18/08/2026
Lehrkräftegewinnung ist mehr als eine Imagekampagne. Sie ist eine politische Gesamtaufgabe. 📣
Der aktuelle Sonderbericht des Landesrechnungshofs zur Nachwuchsgewinnung von Lehrkräften zeigt deutlich: Der Lehrkräftebedarf im Saarland wird in den kommenden Jahren weiter steigen.
Steigende Schüler:innenzahlen und altersbedingte Abgänge erhöhen den Einstellungsbedarf erheblich. Gleichzeitig bestehen bereits heute Engpässe – besonders deutlich in der Sonderpädagogik.
Der SLLV erkennt die bereits eingeleiteten Maßnahmen des Landes an. Gleichzeitig ist für uns klar: Einzelmaßnahmen ersetzen keine langfristige Strategie.
Gerade bei der Sonderpädagogik zeigt sich ein strukturelles Problem: Das Saarland verfügt weiterhin über keinen eigenen Studiengang Sonderpädagogik und ist bei der Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte auf andere Bundesländer angewiesen. Quereinstieg und alternative Zugangswege können in Mangelsituationen sinnvoll ergänzen. Sie dürfen jedoch nicht zur eigentlichen Nachwuchsstrategie werden.
👉 Der SLLV fordert deshalb unter anderem:
• einen Studiengang Sonderpädagogik im Saarland
• eine Grundpersonalisierung von 120 %
• eine funktionierende mobile Lehrkräftereserve
• verbindliche Systemzeit
• eine spürbare Entlastung von Verwaltungsaufgaben
• verlässliche Perspektiven für junge Lehrkräfte nach dem Referendariat
• klare Zuständigkeiten und verbindliche Standards bei Bewerbungs- und Verwaltungsverfahren
• eine Gesamtstrategie, die Ausbildung, Gewinnung und Bindung von Lehrkräften zusammendenkt
Denn: Wer Lehrkräfte gewinnen will, muss ihnen auch zeigen, dass der Beruf langfristig attraktiv und verlässlich ist.
„Die beste Werbekampagne für den Lehrkräfteberuf steht jeden Morgen vor einer Klasse. Wenn Lehrkräfte ihren Beruf gerne machen und ihn jungen Menschen guten Gewissens empfehlen, ist das glaubwürdiger als jede Imagekampagne.“
– Dominik Schwer, Landesvorsitzender des SLLV
Auch beim Berufseinstieg braucht es mehr Verlässlichkeit. Wer nach einem erfolgreich absolvierten Referendariat lediglich eine befristete Perspektive erhält, kann sich verständlicherweise fragen, wie ernst es das Saarland mit seinem eigenen Nachwuchs meint.
Und schließlich darf auch die Verwaltung nicht zum Hindernis werden: Lange Bearbeitungszeiten, schlechte Erreichbarkeit, veraltete IT und komplizierte Verfahren können dazu führen, dass Bewerber:innen bereits vor dem Einstieg verloren gehen.
Wer Lehrkräfte gewinnen und halten will, darf sie nicht beim ersten Kontakt mit der Verwaltung verlieren.
Der Lehrkräftemangel ist keine Aufgabe des Bildungsministeriums allein. Ausbildungskapazitäten, Stellenplanung, Besoldung, Finanzierung und Arbeitsbedingungen betreffen unterschiedliche Ressorts.
📌 Deshalb ist unsere Forderung klar: Der Bericht des Landesrechnungshofs gehört auf den Kabinettstisch.
Wir müssen heute handeln, damit unsere Schulen auch in fünf, zehn und fünfzehn Jahren ausreichend mit qualifizierten Lehrkräften versorgt sind.
Wer Lehrkräfte gewinnen will, muss ausbilden.
Wer Lehrkräfte halten will, muss gute Arbeitsbedingungen schaffen.
Und wer um Fachkräfte konkurriert, muss ein verlässlicher und professioneller Arbeitgeber sein.
💬 Welche Maßnahme wäre für euch der wichtigste Schritt, um den Lehrkräfteberuf im Saarland attraktiver zu machen?