02/06/2026
Die Aktion zum Kindertag am 1. Juni in Schwerin war ein starkes gemeinsames Zeichen: Die Mitarbeiter*innen der 9 Frauenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern waren vor Ort, um sich gemeinsam für die sichere Finanzierung einer festen Kinderfachkraft in jedem Frauenhaus einzusetzen.
Vor dem Schweriner Schloss wurde deutlich gemacht, was in der Praxis längst klar ist: Kinder im Frauenhaus sind nicht nur Begleitpersonen ihrer Mütter. Sie sind eigenständige Betroffene häuslicher Gewalt und brauchen eigene Beratung und Unterstützung.
In ihren Begrüßungsworten machte Liane Dommer, Leiterin des Schweriner Frauenhauses, genau darauf aufmerksam. Unterstützende Worte kamen außerdem von Monique Tannhäuser, Landes-Gleichstellungsbeauftragte Mecklenburg-Vorpommern, und von Susanne Sträßner vom Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern.
Die Zahlen machen den Handlungsbedarf deutlich: Im Jahr 2025 fanden 228 Frauen* und 254 Kinder Schutz in den Frauenhäusern Mecklenburg-Vorpommerns. Damit suchen im Frauenhaus mehr Kinder als Frauen* Schutz.
Eine eigene Kinderfachkraft ist deshalb keine Ergänzung, sondern notwendig. Kinder brauchen altersgerechte Gespräche, Stabilität im Alltag, traumapädagogische Unterstützung, Schutz und verlässliche Bezugspersonen. Gleichzeitig entlastet eine Kinderfachkraft auch die Mutter* und stärkt das gesamte Schutzsystem.
Wir hoffen, dass diese klare Haltung auch in die Abstimmung zum Ausführungsgesetz des Gewalthilfegesetzes für Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2026 einfließt.