19/06/2026
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vor 60 Jahren starb Angela Braun-Stratmann
Braun-Stratmann wurde 1892 als Angela Stratmann in Neuss geboren. Von 1913 bis 1923 arbeitete sie in Köln als Lehrerin.
1923 kam sie mit ihrem Mann & SPD-Politiker Max Braun nach Saarbrücken. Als Verantwortliche für die Frauenbeilage der sozialdemokratischen Volksstimme, versuchte sie Frauen immer wieder zu motivieren, sich politisch zu engagieren, denn das Wahlrecht allein, so ihre Überzeugung, reiche nicht aus. Weitere Rechte, wie die Abschaffung des Paragraphen 218, müssten von den Frauen erkämpft werden.
1924 gründete sie die saarländische Arbeiterwohlfahrt mit und leitete die Organisation bis 1935. Als das Saargebiet an Hitlerdeutschland angeschlossen wurde, emigrierte sie erst nach Frankreich & 1940 weiter nach London, wo sie im Exil das NS-Regime bekämpfte. Bereits 1936 hatte der NS-Staat ihr die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
Nach dem Krieg kehrte sie zurück & wirkte u.a. in der Verfassungskommission des Saarlandes mit, die 1947 die Landesverfassung ausarbeitete. Anschließend, saß Braun-Stratmann bis 1952 als Abgeordnete im ersten saarländischen Landtag. Als Chefredakteurin der Charme, der ersten saarländischen Frauenzeitschrift, schuf sie sich eine weitere Plattform für frauenpolitisches Engagement.
Nach der Volksabstimmung 1955, als sich die Saarländerinnen & Saarländer dafür entschieden, ein Teil der neuen Bundesrepublik zu werden, verließ sie das endgültig & lebte bis zu ihrem Tod in Frankreich. Ihr Leben steht für die Überzeugung, dass politische Gleichstellung keine Gunst ist, die gewährt wird, sondern ein Recht, das erkämpft werden muss.
❗Im in unserer Schriftenreihe publizierten Werk „"Eigenwillig und freiheitshungrig" Angela Braun-Stratmann: Politikerin, Journalistin, Feministin“ erzählt Prof. Dr. Bärbel Kuhn Braun-Stratmanns inspirierende Lebensgeschichte❗
Das Buch kann man über unsere Website erwerben:
https://www.stiftung-demokratie-saarland.de/publikationen/schriftenreihe-politik-geschichte-gesellschaft/band-17.php