24/06/2026
Während des Pride Month stemmen ehrenamtliche Vereine im ganzen Land CSD‑Veranstaltungen.
Mit Helfenden, mit Sponsoren, mit Menschen, die ihre Freizeit investieren, damit andere einen sicheren, bunten, offenen Raum haben.
Dort treffen sich Familien, Freundeskreise, Jugendliche, ältere Menschen – und sie verbringen schlicht eine gute Zeit.
Und dann gibt es die andere Seite:
Menschen, die in den angeblich „sozialen“ Medien nichts anderes zustande bringen, als über diese Veranstaltungen zu hetzen.
Sie fühlen sich „belästigt“, obwohl niemand sie zwingt, hinzugehen.
Sie könnten scrollen.
Sie könnten weitergehen.
Sie könnten leben.
Aber sie entscheiden sich fürs Pöbeln.
Das sagt mehr über ihre Freizeitgestaltung aus als über den CSD.
Ich persönlich interessiere mich weder für Schützenfeste noch für Karneval.
Und trotzdem komme ich nicht auf die Idee, unter jede Veranstaltung im Vest zu kommentieren, wie wenig ich davon halte.
Warum?
Weil ich ein echtes Leben habe.
Und weil ich weiß, dass ein Algorithmus mir dann noch mehr davon in die Timeline spülen würde.
Manchmal ist Ignorieren eben die erwachsenere Option.
Trans gehört zum CSD.
Puppys gehören zum CSD.
Furrys gehören zum CSD.
Die Community ist vielfältig – und sie wird nicht geteilt, nur weil manche Menschen sich vor Vielfalt fürchten.
Die Frage „Wie soll man das Kindern erklären?“ ist übrigens leicht beantwortet:
Mit denselben Worten, mit denen man Respekt, Vielfalt und Menschlichkeit erklärt.
Und dieser verklärte Blick in die 80er…
Der funktioniert nur, wenn man gleichzeitig den §175 ausblendet, die ungeouteten Leben, die Angst, die Hetze gegen HIV‑Positive, die Stigmatisierung, die Gewalt.
Damals hat man ein paar „Paradiesvögel“ im Fernsehen toleriert – solange sie nicht zu echt wurden.
Das war keine Idylle.
Das war ein Käfig mit Neonlicht.
Jetzt ist es anders.
Heute ist es sichtbar.
Heute ist es frei.
Und genau das ist der Punkt, an dem manche Menschen nervös werden.
(EDIT: Martin B., Mitglied des Vorstands)