01/04/2026
SaarLorLux am 30. & 31. Mai 2026:
„Ja, ich will – ins Grundgesetz! Artikel 3+ jetzt!“
Der grenzüberschreitende CSD SaarLorLux findet in diesem Jahr am 30. & 31. Mai 2026 statt. Das Motto: „Ja, ich will – ins Grundgesetz! Artikel 3+ jetzt!“ Die Veranstaltung setzt damit ein klares Zeichen für die längst überfällige Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes – um den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität. Organisiert und veranstaltet wird der CSD vom LSVD+ Verband Q***re Vielfalt Saar. In den vergangenen Jahren kamen bis zu 100.000 Besucher*innen.
Programmhighlights
• Samstag, 30. Mai 2026: Ab 15:00 Uhr wird die Mainzer Straße wieder zur „Regenbogenmeile“ mit Essens- und Getränkeangebot, Infoständen und Mitmachaktionen. Daneben gibt es von 16:00 bis 23:00 Uhr ein buntes Bühnenprogramm mit Live-Acts und einer politischen Podiumsdiskussion. Durch den Abend führt die saarländische Drag-Queen Michelle de la Rose. Auf der Bühne u.a. Lina Bó, Droii, It’s Drag Habibi und Part of the Art.
• Sonntag, 31. Mai 2026: Höhepunkt des Wochenendes ist die große CSD-Parade. Start: 14:00 Uhr vor dem Landtag (Franz-Josef-Röder-Straße). Der Zug führt mit Musik, Tanz und politischen Botschaften durch die Saarbrücker Innenstadt. Anschließend geht das Straßenfest in der Mainzer Straße weiter, moderiert von Karlie Kant. Auf der Bühne u.a. Henri, Maurice Conrad, Justin Hayo, Angela Lentzen und Skaver. In einer Gedenkminute erinnern wir zusammen mit dem Musiker Henri an die Menschen, die die Community verloren hat.
Für alle Tanzbegeisterten gibt es auf der Mainzer Straße an beiden Tagen auch wieder die beliebte Techno-Stage der Waldresidenz mit lokalen DJs.
Die Highlights des Bühnenprogramms im Überblick:
• Lina Bó (Pop-Duo, Samstag): Celina und Bó mischen deutschen Street-Pop mit südamerikanischer Exotik – mal melancholisch, mal tanzbar, immer voller Lebensfreude. Gemeinsam mit der im März 2025 verstorbenen AnNa R. (Rosenstolz) haben sie den Song „Wir waren hier“ aufgenommen. Ihr Auftritt beim CSD wird damit auch zur Hommage an eine Künstlerin, deren Verlust die queere Community tief getroffen hat.
• Part of the Art (80s-Synthpop, Samstag): Die erfolgreichste deutsche 80er-Formation mit über einer Million Streams verwandelt Klassiker wie „Sweet Dreams“, „Tainted Love“ und „Radio Ga Ga“ in zeitgemäße Live-Versionen. Schon 2025 haben Part of the Art die CSD-Bühne gerockt und Hunderte vor der Bühne begeistert. Seit 2012 spielen sie auf Festivals mit bis zu 40.000 Zuschauer*innen und auf CSDs in ganz Deutschland.
• Maurice Conrad (Rap, Sonntag): Die nichtbinäre Rap-Artist*in aus Mainz verbindet queeren Deutschrap mit politischer Haltung. Als Klimaaktivist*in, taz-Kolumnist*in und Musiker*in steht Maurice Conrad für eine Generation, die Sichtbarkeit und Selbstbestimmung einfordert.
• Angela Lentzen (Band, Sonntag): Seit über 20 Jahren steht Angela Lentzen mit ihrer vielschichtigen Stimme auf der Bühne. Von Rock über Folk bis Chanson – ihre emotionalen Interpretationen und eigenen deutschen Songs sorgen zuverlässig für Gänsehaut.
Am Samstag findet um 17:00 Uhr eine politische Podiumsdiskussion zur bevorstehenden Landtagswahl im Saarland statt. Am Sonntag folgen nach der Parade die Abschlusskundgebung sowie eine Gedenkminute. Das komplette Bühnenprogramm wird wenige Wochen vor dem CSD veröffentlicht.
Politische Botschaft
„Ja, ich will – ins Grundgesetz!” ist keine Bitte, sondern eine Forderung. Schon die Ampelkoalition versprach 2021 in ihrem Koalitionsvertrag, Artikel 3 um den Schutz der sexuellen Identität zu ergänzen – und lieferte nicht. Im September 2025 brachte der Bundesrat parteiübergreifend einen Gesetzentwurf in den Bundestag ein. Doch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion blockiert: Die Ergänzung sei „nicht notwendig". Und im aktuellen Koalitionsvertrag von Union und SPD fehlt das Vorhaben nun sogar ganz.
Dabei zeigen die Zahlen das Gegenteil von „nicht notwendig": Laut Bundeskriminalamt haben sich registrierte queerfeindliche Straftaten seit 2010 nahezu verzehnfacht. Allein 2025 wurden über 2.000 Fälle queerfeindlicher Hasskriminalität registriert – bei einer hohen Dunkelziffer. Der CSD SaarLorLux 2026 fordert: Schluss mit den Lippenbekenntnissen. Eine Grundgesetzänderung braucht eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat. Mit mehreren Landtagswahlen in diesem Jahr und der Saarland-Wahl 2027 kann sich die Zusammensetzung des Bundesrats jederzeit ändern – und damit das Zeitfenster für eine mögliche Änderung schließen. Was gelebte Realität und geltendes Recht ist, gehört ins Grundgesetz. Jetzt. Nicht irgendwann.
Hochkarätige Unterstützung
Wir freuen uns, die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) wieder als Schirmfrau an unserer Seite zu haben. Sie wird am Sonntag nach der Parade ein Grußwort auf der Hauptbühne sprechen – ebenso wie der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt.
Infos und Anmeldung
Weitere Details zu Programm, Ablauf und Anmeldung finden sich auf der Website csd-saarlorlux.de sowie den Social-Media-Kanälen des LSVD+ Saar. Anmeldeschluss für die Teilnahme an der Parade ist der 15. Mai, Anmeldungen nehmen wir über das Portal anmeldung.csd-saarlorlux.de entgegen. Wir suchen zudem tatkräftige Helfer*innen, die uns z. B. an der Bühne oder während der Parade unterstützen. Interessierte können sich online über unser Portal helfer.csd-saarlorlux.de melden.
Der CSD SaarLorLux ist eine der größten queeren Veranstaltungen in der Großregion. Seit 1998 verbindet er Menschen aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg im grenzüberschreitenden Einsatz für Akzeptanz und Gleichberechtigung. Jährlich zieht die Veranstaltung Zehntausende Besucher*innen an und steht mit ihrer Mischung aus politischem Engagement und festlicher Atmosphäre für Vielfalt und Solidarität in der europäischen Grenzregion.
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