19/04/2026
𝗦𝗰𝗵𝗻𝗲𝗹𝗹𝗲 𝗛𝗶𝗹𝗳𝗲 𝗯𝗲𝗶 𝘀𝗰𝗵𝘄𝗲𝗿𝗲𝗻 𝗟𝗮𝗴𝗲𝗻: „𝗕𝗶𝗴 𝗟𝗶𝗳𝘁“-𝗪𝗼𝗿𝗸𝘀𝗵𝗼𝗽 𝗶𝗻 𝗥𝗼𝗱𝗲𝗻𝗯𝗲𝗿𝗴 𝘀𝘁ä𝗿𝗸𝘁 𝗔𝘂𝘁𝗼𝗯𝗮𝗵𝗻-𝗙𝗲𝘂𝗲𝗿𝘄𝗲𝗵𝗿𝗲𝗻
Schwere Verkehrsunfälle mit LKW-Beteiligung, landwirtschaftlichen Geräten oder in der Industrie stellen Einsatzkräfte regelmäßig vor komplexe technische und taktische Herausforderungen. Insbesondere bei sogenannten Unterfahrunfällen, bei denen ein PKW unter einen LKW gerät, zählt jede Minute. Diese Einsatzlagen passieren auf der Bundesautobahn 2, gerade in unserem Streckenabschnitt, nicht selten. Daher fand in Rodenberg ein intensiver Workshop zum Thema „Big Lift“ statt. Als Ausbilder fungierte Thomas Siekaup, ein erfahrener Instruktor von Heavy Rescue Germany.
Veranstaltet wurde die Schulung mit klarem Fokus auf Feuerwehren die durch ihre Nähe zur Autobahn häufig im Bereich der schweren technischen Hilfeleistung tätig sind. Entsprechend nahmen auch Feuerwehren außerhalb der Samtgemeinde Rodenberg teil, um unsere Fähigkeiten in der schweren technischen Hilfeleistung zu synchronisieren und die Zusammenarbeit auf der Autobahn zu stärken.
Diese Szenarien sind hochkomplex, bedürfen einem hohen Maß an technischem Verständnis und machen gezielte Absprachen in der Einsatztaktik unerlässlich.
𝗭𝗶𝗲𝗹: 𝗦𝗰𝗵𝗻𝗲𝗹𝗹𝗲𝘀 𝘂𝗻𝗱 𝘀𝗶𝗰𝗵𝗲𝗿𝗲𝘀 𝗔𝗻𝗵𝗲𝗯𝗲𝗻 𝗴𝗿𝗼ß𝗲𝗿 𝗟𝗮𝘀𝘁𝗲𝗻
Im Zentrum des eintägigen Workshops stand das sogenannte „Big Lift“-Konzept. Ziel ist es, mit spezifischen Einsatzmitteln – insbesondere eines Rüstwagen (RW) & ergänzend eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) – innerhalb kürzester Zeit große Lasten, wie beispielsweise einen verunfallten LKW, kontrolliert anzuheben. Ein solches Fahrzeug soll um bis zu 40 Zentimeter angehoben werden, um ausreichend Raum für eine patientenschonende Rettung zu schaffen.
𝗙𝘂𝗻𝗱𝗶𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗧𝗵𝗲𝗼𝗿𝗶𝗲 𝗮𝗹𝘀 𝗚𝗿𝘂𝗻𝗱𝗹𝗮𝗴𝗲
Der rund zweistündige Theorieblock vermittelte zunächst die notwendigen Grundlagen. Dabei wurden typische Unfallmechaniken bei Bus- und LKW-Unfällen analysiert und Strategien zur schnellen Lageeinschätzung vorgestellt. Ein besonderer Fokus lag auf der realistischen Gewichtsberechnung – ein entscheidender Faktor für die Wahl der richtigen Hebemittel und Taktik.
Weitere Themen umfassten:
- Unterschiede zwischen Heben und Ziehen
- Sicheres Unterbauen
- Taktische Abläufe im Sinne eines „Standardeinsatzes“
- Optimale Mannschaftsstruktur und Geräteeinsatz
𝗭𝗲𝗻𝘁𝗿𝗮𝗹𝗲𝗿 𝗕𝗲𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱𝘁𝗲𝗶𝗹 𝗱𝗲𝘀 𝗩𝗼𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴𝘀 𝘄𝗮𝗿𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗳ü𝗻𝗳 𝗦𝘁𝘂𝗳𝗲𝗻 𝗱𝗲𝘀 „𝗕𝗶𝗴 𝗟𝗶𝗳𝘁“:
1. Erkundung
2. Last sichern
3. PKW absenken
4. Last anheben
5. Retten
Diese strukturierte Vorgehensweise soll helfen, Einsätze effizient und vor allem sicher abzuarbeiten.
𝗦𝗲𝗰𝗵𝘀 𝗦𝘁𝘂𝗻𝗱𝗲𝗻 𝗣𝗿𝗮𝘅𝗶𝘀 𝘂𝗻𝘁𝗲𝗿 𝗿𝗲𝗮𝗹𝗶𝘀𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗕𝗲𝗱𝗶𝗻𝗴𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻
Im anschließenden Praxisteil über einen Zeitraum von rund sechs Stunden wurde unteranderem ein realistischer Heck-Unterfahrunfall simuliert. Schritt für Schritt arbeiteten die Einsatzkräfte die fünf Stufen des „Big Lift“ ab – von der ersten Erkundung bis zur abschließenden Rettung.
Besonders herausfordernd zeigte sich dabei die Dynamik großer Lasten in erhöhter Position. Bereits geringe Bewegungen können zu Instabilitäten führen, weshalb das Setzen geeigneter Ankerpunkte sowie das Verständnis für seitliche Kräfte eine zentrale Rolle spielten. Ebenso wurde deutlich, wie entscheidend die richtige Wahl von Unterbau und Hebepunkt für den Einsatzerfolg ist.
In den letzten Jahren konnten durch Neu- und Ersatzbeschaffungen entsprechende Gerätschaften zur Bewältigung solcher Einsatzlagen beschafft werden.
Unsere Ausbildung & die Einsätze zeigen regelmäßig die Sinnhaftigkeit der Beschaffungen.
𝗣𝗿𝗮𝘅𝗶𝘀𝗻𝗮𝗵𝗲 𝗔𝘂𝘀𝗯𝗶𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗺𝗶𝘁 𝗵𝗼𝗵𝗲𝗺 𝗠𝗲𝗵𝗿𝘄𝗲𝗿𝘁
Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen durchweg positiv aus. Besonders hervorgehoben wurde der hohe Praxisanteil sowie die klare, taktische Struktur des Konzepts. Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass durch effektive Absprachen und Handlungssicherheit eine zeitsparende Rettung möglich ist.
Mit Veranstaltungen wie dieser leisten die Feuerwehren einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Einsatzsicherheit und zur Professionalisierung der technischen Hilfeleistung – insbesondere auf der stark frequentierten Autobahn 2 und den umliegenden Landstraßen in unserer Region.
𝗔𝗯𝘀𝗰𝗵𝗹𝗶𝗲ß𝗲𝗻𝗱 𝗺ö𝗰𝗵𝘁𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝘂𝗻𝘀 𝗯𝗲𝗶𝗺 𝗧𝗶𝗲𝗳𝗯𝗮𝘂𝘂𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻 𝗧𝗮𝘂𝗯𝗲𝗿 𝗳ü𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗕𝗲𝗿𝗲𝗶𝘁𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘂𝗻𝗴 𝗶𝗵𝗿𝗲𝘀 𝗚𝗲𝗹ä𝗻𝗱𝗲𝘀 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗲𝘀 𝘀𝗰𝗵𝘄𝗲𝗿𝗲𝗻 𝘁𝗲𝗰𝗵𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗚𝗲𝗿ä𝘁𝗲𝘀 𝗯𝗲𝗱𝗮𝗻𝗸𝗲𝗻.
Freiwillige Feuerwehr Lauenau
Feuerwehr Pohle
Feuerwehr Bad Nenndorf
Freiwillige Feuerwehr Barsinghausen
THW OV Stadthagen