28/10/2023
"Im Nichtstun bleibt nichts ungetan." Laotse
Passend zu meinem morgigen Sachkundevorbereitungskurs für Bilchpfleger, wird es mal wieder Zeit für etwas Aufklärungsarbeit, denn so manch ein Foto von unseren Kobolden erweckt einen falschen Anschein.
Denn was bei den Bilchen so gemütlich und entspannt aussieht, basiert in Wirklichkeit auf einem disziplinierten, harten Training in dem jeder Schläfer an seine Grenzen geht und zeugt von absoluter Körperbeherrschung bis in die Schwanzspitze.
Liegt man auf dem Rücken besser oder doch lieber auf der Seite, läßt man die Vorderpfoten schlaff auf den Oberkörper aufliegen oder klappt man sie abgewinkelt nach oben, spreizt man ein Hinterbein weg oder zieht man beide an, wo läßt man am besten den Schwanz - seitlich oder über den Körper gelegt, wie kann man ein Abknicken der langen Barthaare vermeiden und möglichst wenige süßsaure Obstrülpser vom Nachbarn abkriegen - all das sind elementare Fragen, denen sich jeder Bilch stellen muss wenn das Fresskoma zuschlägt. Hinzu kommt dann noch die Herausforderung, dass die eigene Ruheposition auch noch mit den Liegetechniken der anderen Mitmutzler abgestimmt werden muss, um fremde Extremitäten oder würgereizauslösende Entlüftungen durch kaudale Körperöffnungen des Schlafnachbarns ins eigene Gesicht zu vermeiden und gleichzeitig ein hohes Maß an Komfort für sich selbst zu erhalten. Bilche beherrschen diese Kunst der richtigen Schlafposition in Perfektion. Bei ihnen liegt der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zu anderen Tierarten noch etwas höher aufgrund der Zahl der Mitkuschler und dem verpflichtenden BPBC (Bilchpressingberührungscodex), dem jeder Bilch unterliegt. Dieser schreibt vor, dass jeder Schläfer mit mind. 50 % seiner Körperoberfläche auf einem anderen Bilch aufliegen muss, alles andere wird als sozial inkompetent und Affront gewertet, was einen Mitkuschelausschluß zur Folge hat. Wie ihr seht ist das also nicht einfach nur ein entspanntes Schläfchen oder wahlloses Gemeinschaftsmutzeln, sondern ein sehr komplexes anspruchsvolles Unterfangen, das akribische Vorbereitung bedarf und viel Selbstdisziplin abverlangt. Hier sieht man mal wie Bilder täuschen können - was entspannt aussieht ist eigentlich "harte Arbeit" 😉