihr Interesse am Rundgang habt, aber am 30. August nicht dabei sein könnt – ab 5 Teilnehmern sind auch individuelle Buchungen möglich. Meldet Euch gern telefonisch unter 0385/77883820 oder per E-Mail an [email protected]

Abb.: Schaufensterfront des Kaufhauses Louis Kychenthal Am Markt. Foto: Stadtarchiv Schwerin

Die Stiftung Mecklenburg vermittelt in Veranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen die Kultur und Geschichte Mecklenburgs.
Sie wird institutionell gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten M-V.

Mecksikon Entdecker-Tipp: die Kirche in Heiligenhagen im Landkreis Rostock! Dort hat es bereits im 13. Jahrhundert eine ...
19/08/2026

Mecksikon Entdecker-Tipp: die Kirche in Heiligenhagen im Landkreis Rostock! Dort hat es bereits im 13. Jahrhundert eine Kirche gegeben. Ob es sich um den bis heute erhaltenen Bau handelt, ist allerdings fraglich. Als dessen Entstehungszeit werden die Jahre um 1300 angenommen. Der holzverschalte Turm mit achtseitigem, überstehendem Zeltdach ist von 1692; die Glocke wurde 1612 gegossen. 1723 baute man die Fachwerk-Vorhalle an der Chorsüdseite als Sargkammer; heute wird sie als Gemeinderaum genutzt.
Zu den erhaltenen Ausstattungsstücken zählt ein Epitaph des Berndt von Bülow und seiner Gattin, das sich vor dem Altarraum befindet und auf 1576, aber auch auf 1620 datiert wird. Bei diesem Bülow-Zweig handelt es sich um Vorfahren von Vicco von Bülow, alias Loriot, der die Restaurierung finanziell unterstützt hat.

Zu den sehenswerten Stücken zählt ebenso ein gotischer Altar aus der Zeit um 1450 mit einer „Mondsichelmadonna“ als Motiv; auf den Seitenflügeln finden sich Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Der Altar wurde 1995 restauriert und wieder in seiner ursprünglichen Form zusammengefügt. Seit der Reformationszeit war sein Mittelteil separat an einer Seitenwand der Kirche aufgehängt und durch eine Abendmahlsszene ersetzt. Ebenfalls erhalten sind ein Altar aus dem Jahr 1677 mit Evangelistenreliefs, der Kanzelaufgang aus dem 18. Jahrhundert und ein schwebender, barocker Taufengel, in dessen Kranz sich einst die Taufschale befand. Besonders beeindruckend sind die im Zuge der Sanierung unter bis zu sieben Farbschichten freigelegten Teile der ursprünglichen Bemalung. Sie zeigen auffällige, bereits in der Entstehungszeit gemalte fratzenartige Eulen und ein Spinnennetz um die Wasserlöcher des Langhauses, einen Christuskopf sowie Tatzenkreuze. Auch die in den Putz geritzten und rot ausgemalten Weihekreuze wurden wieder erneuert. Mehr erfahrt Ihr im Mecksikon, dort könnt Ihr Euch auch ein Klangbeispiel der Nussbücker-Orgel anhören:
https://www.mecksikon.de/?p=article&aid=656

Abb.1 und 2: Die Vorderansicht der Kirche mit dem holzverschalten Turm. Fotos: Bluhm I Abb. 3 und 4: Innenansicht mit Kanzel, Taufengel und Altar. Fotos: Martin Poley, Medienverlag Küsten-Wind

„Schelfie des Monats“: In der Schweriner Apothekerstraße 41 steht dieses fünfachsige, zweigeschossige Fachwerkhaus. Teil...
16/08/2026

„Schelfie des Monats“: In der Schweriner Apothekerstraße 41 steht dieses fünfachsige, zweigeschossige Fachwerkhaus. Teile der heutigen Parzelle grenzten an den ehemaligen Hofapothekergarten auf der Schelfe, der Namensgeber für die Straße war. Das Gebäude wurde vor 1747 errichtet und ist eines der ältesten Fachwerkhäuser in der zu Beginn des 18. Jahrhunderts planmäßig als Neustadt angelegten Schweriner Schelfstadt. Mit seinem beidseitig abgewalmten Mansarddach, Zwerchhäusern zur Straßen- und Hofseite und seinen seitlichen Gauben gehört es hier zu den städtebaulichen Highlights. Bis 1885 gab es auf der südöstlichen Seite eine Tordurchfahrt, die Gespannen und Fuhrwerken ermöglichte, sich auf dem eingeschossigen Fachwerkbohlenbindergebäude auf dem Hof unterzustellen. Die aus Frankreich stammende, spezielle Bohlenbinderdachkonstruktion etablierte sich im 18. Jahrhundert in Mecklenburg und wurde insbesondere für die Dachkonstruktion von Nebenbauten genutzt.

Baupolizeiliche Akten weisen 1885 einen umfangreichen Umbau des Gebäudes nach, bei dem das einstige Einfamilienhaus zu einem Wohnhaus mit vier Wohnungen verändert wurde. 1904 erwarb eine Stiftung für kirchliche Armenpflege das Grundstück und die darauf befindlichen Gebäude und setzte sich von hier aus für Bedürftige ein. 1999 kaufte der heutige Eigentümer das Anwesen und sanierte es umfassend. Dabei konnten die Fundamente aus Feldstein einschließlich Gewölbekeller und die Fachwerkkonstruktion weitgehend erhalten und instandgesetzt werden. Auch die Konstruktion und das Dach des Fachwerknebengebäudes wurden mit finanzieller Hilfe der Stadt Schwerin und der Stiftung Denkmalschutz saniert.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Abb.1-4: Das Gebäude aus verschiedenen Perspektiven. Fotos: Fuchs Abb. 5: Vor der Sanierung 1991. Quelle (Text ebenso): 300 Jahre Schelfstadt. 15 Jahre Stadterneuerung. Die historische Entwicklung des Stadtteils in der Landeshauptstadt Schwerin. HG: Landeshauptstadt Schwerin, 2005. S.45

„Schelfie des Monats“: In der Schweriner Apothekerstraße 41 steht dieses fünfachsige, zweigeschossige Fachwerkhaus. Teil...
14/08/2026

„Schelfie des Monats“: In der Schweriner Apothekerstraße 41 steht dieses fünfachsige, zweigeschossige Fachwerkhaus. Teile der heutigen Parzelle grenzten an den ehemaligen Hofapothekergarten auf der Schelfe, der Namensgeber für die Straße war. Das Gebäude wurde vor 1747 errichtet und ist eines der ältesten Fachwerkhäuser in der zu Beginn des 18. Jahrhunderts planmäßig als Neustadt angelegten Schweriner Schelfstadt. Mit seinem beidseitig abgewalmten Mansarddach, Zwerchhäusern zur Straßen- und Hofseite und seinen seitlichen Gauben gehört es hier zu den städtebaulichen Highlights. Bis 1885 gab es auf der südöstlichen Seite eine Tordurchfahrt, die Gespannen und Fuhrwerken ermöglichte, sich auf dem eingeschossigen Fachwerkbohlenbindergebäude auf dem Hof unterzustellen. Die aus Frankreich stammende, spezielle Bohlenbinderdachkonstruktion etablierte sich im 18. Jahrhundert in Mecklenburg und wurde insbesondere für die Dachkonstruktion von Nebenbauten genutzt. Einst hatte hier die Havemannsche Brauerei ihren Sitz.

Baupolizeiliche Akten weisen 1885 einen umfangreichen Umbau des Gebäudes nach, bei dem das einstige Einfamilienhaus zu einem Wohnhaus mit vier Wohnungen verändert wurde. 1904 erwarb eine Stiftung für kirchliche Armenpflege das Grundstück und die darauf befindlichen Gebäude und setzte sich von hier aus für Bedürftige ein. 1988 wurde das Gebäude erstmals durch das Institut für Denkmalpflege vor dem Abriss gerettet. 1999 kaufte der heutige Eigentümer das Anwesen und sanierte es umfassend. Dabei konnten die Fundamente aus Feldstein einschließlich Gewölbekeller und die Fachwerkkonstruktion weitgehend erhalten und instandgesetzt werden. Auch die Konstruktion und das Dach des Fachwerknebengebäudes wurden mit finanzieller Hilfe der Stadt Schwerin und der Stiftung Denkmalschutz saniert.

Abb.1-3: Das Gebäude aus verschiedenen Perspektiven. Fotos: Fuchs Abb. 4: Vor der Sanierung 1991. Quelle (Text ebenso): 300 Jahre Schelfstadt. 15 Jahre Stadterneuerung. Die historische Entwicklung des Stadtteils in der Landeshauptstadt Schwerin. HG: Landeshauptstadt Schwerin, 2005. S.45

(Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

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Dienstag 08:30 - 16:00
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