12/06/2026
Saarbrücken, 11. Juni 2026
Veranstaltung: Hitze, Dürre, Stürme: Wie Wildkatzenschutz klimaresiliente Wälder schafft
Naturnahe Wildkatzenwälder sind widerstandsfähiger gegen Wetterextreme, BUND lädt am 27. Juni in Saarbrücken zur Fachveranstaltung ein und zeigt:
-Wetterextreme nehmen zu und erhöhen das Risiko von Waldschäden
- Naturnahe Lebensräume stärken Wald und Wildkatze gleichermaßen
- BUND Saar und SaarForst geben Praxiseinblicke und laden zum Austausch ein
Saarbrücken. Mit Beginn des Frühsommers nehmen extreme Wetterlagen wie Hitze, Trockenperioden und Stürme zu. In Kombination mit Schadstoffeinträgen setzen sie die Wälder massiv unter Druck. Wie der Waldzustandsbericht 2025 zeigt, ist nur noch jeder fünfte Baum in Deutschland gesund. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert daher einen besseren Schutz heimischer Wälder. Wie das auch in bewirtschafteten Wäldern gelingen kann, zeigt der Verband anhand von Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze. Im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ gestalten lokale Akteure aus Forst, Waldbesitz und Kommunen gemeinsam mit dem BUND klimaresiliente Wälder.
„Anhaltende Trockenheit sowie immer heftigere Stürme setzen unsere Wälder massiv unter Stress. Wir brauchen strukturreiche, laubholzgeprägte Wälder, die mit Extrembedingungen umgehen können“, sagt Dr. Martin Lillig (BUND Landesverband Saarland). „Der Schutz der Wildkatze liefert konkrete Ansätze für diesen notwendigen Umbau. Die Tierart ist auf vielfältige Waldstrukturen angewiesen, die zugleich die Widerstandsfähigkeit der Wälder stärken.“
Der BUND definiert die Wildkatze als Leitart für klimaresiliente Wälder. „Wenn wir Wälder so gestalten, dass sich die Wildkatze darin wohlfühlt, profitieren viele weitere Arten und der Wald selbst“, erklärt Lillig. Besonders wichtig sind strukturreiche Waldränder und naturnahe Übergänge zwischen Wald und Offenland. Sie fördern die Artenvielfalt, dienen der Wildkatze zur Nahrungssuche und schützen das Waldinnere vor Stürmen. Auch Totholz spielt eine zentrale Rolle, da es Wasser speichert und Versteckmöglichkeiten bietet. Ebenso wichtig ist es, Wasser durch Kleingewässer im Wald zu halten, die gleichzeitig Lebensräume schaffen und für Kühlung sorgen.
„Unsere seit 1988 konsequent durchgeführte naturnahe, weitgehend kahlschlagsfreie Waldwirtschaft mit im Wald verbleibenden Totholz, sowohl liegend als auch stehend, erschuf sukzessiv einen idealen Wald für Wildkatzen. Die zudem bewusst gebauten Wildkatzenburgen als Rückzugsorte und Wurfplätze haben ihr Übriges getan“, so Thomas Steinmetz, Direktor des SaarForst Landesbetriebes.
Wie konkrete Maßnahmen aussehen können, zeigt der BUND im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ gemeinsam mit lokalen Verbündeten in zehn Bundesländern. Am 27.06.2026 veranstalten der SaarForst Landesbetrieb und der BUND eine Fachveranstaltung in Saarbrücken. Fachleute und Interessierte erhalten bei einer Tagung Einblicke in die Praxis und lernen bei einer Exkursion einen „Wildkatzenwald von morgen“ in einem der waldreichsten Bundesländer kennen.
„Wir laden die Fachwelt ein, vor Ort zu erleben, wie klimaresilienter Waldumbau für die Wildkatze konkret funktioniert. Lassen Sie uns gemeinsam diskutieren, wie wir unsere Wälder zukunftssicher gestalten können“, sagt Lillig.
Hintergrund
Die Veranstaltung findet im Rahmen des sechsjährigen BUND-Projektes „Wildkatzenwälder von morgen“ statt. Naturnahe, unaufgeräumte Wälder und Waldränder sind für die Wildkatze essenziell. Das Projekt hat das Ziel, naturnahe und klimarobuste Wälder für die Wildkatze sowie viele weitere, teils bedrohte Tierarten zu schaffen.
Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.
Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um.
Anmeldemöglichkeiten zur Veranstaltung und weitere Informationen:
https://aktion.bund.net/wildkatzenwaelder-exkursion2
www.bund.net/wildkatzenwaelder