21/09/2026
Heute ist Welt-Alzheimertag 2026: Demenzprävention muss stärker in den Mittelpunkt
Demenz-Verein Saarlouis: Prävention, frühe Diagnose und Unterstützung können Selbstständigkeit länger erhalten
Saarlouis. Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ findet am 21. September 2026 der Welt-Alzheimertag statt. In der bundesweiten „Woche der Demenz“ vom 21. bis 27. September wird mit zahlreichen Aktionen auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam gemacht.
Für den Demenz-Verein Saarlouis e. V. ist der Welt-Alzheimertag zugleich Anlass, den Blick stärker auf Prävention und frühzeitige Unterstützung zu richten.
Denn Demenz ist keineswegs ausschließlich eine Frage des hohen Alters. Zwar sind die meisten Betroffenen älter als 65 Jahre, doch auch jüngere Menschen können erkranken. Zugleich betrifft eine Demenzerkrankung immer auch Partnerinnen und Partner, Kinder, Enkelkinder, Freunde, Nachbarn und Kollegen – und damit Menschen aller Generationen.
„Demenz geht uns alle an – unabhängig davon, wie alt wir heute sind. Deshalb dürfen wir nicht erst handeln, wenn eine Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit bereits eingetreten ist. Wir müssen viel stärker auf Prävention, frühe Diagnostik und den Erhalt von Selbstständigkeit setzen. Jeder Tag, an dem ein Mensch selbstbestimmt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann, ist ein Gewinn – für den Betroffenen, für seine Familie und letztlich für unsere gesamte Gesellschaft“, erklärt Dagmar Heib, Vorsitzende des Demenz-Vereins Saarlouis e. V.
Prävention darf kein Schlagwort bleiben
Angesichts der aktuellen Diskussion über Kosten und Einsparungen im Gesundheits- und Pflegebereich warnt der Demenz-Verein davor, Prävention auf Beratung zu reduzieren oder wirksame Unterstützungsangebote einzuschränken.
In Deutschland leben heute rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten deutlich steigen. Umso wichtiger ist es, vorhandene Möglichkeiten der Prävention konsequent zu nutzen.
Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Teilhabe sowie die Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren können einen wichtigen Beitrag leisten. Gleichzeitig braucht es eine frühzeitige Diagnosestellung. Denn auch nach einer Diagnose kann viel getan werden, um Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
Dazu gehören neben einer frühzeitigen Behandlung insbesondere spezialisierte geriatrische Rehabilitation und niedrigschwellige Unterstützungsangebote im Alltag.
„Wir dürfen Prävention nicht nur unter dem Gesichtspunkt kurzfristiger Ausgaben betrachten. Wenn es gelingt, Erkrankungen zu vermeiden, ihren Verlauf zu verzögern oder Pflegebedürftigkeit später eintreten zu lassen, ist das vor allem ein Gewinn an Lebensqualität. Gleichzeitig entlastet es langfristig unser Gesundheits- und Pflegesystem“, betont Heib.
Der Demenz-Verein Saarlouis fordert deshalb, bei anstehenden Veränderungen im Gesundheits- und Pflegebereich die Auswirkungen auf Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen besonders in den Blick zu nehmen. Prävention, Rehabilitation und alltagsunterstützende Angebote müssen gestärkt und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Gute Gesundheits- und Pflegepolitik muss auch demenzpräventive Politik sein.
Der Welt-Alzheimertag 2026 macht deutlich: Demenz ist keine Herausforderung, die erst im hohen Alter beginnt. Sie betrifft Familien und Generationen – und damit die gesamte Gesellsc