26/11/2024
Gemeinsam ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen
Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) richtet alljährlich die weltweite Aufmerksamkeit auf ein bedrückendes Thema, das Millionen Frauen in ihrer Lebensrealität betrifft: Gewalt! Ob in Form körperlicher, seelischer oder sexualisierter Ausprägung – Gewalt ist nach wie vor eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen, so wie es auch in dem aktuell veröffentlichen Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ deutlich wird:
• Im Jahr 2023 wurden im Deliktsfeld der Häuslichen Gewalt 180.715 weibliche Opfer erfasst – 5,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
• Bei S*xualstraftaten wurden 52.330 weibliche Opfer erfasst, eine Zunahme um 6,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2022.
• Von digitaler Gewalt waren 17.193 Frauen betroffen, 25 Prozent mehr als im Jahr 2022.
• 938 Tötungsdelikte an Frauen wurden von der Polizei registriert, neun mehr als im Jahr zuvor. Bei 360 Frauen und Mädchen waren die Tötungsdelikte vollendet, bei 247 dieser Opfer handelte es sich um Häusliche Gewalt.
• In der Fallgruppe Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung wurden 591 weibliche Opfer registriert, 6,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Unter dem Motto „Stopp Gewalt an Frauen“ veranstaltet das Frauenzentrum Schleswig gemeinsam mit dem regionalen „Bündnis Frau“ auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Aktionen im Kreis Schleswig-Flensburg, um ein starkes Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Ziel ist es, das Bewusstsein für diese Problematik nachhaltig zu stärken und zum Zuhören, Nachdenken und Engagement gegen Gewalt einzuladen. Ferner geht es immer wieder auch darum das regionale Hilfesystem bekannt zu machen – für Betroffene, Multiplikator*innen und unterstützende Personen. Das Frauenzentrum Schleswig ist dabei eine zentrale Anlaufstelle für Frauen in schwierigen Lebenssituationen und für diejenigen, die von Gewalt betroffen sind bzw. in der Vergangenheit waren.
Aus aktuellem Anlass und vor dem Hintergrund des 25.11 werden Forderungen laut das geplante Gewalthilfegesetz noch rechtzeitig umzusetzen.
Mit dem Gewalthilfegesetz wollen Bund, Länder und Kommunen endlich eine rechtliche und finanzielle Grundlage schaffen, die von Gewalt Betroffenen Unterstützung garantiert. Bisher ist weder die Finanzierung bundeseinheitlich geregelt noch ist das Hilfesystem mit Beratungsstellen und Frauenhäusern flächendeckend und bedarfsgerecht ausgebaut. Durch das Auseinanderbrechen der Regierung steht dieser wichtige Meilenstein nun auf der Kippe.