11/08/2026
Gesunde Ernährung – Sekundäre Pflanzenstoffe
Welche sekundären Pflanzenstoffe gibt es?
Die Welt der sekundären Pflanzenstoffe ist vielfältig und bunt. Sie dienen der Pflanze als Abwehrstoff oder Lockmittel. Einige Bitterstoffe schützen die Pflanze vor Fraßfeinden, vor Schädlingen oder auch Krankheiten. Ihre Farb- und Duftstoffe locken Insekten und Vögel an, um die Verbreitung und Vermehrung der Pflanze zu fördern.
Auch wir können die natürlichen Farbstoffe nicht übersehen. Ihr habt euch sicher schon gewundert über die kräftige blau-violette Färbung von Heidelbeeren, Kirschen, roten Trauben, Rotkohl, Radicchio oder Auberginen sind. Da sind die Anthocyane für verantwortlich.
In den Medien hört man immer wieder von Polyphenolen, zu deren Gruppen diese Lebensmittel gehören. Dagegen das Orange von Möhren, Kürbis oder
Aprikosen, oder auch das Rot von Tomaten und Paprika ist auf Carotinoide zurückzuführen. Sie stecken oft in Randschichten und unter der Schale, ein Grund Äpfel nicht zu schälen. Beachte, dass einige hitzeempfindlich sind. Sie können durch Kochen vollständig zerstört werden.
Giftige sekundäre Pflanzenstoffe
Die meisten sekundären Pflanzenstoffe sind wichtig für unsere Gesundheit. Jedoch gibt es einige wenige, die schädlich sind, wie z. B. die Alkaloide Solanin und Caconin.
Kartoffelkeime und grüne Stellen an den Kartoffeln schmecken bitter und können zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen. Diese Stellen solltest du deswegen entfernen.
Ebenso gesundheitsschädlich wirkt die Vorstufe von Blausäure. Sie kommt in Bittermandeln, Limabohnen, den Kernen von Steinobst und Zitrusfrüchten sowie Leinsamen vor. Die giftige Blausäure wird durch Einweichen oder Erhitzen freigesetzt. Deswegen solltest du das Koch- und Einweichwasser nicht weiter verwenden und möglichst höchstens 15 g Leinsamen, etwa 1 bis 2 Esslöffel pro Mahlzeit essen.
In Hülsenfrüchten befinden sich Proteine, die den Sauerstofftransport im Blut stören und zu Verdauungsproblemen führen können. Durch Erhitzen werden diese fast vollständig zerstört. Rohe Bohnen enthalten das giftige Lektin Phasin. Gegarte Bohnen sind aber ungefährlich. Wichtig ist nur, dass du die Bohnen 30 Minuten erhitzt und das Kochwasser entsorgst.
Wirkungen von sekundären Pflanzenstoffen
Carotinoide: Karotten, Tomaten, Paprika, grünes Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Grapefruit, Aprikosen, Melonen, Kürbis - beugen Krebs vor, schützen die Zellen, stärken das Immunsystem, senken den Cholesterinspiegel.
Saponine: Hülsenfrüchte, Soja, Hafer, Spargel - Krebsvorbeugend und senken den
Cholesterinspiegel.
Phystosterine: Nüsse, Sonnenblumenkerne, Sesam, Soja, Hülsenfrüchte - krebsvorbeugend, senken
den Cholesterinspiegel, gegen Bakterien, Pilze und Viren, stärken das Immunsystem.
Glucosinolate: Alle Kohlarten, Rettich, Radieschen, Kresse, Senf – gegen Krebs, Bakterien, Pilze
und Viren und senken den Cholesterinspiegel.
Flavonoide: Äpfel, Birnen, Trauben, Kirschen, Beeren, Zwiebeln, Auberginen, Grünkohl, Soja, grüner und schwarzer Tee – gegen Krebs, Bakterien, Pilze und Viren, Blutgerinnseln, schützen die Zellen, entzündungshemmend, stärken das Immunsystem, regulieren Blutdruck und Blutzuckerspiegel.
Quelle: NDR - Ernährungsdocs
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Text: E.Z.
Foto: Pixabay/Canva