Kleingartenverein Negenborn e.V.

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22/03/2026

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DER TRICK MIT DEM "SANDARIUM"
Bodennistenden Wildbienen ein Grundstück geben — für 75 Prozent aller Arten

Jedes Insektenhotel der Welt hilft nur einem Viertel der Wildbienenarten. Die restlichen 75 Prozent nisten im Boden — und finden in aufgeräumten Gärten keinen einzigen Quadratmeter offene, sandige, ungestörte Erde. Das Sandarium ist die Korrektur. Es hilft mehr Wildbienenarten als jeder Nistblock und jedes Insektenhotel zusammen.

Warum Bodennister ein Sandarium brauchen:
Dreiviertel aller 560 Wildbienenarten in Deutschland graben Brutröhren in den Boden — in sandige, offene, sonnenbeschienene Erde. Sandbienen, Hosenbienen, Furchenbienen, Seidenbienen — sie alle brauchen n***ten, warmen Sand. In aufgeräumten Gärten mit Rindenmulch, Rasenkanten, Pflastersteinen und Bodendeckern gibt es keine offene Erde mehr. Der Boden ist entweder bedeckt oder versiegelt. Die häufigste Reaktion auf eine kahle Sandstelle im Rasen ist: nachsäen.

Bau deines Sandariums:

MATERIAL:
- Ungewaschener Sand — Spielplatzsand oder Flusssand mit Lehm- und Feinstaubanteil. NICHT gewaschenen Bausand — der ist zu locker und die Gänge stürzen ein.
- Alternativ: Sand-Lehm-Gemisch im Verhältnis 3:1 (drei Teile Sand, ein Teil Lehm)
- Umrandung optional: Natursteine, alte Randsteine, Holzstämme — oder einfach ein offenes Beet

WERKZEUG:
- Spaten
- Schubkarre

ANLEITUNG:
1. Sonnigsten Platz im Garten wählen — Südseite, ganztägig Sonne. Bodennistende Bienen brauchen warmen Sand. Ein Sandarium im Schatten wird nicht besiedelt.
2. Fläche ausheben: mindestens 50 x 50 cm, besser 1 x 1 Meter, mindestens 40 cm tief. Je größer, desto besser — Sandbienen nisten in Kolonien und brauchen Platz für Dutzende Eingänge.
3. Aushub entfernen — keine Gartenerde unter dem Sand lassen, die Feuchtigkeit hochzieht und den Sand durchnässt.
4. Ungewaschenen Sand einfüllen — leicht anfeuchten und festklopfen. Der Sand muss stabil genug sein, dass ein Bienengang nicht einstürzt, aber locker genug, dass die Biene graben kann.
5. Oberfläche NICHT mulchen, NICHT bepflanzen, NICHT bedecken. Nackte, offene Sandfläche. Das ist der Zweck. Es soll n***t aussehen.
6. Ein paar flache Steine auf die Oberfläche legen — Sonnplätze, an denen sich die Bienen vor dem Einflug aufwärmen.
7. Steilkante einbauen — an einer Seite den Sand so aufschichten, dass eine senkrechte oder schräge Kante von mindestens 30 cm Höhe entsteht. Viele Sandbienenarten graben in senkrechte Wände statt in horizontale Flächen.

WARUM ES FUNKTIONIERT:
- UNGEWASCHENER SAND = STABILE GÄNGE — Lehmanteil verklebt die Sandkörner und verhindert Einsturz
- VOLLE SONNE = WARMER BODEN — Bienenlarven brauchen Wärme für die Entwicklung
- NACKTE OBERFLÄCHE = SICHTBARE EINGÄNGE — Die Biene muss ihren Gang wiederfinden
- STEILKANTE = ZUSÄTZLICHE NISTFLÄCHE — Viele Arten bevorzugen senkrechte Grabflächen
- KEINE PFLEGE = PERFEKTE PFLEGE — Einfach in Ruhe lassen

PLATZIERUNG:
Vollsonnig, geschützt vor Starkregen (leichte Neigung zur Drainage), nicht unter Bäumen (Laubfall bedeckt die Oberfläche). Am besten eingebettet in einen Bereich mit Frühblühern — Weiden, Obstbäume, Traubenhyazinthen, Lungenkraut in der Nähe.

WER EINZIEHT:
Frühlings-Seidenbiene — ab März. Gräbt senkrechte Röhren. Dutzende Eingänge auf wenigen Quadratzentimetern. Die Kolonie sieht aus wie ein Miniatur-Mondkrater.
Weiden-Sandbiene — ab März. Spezialistin für Weidenkätzchen. Ohne Weide keine Weiden-Sandbiene.
Hosenbiene — ab Juni. Die mit den riesigen Pollenhosen an den Hinterbeinen. Gräbt bis zu 60 cm tiefe Gänge.
Gemeine Sandbiene — ab April. Häufigste Sandbiene, besucht viele Blütenarten.
Furchenbienen — den ganzen Sommer. Manche Arten sind sozial — eine Mutter mit mehreren Töchtern teilt sich einen Eingang.

ERFOLGSKONTROLLE:
März-April: Kleine Sandhäufchen neben winzigen Löchern (3-8 mm Durchmesser) an der Oberfläche. Bienen fliegen niedrig über dem Sand, landen und verschwinden im Loch.
Mai-Juni: Blühende Aktivität — an einem sonnigen Morgen fliegen Dutzende Bienen über die Sandfläche, jede zu ihrem eigenen Gang.
Herbst: Stille. Die Brut liegt im Sand. Nicht umgraben. Nicht bepflanzen. Nicht abdecken.

WICHTIG: Sandarium über Winter nicht abräumen — die Larven überwintern im Sand. Nicht umgraben — die Gänge reichen bis zu 60 cm tief. Nicht mit Rindenmulch bedecken — die Bienen finden ihre Eingänge nicht mehr. Im Frühjahr das Laub von der Oberfläche fegen — mehr nicht.

Das Sandarium ist das am meisten unterschätzte Wildbienenhabitat im Garten. Es hilft mehr Arten als alles, was du kaufen kannst. Und es kostet eine Schubkarre Sand.

🐝🏖️🔩🌸

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