28/05/2026
Pressemitteilung Wismar, 28.05.2026
Migranet MV fordert Verbesserung der Situation in den Notunterkünften Wismar-Haffburg und Warin .
Migranet MV erreichen zunehmend Rückmeldungen und Beschwerden von Geflüchteten aus den Notunterkünften in Wismar-Haffburg und Warin. Die Berichte betreffen insbesondere die Qualität der sozialen Beratung sowie den Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Unterkünfte.
Mehrere Betroffene schildern, dass Beratungen nicht ausreichend wohlwollend erfolgen, teilweise verspätet stattfinden oder von einem unangemessenen Umgangston geprägt sind. Zudem entsteht bei vielen Geflüchteten der Eindruck, dass Beratungen nicht für alle Menschen gleichermaßen fair und respektvoll durchgeführt werden.
Als Beispiele wurden Fälle genannt, in denen wichtige Anträge – etwa zur Familienzusammenführung – verspätet gestellt wurden, wodurch erhebliche Probleme für die Betroffenen entstanden sind. In einem weiteren Fall soll eine geflüchtete Person keine Unterstützung bei einem Antrag auf dezentrale Unterbringung erhalten haben, da ihr bereits im Vorfeld mitgeteilt wurde, dass der Antrag keine Aussicht auf Erfolg habe. Trotz des ausdrücklichen Wunsches der betroffenen Person wurde keine Hilfe angeboten.
Besorgniserregend ist außerdem, dass sich zunehmend Geflüchtete aus Warin und Wismar an externe Regelberatungsstellen wenden, weil sie sich in den Unterkünften nicht ernst genommen fühlen oder von einem schroffen und respektlosen Umgang berichten.
Migranet MV betont, dass eine respektvolle, professionelle und menschenwürdige Beratung für alle Geflüchteten gewährleistet werden muss. Gerade Menschen in schwierigen Lebenssituationen sind auf verlässliche Unterstützung, faire Behandlung und transparente Informationen angewiesen.
Gemäß § 2 Abs. 1 der Gemeinschaftsunterkunftsverordnung Mecklenburg-Vorpommern (GUVO M-V) müssen Gemeinschaftsunterkünfte menschenwürdig gestaltet werden. Darüber hinaus verpflichtet § 2 Abs. 2 GUVO M-V dazu, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Ergänzend regelt die Richtlinie für den Betrieb von Gemeinschaftsunterkünften und die soziale Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner in Mecklenburg-Vorpommern die fachgerechte soziale Beratung und Betreuung von Geflüchteten.
Vor diesem Hintergrund fordern wir die konsequente Prüfung der fachlichen Voraussetzungen des Betreuungspersonals. Die Betreuung vulnerabler Menschen setzt pädagogische sowie psychosoziale Qualifikationen voraus und darf nicht durch unqualifiziertes Personal ohne entsprechende Ausbildung erfolgen.
Wir fordern die zuständigen Stellen dazu auf,
• die Beschwerden ernst zu nehmen,
• die Beratungsstrukturen in den Unterkünften zu überprüfen,
• die Qualität der sozialen Betreuung sicherzustellen,
• die fachlichen Voraussetzungen des Betreuungspersonals konsequent zu prüfen,
• sowie einen respektvollen und diskriminierungsfreien Umgang mit allen Bewohnerinnen und Bewohnern zu gewährleisten.
Migranet MV steht weiterhin im Austausch mit Betroffenen und Beratungsstellen und setzt sich für die Rechte sowie die menschenwürdige Behandlung von Geflüchteten in Mecklenburg-Vorpommern ein.
Projektleiter Migranet MV
Samer Haj Khamis
MIGRANET-MV e.V.
(derzeit noch eingetragen als FABRO e.V.)
Interkulturelles Zentrum
Waldemarstraße 33
18057 Rostock
Tel: 0172 9215637
E-Mail:[email protected]
Internet: www.Migranet-mv.de