Der KVS wurde 1982 vom Designer Herrn Prof. Hans-Theo Baumann in Schopfheim gegründet.
Seither hat der Kunstverein weit mehr als 37 Ausstellungen organisiert, die zumeist von Prof. Baumann sowie in den letzten Jahren von Prof. Wolfgang Kersten,Dr. Elke Seibert, Johannes Kehm, Luise Lenz und Christopher Weiss kuratiert wurden.
Der KVS hat das Ziel pro Jahr zwei Ausstellungen zu zeigen. Dabei wurden und werden national und international anerkannte Künstler ebenso präsentiert, wie junge und weniger bekannte Malerinnen und Maler, die sowohl aus der Region, wie aus dem weiteren geografischen Umfeld kamen.
Experimentell hat der KVS auch Fotografie gezeigt, etwa mit Hans Silvester, der 1994 das kulturell wie sozial und umweltpolitisch wichtige Thema „Wasser“ zeigte; 2009 mit seiner Ausstellung: Kleider der Natur, oder mit dem Elsässer, Christophe Meyer, der mit subtilen schwarz/weiß Fotografien sehr intime Seiten seiner Familie festhielt.
Nach der Wiedervereinigung hat sich der KVS für die Kunst der „Neuen Bundesländer“ interessiert und mit Lothar Krone 1992 erstmals einen Künstler aus diesem Teil Deutschlands ausgestellt.
Neben der Ausstellungstätigkeit hatte der KVS auch immer das Bestreben, durch die Organisation von Kunstreisen den Blick für andere künstlerische Perspektiven und deren Darstellung ins Blickfeld zu rücken.
Dazu gehörten u. a. Kunstreisen wie:
Die Museen der Côte d´ Azur, Südfrankreich - auf den Spuren Van Gogh, Paris und seine Museen,
Die Mathildenhöhe in Darmstadt, Besuch der Documenta in Kassel, Besuch der Biennale in Venedig, Ausstellungsbesuche in Frankfurt, Tübingen, etc. und immer wieder Basel.
Die Exkursionen wurden von Prof. Baumann und der Kunsthistorikerin Hedi Graber, Basel, geführt. In letzter Zeit dann von der gegenwärtigen Vorsitzenden, Dr. Elke Seibert.
Auch die Fondation Beyeler, die glücklicherweise vor unserer Haustür beheimatet ist, war mit ihren hochkarätigen Ausstellungen selbstverständlich Ziel vieler geführter Besuche, bei denen auch die architektonische Museumskonzeption Renzo Pianos erläutert wurde.
Im vergangenen Jahr 2009 machte der Kunstverein Afrika zu seinem Themenschwerpunkt.
Mit der jungen Senegalesin Dié Fall Kane gelang es, neue Perspektiven afrikanischer Kunst nach Schopfheim zu bringen. Dass dabei auch ein soziales Problem wie die „migration clandéstine“, der unfreiwillige Exodus junger Männer auf untauglichen Booten nach Europa, mitten in einer, oberflächlich betrachtet, wenig betroffenen Region thematisiert wurde, war dem KVS sehr wichtig.
Ein Kontrapunkt dazu waren in vielerlei Hinsicht die Fotografien von Hans Silvester zum Thema „Kleider der Natur – Körperschmuck im Tal des Omo“.
Diese Bilder aus Äthiopien, die zuvor in Paris und New York ausgestellt waren, zeigten eindrucksvoll die ursprünglichen Lebensformen afrikanischer Stämme und rissen damit den Gegensatz zur Verzweiflung der entwurzelten Bootsflüchtlinge auf. In diesem Jahr hat der KVS mit seiner Frühjahrsausstellung wieder regionale, junge Künstler ins Blickfeld gesetzt.
Mit der neu gegründeten Künstlerkooperation „gruppe gegenwertig“ werden Künstler aus dem Wiesental präsentiert, die erstmalig in einer Ausstellung zu sehen sind. (Katalog 37/10 sowie flyer etc.)
Der KVS geht mit der Gruppenausstellung auch auf das Bedürfnis ein, dem kunstinteressierten Auge ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Angebot zu machen.
Bei dieser Ausstellung wie auch bei Dié Fall Kane, versuchte der KVS, das Interesse an der Ausstellung durch Aktionen wach zu halten.
Dié Fall malte in der Ausstellung und stand zu Gesprächen zur Verfügung – bei der „gruppe gegenwertig“ wurde ein Matinée organisiert, bei der Kunst-Genuss mit kulinarischen und musikalischen Genüssen kombiniert wurde. Es war eine Kooperationsveranstaltung mit der hiesigen VHS.
Die amerikanische Versteigerung eines der ausgestellten Kunstwerke erbrachte dabei einen Erlös von 980 €, zusammen mit den Einnahmen der an der Aktion beteiligten Gastronomen konnten somit nahezu 2000 € an das Hilfsprojekt übergeben werden.
Der KVS möchte damit, neben dem karitativen Engagement, auch die Möglichkeit nutzen durch „Art“-fremde Aktionen, neue Besucher für die Kunst zu erreichen und zu begeistern.
Mit Anlässen wie dieser Matinée reagiert der KVS auf die spezielle Situation eines vergleichsweise kleinen Kunstvereins, der 1. in einer eher ländlichen Region agiert und der sich 2. mit Basel im unmittelbaren Einzugsbereich einer herausragenden Kunstmetropole behaupten muß, bzw. kann.
Im Herbst 2010 wird der KVS das Thema der unfreiwilligen Migration auf sehr indirekte Weise wieder aufgreifen.
Die junge Iranerin Azadeh Falakshahi, zeigt dann ihr Projekt „Vatan“, was soviel wie Heimat heißt. Es sind Fotos einer Sehnsucht nach Lebensformen, die heute vermisst werden. So etwa ein rotes Abendkleid, das seit Jahrzehnten nicht mehr getragen werden kann und das somit zum Sinnbild einer gewissen Heimatlosigkeit wird. Frau Falakshahi beschreibt das so, Zitat: „Vatan”, beschreibt ein Gefühl des Verbundenseins mit einem Ort und allem was damit persönlich verknüpft ist. Wenn meine Mutter mit einem wohligen Gefühl an die Sonntagmorgende zurückdenkt, an denen sie im Rosengarten saß und Safrantee trank oder wie Ihre Großmutter einen Granatapfel für sie schälte und ihn ihr mit all ihrer Liebe reichte, dann beschreibt das ihr „Vatan“. Durch die enge Verbundenheit zu meiner Mutter durchlebte ich mit ihr den Verlust ihres Heimatlandes. Meine Arbeit verkörperlicht diese Emotionen und verbildlicht sie für den Betrachter“. Zitat Ende.
Für das Frühjahr 2011 plant der KVS schließlich eine Ausstellung, in der sich das Thema Heimat in überraschender Form mit der globalisierten Welt verbindet. Präsentiert wird dann die Koreanerin Hojung Kang, die in Baden-Württemberg lebt und in ihrem Zyklus „Schwarzwald“ ihre neue Heimat mit den künstlerischen Elementen fernöstlicher Mal- und Zeichentechniken verbindet.
Der Kunstverein kommt mit „Schwarzwald“ auch zurück zu seinen Wurzeln: die erste Ausstellung des KVS von Peter Berndt, Berlin, war bereits geprägt vom Thema Wald und von der damit verbundenen Umweltproblematik.
Im Jahr 2000 erschienen in einer kleinen Sonderauflage zwei Bände anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Schopfheim. In ihnen sind die Kataloge der ersten 22 Ausstellungen des KVS zusammengefasst.
Die beiden Bände, ebenso wie der Sonderkatalog Erich Hauser dokumentieren das Bestreben des KVS, die Stadt in ihren gelegentlich eher bescheidenen kulturpolitischen Bemühungen zu unterstützen.
In diesen Kontext gehört auch die Broschüre „Jahresgaben 1987–2000“.
Im Schopfheimer Umfeld ist allein schon die Existenz und Tätigkeit des KVS ein Beitrag zum kulturpolitischen Stadtmarketing.
Anregungen zur Schaffung eines Kunstweges zwischen Stadtmitte und der etwas abgelegenen Kulturfabrik oder einer open air Kunstausstellung in einer Städtischen Parkanlage sind diesem Bemühen ebenfalls zuzuordnen.
Ein bisschen stolz sind wir auch auf das Jubiläumsbuch, das der KVS 2007 herausgegeben hat. Es fasst exemplarisch die kunstvermittelnde Arbeit des Vereins über zwei Jahrzehnte hinweg sowie über die Presseartikel auch die öffentliche Resonanz darauf zusammen.
Die Mitglieder des KVS erhalten jährlich eine Jahresgabe, die von einem ausgestellten Künstler zur Verfügung gestellt wird.
Prof. Hans Theo Baumann war in den vielen Jahren seiner Tätigkeit als international anerkannter Designer und selbstverständlich auch als lehrender Dozent, der Berliner Hochschule der Künste, sehr intensiv mit vielen Künstlerinnen und Künstlern, sowie auch international mit führenden Kunst- und Kultureinrichtungen, wie etwa der Münchner Pinakothek der Moderne vernetzt und dank dieser Kenntnisse und Beziehungen gab es hier immer regen Austausch .