05/05/2026
🧪 Sesquiterpenlactone oder warum friemelige Mühen vorteilig sind...
Wir nutzen den sonnigen Vormittag, um Löwenzahnblüten im Waldgärtchen zu sammeln. Geduldig trennen wir die gelben Blütenzungen von den grünen Kelchblättern. Das ist wichtig, denn die Kelchblätter enthalten Sesquiterpenlactone. Das sind Bitterstoffe, die dem Löwenzahn als natürlicher Fraßschutz dienen. Den Sirup machen sie bitter und herb. Also raus damit.
Die gelben Blüten werden mit heißem Zuckerwasser übergossen und ziehen mit frischen Zitronenscheiben über Nacht. Dabei lösen sich wasserlösliche Flavonoide wie Luteolin und Chlorogensäure aus den Blüten. Die Zitronensäure senkt den pH-Wert und schützt die Aromastoffe.
Am nächsten Tag: abseihen, aufkochen. Die Polyphenole oxidieren teilweise. Das gibt dem Sirup seine bernsteinfarbene, honigähnliche Farbe. Der hohe Zuckeranteil senkt die Wasseraktivität so weit, dass Mikroorganismen keine Lebensgrundlage haben. Der Sirup ist dadurch länger haltbar, ohne das zusätzliche Konservierungsstoffe nötig sind.
🌼Löwenzahn ist Bienenweide, Wildpflanze und Küchenzutat in einem. Was andere wegmähen, landet hier im Siruptopf.
🌿Permakultur-Prinzip: Nutze und schätze die Vielfalt.
👇 Was macht ihr aus Wildpflanzen? Schreibt es in die Kommentare. Wir freuen uns über den Austausch!
Swipe für das Rezept 👉
📍 Niederrhein · Waldgärtchen · Frühling
🌿