26/08/2026
Gestern ist ein Uhu eingeliefert worden der in einem stromführenden Weidezaun gefunden worden ist. Er ist heute Nacht verstorben.
Wie lange er dort verfangen war, ist unklar.
Bei wiederholten Stromimpulsen eines Weidezauns führt dies zu massiven Störungen im gesamten Organismus. Weidezäune töten im Normalfall nicht, sondern sollen abschrecken und vertreiben. Dies ist jedoch nicht möglich, wenn man in den Maschen verfangen ist.
Diese Tiere sind pulsierenden Impulsen ausgesetzt. Die Dauer, die Häufigkeit und die Stressfaktor machen die Situation bei gefangenen Tieren tödlich.
Die Impulse führen zu extremen Muskelverkrampfungen (Tetanus). Jeder Stromimpuls zwingt die Muskeln dazu, sich schlagartig zusammenzuziehen. Da das Tier im Zaun feststeckt, kann es sich in den Impulspausen oft nicht befreien. Die Muskeln arbeiten ununterbrochen auf Hochtouren, was zu extremen Krämpfen und Muskelrissen führt.
Es kann zur Störung des Herzrhythmus kommen. Das Herz wird durch körpereigene, winzige elektrische Signale gesteuert. Die starken, externen Stromimpulse des Zauns bringen diesen Takt komplett durcheinander. Es kann zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzkammerflimmern kommen.
Zusätzlich kommt es zu einem massiven psychischen und physischen Stress. Der Körper wird mit jedem Schlag in absolute Panik versetzt. Dies führt zu einer maximalen Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin und Cortisol), was den Blutdruck und die Herzfrequenz in gefährliche Höhen treibt.
Lokale Verbrennungen könne an den Ein- und Austrittsstellen des Stroms (oft an den empfindlichen Beinen, Flügeln oder der Haut unter den Federn) entstehen Brandwunden, die das Gewebe.
Bei einem Tier, das über viele Stunden im Zaun gefangen ist, führt meist eine Kombination mehrerer Faktoren zum Tod.
Erschöpfung und Herz-Kreislauf-Versagen (Hitzschlag/Schock).
Durch die dauerhaften Muskelzuckungen und die extreme Panik überhitzt der Körper völlig (Hyperthermie). Irgendwann bricht der Kreislauf durch den anhaltenden Schockzustand und die physische Erschöpfung komplett zusammen. Das Herz hört auf zu schlagen.
Erstickung (Asphyxie)
Gehen die Stromimpulse auch die Atemmuskulatur (Zwerchfell und Brustmuskeln), verkrampfen diese und das Tier kann in diesen Momenten nicht atmen. Über Stunden hinweg führt der Sauerstoffmangel im Blut zur Schädigung der Organe und letztlich zum „Erstickungstod“.
Durch die schweren Muskelzerstörungen infolge der Krämpfe und Verbrennungen wird ein Protein namens Myoglobin in großen Mengen in die Blutbahn freigesetzt. Dieses verstopft die feinen Filter der Nieren, was innerhalb kurzer Zeit zu einem tödlichen akuten Nierenversagen führt.
Bei Vö**ln wie dem Uhu kommt erschwerend hinzu, dass sie im Vergleich zu Säugetieren ein sehr schnelles Herz und einen hochaktiven Stoffwechsel haben. Sie reagieren deshalb noch empfindlicher auf anhaltenden, extremen Stress und Schock.