Naturschutzinitiative e. V.

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Naturschutzinitiative e. V. Unabhängiger und gemeinnütziger Verein zum Schutz von Landschaften, Wäldern, Wildtieren und Lebensräumen aktiv im originären, ursprünglichen Naturschutz.

+++ Werde Naturentdecker! Schnuppertag am 12.02.2027 der NI-Kindergruppe Westerwald +++Im Februar nächsten Jahres starte...
28/10/2026

+++ Werde Naturentdecker! Schnuppertag am 12.02.2027 der NI-Kindergruppe Westerwald +++

Im Februar nächsten Jahres startet ein neues Naturentdeckerjahr. Jetzt anmelden und einen der begehrten Plätze sichern!

Mehr Infos auf unserer Homepage:

Einladung zum kostenfreien Schnuppertag für Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Gemeinsam gehen wir auf spannende Entdeckungsreise in die Natur und du lernst dabei viele Pflanzen und Tiere kennen.

+++ Die Herbstausgabe des Naturschutz Magazins ist online! +++Der Herbst schmückt sich mit warmen Farbtönen und lässt un...
20/10/2026

+++ Die Herbstausgabe des Naturschutz Magazins ist online! +++

Der Herbst schmückt sich mit warmen Farbtönen und lässt uns noch einige sonnenreiche Tage genießen, bevor uns dunklere und kältere Tage in die warme Stube treiben. Das bietet Gelegenheit zur Lektüre des aktuellen Naturschutz Magazins, das vielfältige Beiträge enthält.

Lesen Sie in dieser Ausgabe wieder spannende und fachlich exzellente Artikel unserer Wissenschaftlichen Beiräte und Aktiven.

Passend zur Herbstzeit gibt es auch einige besinnliche Beiträge, die zum Nachdenken und Nachspüren einladen.

Wir danken den Autoren dieser Ausgabe ganz herzlich für Ihre wertvollen Beiträge und wünschen allen Interessierten viel Spaß beim Lesen.

In der Herbstausgabe zeichnet Prof. Dr. Reichholf das 'Feindbild Wolf' nach, Biologe Axel Schmoll, thematisiert den Konflikt zwischen dem FFH-Status und dem Vorgehen des Forstes im Leipziger Auwald. Außerdem gibt es, wie immer, viele weitere Beiträge von renommierten Autoren und NI-Aktiven rund um...

20/10/2026

+++ Naturschutzinitiative e.V. (NI) klagt und stoppt Tötung seltener Gänsesäger in Bayern +++

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hat am 15.09.2026 beim Verwaltungsgericht München Klage gegen den Freistaat Bayern eingereicht, um die Bejagung von Gänsesägern zu beenden.

Der Gänsesäger steht in Deutschland und auch im Bundesland Bayern auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. In ganz Deutschland beläuft sich der Bestand der Art auf nur etwa 1000 Brutpaare.

Das Institut für Fischerei als Einrichtung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hatte bereits im Jahr 2020 beschlossen, ein Forschungsprojekt zugunsten der Fischart Äsche zu starten. Im Zusammenhang mit diesem Projekt richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Gänsesäger. Die Behörde sah es als sinnvoll an, die Bestände des Gänsesägers durch Abschuss der Tiere zu reduzieren, um die Bestände der Äsche zu sichern oder gar zu vergrößern.

Im Mai 2022 hatte das Institut für Fischerei bei der Regierung von Oberbayern einen Antrag auf „Vergrämung“ gestellt. Der Antrag wurde genehmigt und daraufhin wurden bis Mitte 2026 ca. 700 Gänsesäger getötet.

Im August 2026 wurde vom Institut ein erneuter Antrag gestellt, der eine weitere Genehmigung zu Tötungen von Gänsesägern für wiederum fünf Jahre vorsah.

Nach §45 Abs 7 Satz 3 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dürfen Einzelfallentnahmen zugelassen werden, für Zwecke der Forschung, Lehre, Bildung und Wiederansiedlung usw.

Die NI konnte der Argumentation der bayerischen Behörden nicht folgen. Nach Auffassung der NI war der Forschungszweck illegitim und sinnlos. Neben Gänsesägern gibt es zahlreichere Tierarten, die Äschen fressen, wie z.B. Wels, Hecht, Fischotter, Silberreiher, Kormoran und weitere. Als zusätzliche Belastung für die Äschenbestände sind Angler einzustufen. Vergrämungsjagden hätten die Auswirkung, dass neben den Gänsesägern sieben Monate lang auch alle anderen an den Flüssen lebenden Tierarten in starke Mitleidenschaft gezogen würden.

Im Verlauf der Recherchen, die von der NI zu diesem Verfahren durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass tausende von aufgezogenen Äschen während der Projektlaufzeit in den Flüssen ausgesetzt wurden. Allein aus diesem Grund ist es unmöglich, aus diesem Forschungsprojekt nachvollziehbare wissenschaftliche Ergebnisse abzuleiten.

Mit Schreiben vom 22.09.2026 teilte die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft mit, dass bis zum 31.12.2026 keine Gänsesäger mehr getötet werden und das Forschungsprojekt abgeschlossen ist.

Eine nachvollziehbare Begründung für die Tötungen von Gänsesägern oder ein Ergebnis des Forschungsprojektes hat die Behörde im Rahmen des Klageverfahrens nicht dargelegt.

Da die Behörde die Jagd auf die Gänsesäger von sich aus eingestellt hat, ist eine gerichtliche Entscheidung nicht mehr nötig gewesen.

Wir sind entsetzt, über das Vorgehen der bayerischen Behörden, die eine seltene einheimische Vogelart bejagen lässt, um eine seltene Fischart damit schützen zu wollen. Dass viele bayerische Gewässer viel von ihrer Natürlichkeit durch Staustufen, Begradigungen und andere Eingriffe verloren haben, ist allgemein bekannt. Hier sollte zunächst auf Revitalisierung und Renaturierung gesetzt werden. Wo der Lebensraum eines Gewässers naturnah ist, können sich die Fische auf natürliche Weise den Prädatoren entziehen und sich vermehren“, erklärte Roland Dilchert (Fachbeirat Natur- und Artenschutz der NI).

„Abschüsse von Gänsesägern sind nicht geeignet, die Bestände der Fischart Äsche zu stützen. Eine seltene Tierart mit der Begründung zu töten, eine andere Art schützen zu wollen, entbehrt jeglicher Naturethik. Sollte die Regierung von Oberbayern erneut einen Bescheid zur Tötung von Gänsesägern erlassen, werden wir umgehend Klage einreichen“, erklärte Gabriele Neumann (stellvertretende Landesvorsitzende der NI).

Foto: Gänsesäger, Harry Neumann

+++ Die großen und kleinen Reisen der Vögel +++Eine Gruppe von Vogelfreunden traf sich zu einer Wanderung an der Westerw...
16/10/2026

+++ Die großen und kleinen Reisen der Vögel +++

Eine Gruppe von Vogelfreunden traf sich zu einer Wanderung an der Westerwälder Seenplatte, um etwas über die vielfältigen Strategien der Vögel für den bevorstehenden Winter zu erfahren. Nach einer kurzen Einführung durch Gabriele Neumann vom Vorstand der Naturschutzinitiative e.V. (NI) erläuterte Heide Bollen, Ornithologin der NI, anhand einiger Beispiele, dass prinzipiell alle Vögel ziehen. Bei Nahrungsknappheit oder sehr kalter Witterung weichen auch die sogenannten Standvögel in mildere Regionen aus, wie beispielsweise das Rheintal oder das Lahntal. So sind auch die Amseln, die wir im Winter in unseren Gärten beobachten, nicht dieselben Tiere, die im Sommer dort nach Nahrung suchen.

Nur der Eisvogel bleibt standhaft in seinem angestammten Revier, was bei längeren Frostperioden zu Bestandseinbrüchen von bis zu 90 % führen kann. Auf solche drastischen Verluste reagiert diese Art im darauffolgenden Frühjahr mit sogenannten Schachtelbruten, die den Bestand schnell stabilisieren.

Im Verlauf der Wanderung vorbei am Hofmannsweiher konnten die Teilnehmer zahlreiche Wasservögel beobachten. Mit Hilfe eines Spektivs ließen sich die Entenarten gut unterscheiden. Zahlreiche Stockenten, einige Tafelenten, Schnatterenten und Blässhühner ließen sich sehen, Zwergtaucher zeigten ihre Tauchkünste und Höckerschwäne zogen majestätisch über den See.

Heide Bollen erläuterte die überregionale Bedeutung der Westerwälder Seenplatte für den Vogelzug. An den Seen rasten zahlreiche Zugvögel und stärken sich am Nahrungsangebot für den Weiterflug. Bei speziellen Wetterlagen kann es vorkommen, dass hunderte Kraniche die Weiher als sicheren Übernachtungsplatz und Nahrungsquelle nutzen.

Die alten Bäume in der Umgebung der Weiher bieten vielen Vogelarten Lebensraum. So konnte Heide Bollen den Teilnehmern mehrere Spechthöhlen zeigen. Diese Baumhöhlen haben eine große Bedeutung für zahlreiche Nachnutzer wie Fledermäuse, Bilche und Käuze.

Auf der Wanderung wurden die Teilnehmer von den Warnrufen mehrerer Eichelhäher begleitet. Diese Vögel warnen mit ihrer lauten Stimme auch andere Vogelarten vor unliebsamen Besuchern im Wald. Die Winterstrategie der Eichelhäher besteht aus dem Anlegen von Futterdepots. Sie vergraben Eicheln und finden in der nahrungsarmen Zeit einen Großteil ihrer Depots wieder.

Die Strategie der Eichelhäher wird von Förstern bei der ökologischen Wiederbewaldung genutzt. In Bereichen mit abgestorbenen Fichten, die von Waldarbeitern nicht betreten werden können, werden Futterkästen mit regionalen Eicheln angebracht und die Eichelhäher vergraben diese als Wintervorrat auf der Fläche. Aus den Eicheln, die der Vogel nicht wiederfindet, können neue Bäume entstehen, die sogenannte „Hähersaat“.

Heide Bollen, frisch zurückgekehrt von der See- und Fischadlertagung in Recklinghausen, informierte ebenfalls über aktuelle Forschungsergebnisse zum Vogelzug. Mit Hilfe von extrem leichten Sendern, die an Vö**ln befestigt und über Solarenergie versorgt werden, können die Zugrouten der Tiere sehr gut verfolgt werden. Auf den Flugrouten der Langstreckenzieher, zum Teil bis in den Süden Afrikas, lauern vielfältigen Gefahren. Dazu gehören die illegale Jagd sowie Lebensraumverlust durch Trockenlegung von Wattflächen und Bebauung.

Zu guter Letzt hatte Heide Bollen noch einige überraschende Rekorde des Vogelzuges mitgebracht. Zurück am Parkplatz hatten die Teilnehmer viele interessante Details erfahren und spannende Eindrücke rund um den Vogelzug gesammelt.

RLP / Eine Gruppe von Vogelfreunden traf sich zu einer Wanderung an der Westerwälder Seenplatte, um etwas über die vielfältigen Strategien der Vögel für den bevorstehenden Winter zu erfahren.

+++ Biberexkursion – Auf den Spuren eines genialen Landschaftsgestalters +++Die Naturschutzinitiative e.V. (NI), Regiona...
09/10/2026

+++ Biberexkursion – Auf den Spuren eines genialen Landschaftsgestalters +++

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI), Regionalgruppe Nordschwarzwald, lädt zu einer Biberexkursion ins Obermusbacher Biberland bei Freudenstadt ein. Die Führung vermittelt spannende Einblicke in die natürliche Dynamik eines vom Biber geprägten Lebensraums im Jahresverlauf.

Kinder und Erwachsene erfahren bei diesem Termin viel Wissenswertes über die Lebensweise des Europäischen Bibers, sehen Spuren seiner Tätigkeit und lernen den Biber als Baumeister und aktiven Landschaftsgestalter kennen. Je nach Jahreszeit und Wasserstand lassen sich verschiedene Tier- und Pflanzenarten beobachten, die vom Biber profitieren.

Termin: Freitag, 20.11.2026, 14.30 Uhr – ca. 16.30 Uhr

Leitung: Alexandra Aelzenberger, Sprecherin der NI-Regionalgruppe Nordschwarzwald

Referent: Peter Daiker, Wildtierbeauftragter des Landkreises Freudenstadt

Ort: 72250 Freudenstadt-Obermusbach (Nordschwarzwald)

Treffpunkt: Der genaue Startpunkt der Exkursion wird den angemeldeten Teilnehmern rechtzeitig vor dem Termin mitgeteilt.

Bitte mitbringen: Für die Exkursion ist festes Schuhwerk erforderlich. Bitte bringen Sie auf Wunsch Ihre eigenen Ferngläser/Fotoapparate mit.

Wichtige Hinweise: Bei schlechtem Wetter, wie Dauerregen oder starkem Wind, fällt die Exkursion aus. Die Teilnehmer werden dann benachrichtigt.

Hinweis zur Route: Sollte es am geplanten Revier zu unerwartet geringer Biberaktivität kommen, wird die Gruppe rechtzeitig über eine alternative Strecke in der Nähe informiert.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Über eine Spende freut sich die Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Bitte verwenden Sie dazu das Anmeldeformular auf unserer Homepage >>>

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI), Regionalgruppe Nordschwarzwald, lädt zu einer Biberexkursion ins Obermusbacher Biberland bei Freudenstadt ein.

+++ Wolfabschuss GW2478mOberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz lehnt Zwischenverfügung abNaturschutzinitiative e.V. (NI)...
06/10/2026

+++ Wolfabschuss GW2478m

Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz lehnt Zwischenverfügung ab
Naturschutzinitiative e.V. (NI) fordert Änderung der Wolfspolitik +++

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat den Antrag der Naturschutzinitiative e.V. (NI) auf Erlass einer Zwischenverfügung (aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen den Abschuss des Wolfs GW2478m) abgelehnt. Die Entscheidung sei laut Beschluss des Gerichtes nach Abwägung der Interessen von Artenschutz und Nutztierhaltern erfolgt.

Das Gericht weist darauf hin, dass es zur Gewährung des effektiven Rechtsschutzes beabsichtige, möglichst zeitnah über die eigentliche Beschwerde zu entscheiden.

„Das OVG liegt falsch, wenn es meint, dass die Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs etwas an der Frage der Rechtmäßigkeit einer Behördenentscheidung in solchen Einzelfällen ändern würde. Die Abschussgenehmigung halten wir nach wie vor für EU-rechtswidrig. Da das Gericht selbst von einem offenen Verfahren spricht, werden wir das Hauptsacheverfahren fortführen. Im Übrigen sind wir der Auffassung, dass es überhaupt keinen vernünftigen Grund gibt, Wölfe zu töten.

Wir werden daher unsere verbandspolitische Arbeit verstärken, um eine Änderung der Wolfspolitik zu erreichen. Die Jäger fordern wir auf, sich dem Abschuss des Wolfes GW2478m und anderer Abschussgenehmigungen zu verweigern“, betonte Gabriele Neumann, bundesweite Projektleiterin „Wolf“ der Naturschutzinitiative e.V. (NI).

RLP / NI fordert Änderung der Wolfspolitik: „Das OVG liegt falsch, wenn es meint, dass die Herabstufung des Schutzstatus des Wolfs etwas an der Frage der Rechtmäßigkeit einer Behördenentscheidung in solchen Einzelfällen ändern würde. Die Abschussgenehmigung halten wir nach wie vor für EU-r...

+++ Verwaltungsgericht Koblenz erlaubt Wolfstötung – NI legt Beschwerde ein +++Der Landkreis Westerwald hat am 13. Septe...
02/10/2026

+++ Verwaltungsgericht Koblenz erlaubt Wolfstötung – NI legt Beschwerde ein +++

Der Landkreis Westerwald hat am 13. September 2026 eine Genehmigung erteilt, den Wolf GW2478m zu schießen. Der Wolf habe in den letzten fünf Monaten mindestens sechsmal Schafe gerissen, welche eingezäunt waren. Die Naturschutzinitiative hat gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt und am 18. September 2026 beim Verwaltungsgericht Koblenz einen Eilantrag gestellt, um zu verhindern, dass auf den Wolf noch vor der Entscheidung der Behörde (Landratsamt Westerwald) über den eingelegten und mit Begründung versehenen Widerspruch geschossen wird.

Die Naturschutzinitiative kritisiert, dass die Schäfer, welche ihre Schafe im Westerwald haben weiden lassen, laut der Behörde Zäune bzw. Flexinetze mit einer Höhe von nur 0,90 m bis 1,10 m eingesetzt haben. Notwendig sei eine Zaunhöhe von mindestens 1,20 m. Darüber hinaus müssen Weidetierhalter nach jedem erfolgten Tierriss ihre Zäune bzw. Netze überprüfen und bei Bedarf auf bis zu 1,45 m Höhe aufstocken (Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg vom 21. Januar 2026 – Az. 2 M 138/25). Hiernach ergibt sich die Verpflichtung zum Nachrüsten parallel sowohl aus dem besonderen Artenschutzrecht (FFH-Richtlinie) als auch aus dem Tierschutzrecht.

Das Verwaltungsgericht Koblenz (Beschluss vom 1. Oktober 2026, Az. 1 L 1120/26) sieht dies anders. Dem Gericht dränge sich nicht auf, dass Weidetiere durch Zäune von 1,20 m Höhe wolfsicher geschützt werden könnten. Denn zwar habe das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Jahre 2019 eine Zaunhöhe von 1,20 m als erforderlich genannt. Doch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) schlage Zäune mit einer Höhe von 0,90 m vor. Und das Landesumweltministerium sehe eine Höhe von 1,05 m vor. Zudem könne das Gericht nicht entscheiden, ob der Kostenaufwand für Zäune von 1,20 m Höhe zumutbar oder unzumutbar sei. Schließlich sei der Schutzstatus des Wolfs von „streng geschützt“ auf „besonders geschützt“ herabgesetzt worden und die Tierart Wolf befinde sich in einem günstigen Erhaltungszustand. Weiterhin habe die Anzahl der Weidetierübergriffe durch den besagten Wolf GW2478m in letzter Zeit deutlich zugenommen. Deshalb gelange das Gericht im Rahmen der Abwägung zu dem Ergebnis, dass im Eilverfahren der Behördenseite beigepflichtet werden könne.

Die Naturschutzinitiative hat nun am 2. Oktober Beschwerde eingelegt. Über die Beschwerde wird demnächst das OVG Koblenz entscheiden. Insbesondere an der Erfordernis der Zaunhöhe von 1,20 m sei festzuhalten. Dies ist artenschutzrechtlicher Standard. Das OVG Magdeburg hatte im Januar sogar das Nachrüsten auf bis zu 1,45 m Zaunhöhe verlangt. Zum anderen greift die Argumentation des VG Koblenz nicht durch, dass die Änderung des Schutzstatus des Wolfs eine Auswirkung habe. Denn im Streitfall geht es nicht um die reguläre Jagd während einer Jagdzeit (vgl. Art. 14 FFH-RL), sondern um die Entnahmemöglichkeiten im Einzelfall, unabhängig von der Jagd (vgl. Art. 16 FFH-RL). Deshalb muss die Frage nach dem Herdenschutz klar beantwortet werden und darf nicht unter dem Vorwand der Abwägung dahingestellt bleiben. Ohnehin spielt die Kostenfrage keine Rolle. Denn Tierhalter sind schon tierschutzrechtlich dazu verpflichtet, sich um ihre Tiere zu kümmern und diese vor Beutegreifern zu schützen (§ 3 TierSchNutztV).

„Wir sehen es als zwingend notwendig an, dass Weidetiere geschützt werden. Es gibt keine Gründe dafür, auf Schutzmaßnahmen zu verzichten und es ist wissenschaftlich belegt, dass Herdenschutz wirkt, sofern er denn angewendet wird“, so der Natur- und Umweltschutzverband. „Im Übrigen gibt es keinen vernünftigen Grund, Wölfe zu bejagen“, so die Wolfskennerin Gabriele Neumann von der Naturschutzinitiative (NI).

Mit der Genehmigung zum Abschuss des Rüden GW2478m des Greifensteiner Rudels durch den Westerwaldkreis und die Genehmigung zum Abschuss von zwei Welpen desselben Rudels durch die Behörden auf hessischer Seite stehe zu befürchten, dass das gesamte Rudel erlöschen wird.

RLP / Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hat am 2. Oktober Beschwerde eingelegt. Über die Beschwerde wird demnächst das OVG Koblenz entscheiden. Insbesondere an der Erfordernis der Zaunhöhe von 1,20 Metern sei festzuhalten. Dies ist artenschutzrechtlicher Standard.

+++ Naturschutzinitiative e.V. (NI) stoppt Wolfabschuss im Oberallgäu +++Das Verwaltungsgericht Augsburg hat auf Antrag ...
29/09/2026

+++ Naturschutzinitiative e.V. (NI) stoppt Wolfabschuss im Oberallgäu +++
Das Verwaltungsgericht Augsburg hat auf Antrag der Naturschutzinitiative e.V. (NI) den Abschuss von Wölfen im Oberallgäu gestoppt.

„Wir halten den Abschuss und die erlassene Allgemeinverfügung weder mit nationalem noch mit europäischem Recht für vereinbar. Daher nehmen wir den Beschluss des VG Augsburg vom 28.09.2026 mit großer Genugtuung zur Kenntnis“, erklärte Gabriele Neumann, bundesweite Projektleiterin „Wolf“ der NI.

Das Gericht sieht erhebliche Bedenken in der Allgemeinverfügung des Landkreises Oberallgäu, wonach wolfsfreie Zonen, sogenannte „Weidegebiete“, ausgewiesen werden sollen. Innerhalb dieser Gebiete soll die Bejagung des Wolfes zulässig sein.

„Die Klage der Antragstellerin wird bei der im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes gebotenen, aber auch ausreichenden summarischen Prüfung voraussichtlich Erfolg haben, weil die Allgemeinverfügung sich voraussichtlich als materiell rechtswidrig erweist.“

Das Landratsamt habe „nicht ausreichend schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass die Zulassung der Bejagung des Wolfs zur Abwendung ernster landwirtschaftlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Schäden erforderlich ist“, heißt es im Beschluss des Gerichtes.

„Insbesondere fehlen belastbare Feststellungen zu wiederholten Annäherungen von Wölfen an Weidetiere, zu Rissereignissen trotz geeigneter und zumutbarer Schutzmaßnahmen oder zu einem verfestigten, auf Nutztiere gerichteten Jagdverhalten der betroffenen Wölfe“, hieß es weiter.

Auch eine Interessenabwägung im Übrigen spreche gegen ein überwiegendes Vollzugsinteresse. Die Klage werde sich „nach vorläufiger Prüfung als (zulässig und) begründet“ erweisen, so das Gericht.

Zudem erweise sich die Allgemeinverfügung voraussichtlich als rechtswidrig, weil die Ermessensausübung nicht den gesetzlichen Vorgaben entspreche und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt sei.

„Auch verweist das VG, wie von der Naturschutzinitiative e.V. (NI) schon öfters gefordert, auf den Einsatz milderer Mittel als die Tötung einer geschützten Art, wie etwa einen elektrifizierten Nachtpferch, den Einsatz von visuellen oder akustischen Abschreckgeräten, den Einsatz von Hirten, Herdenschutz- oder Hütehunden oder die Vergrämung. All dies ist von der Behörde nicht geprüft worden“, erklärte Gabriele Neumann

„Der Antragsgegner hat das ihm zustehende Ermessen nicht fehlerfrei ausgeübt. Er hat den Sachverhalt nicht zutreffend ermittelt und die abwägungsrelevanten Umstände im Einzelfall richtig gewichtet, sondern aufgrund der nicht zumutbaren Zäunung angenommen, es gäbe keine weiteren Alternativen zur Bejagung“, stellt das VG fest.

Auch nach der Absenkung des Schutzstatus bleibe der Wolf eine Art von gemeinschaftlichem Interesse, sodass die Prävention vor der Intervention angezeigt sei und Herdenschutzmaßnahmen weiterhin erforderlich seien, was sich auch aus der Gesetzesbegründung ergebe.

In der alpinen Region Deutschlands soll es ermöglicht werden, Wölfe auch dann zu töten, wenn diese noch gar kein Schaf, Rind oder anderes Weidetier gerissen haben. Dadurch weicht diese neue Behördenpraxis rechtswidrig von der früheren ab, nach welcher ein bestimmter Wolf vor dem Erlass einer Ausnahmegenehmigung mehrere Risse verursacht haben muss, damit die nach dem Bundesnaturschutzgesetz geforderte konkrete Gefahr überhaupt bejaht werden konnte, welche zum Zeitpunkt der Behördenentscheidung bestehen muss.

„Wir bestehen darauf, dass in jedem Fall weiterhin die Weidetiere geschützt werden müssen. Es gibt keine Gründe dafür, auf Schutzmaßnahmen zu verzichten und es ist wissenschaftlich belegt, dass Herdenschutz wirkt, sofern er denn angewendet wird“, so der Natur- und Umweltschutzverband.

„Im Übrigen gibt es keinen vernünftigen Grund, Wölfe zu bejagen“, so die Wolfskennerin Gabriele Neumann. Gerade in Süddeutschland sei es wichtig, den Wolf zu schützen, statt zu schießen, weil es in dieser Region so gut wie keine Wölfe gebe. „Der Artenschutz muss erst recht dort hochgehalten werden, wo es kaum Individuen der Art gibt. Die vom Bundestag beschlossenen Gesetze, die auf eine erneute Ausrottung des Wolfes hinauslaufen, müssen wieder weg. Dafür werden wir uns verstärkt einsetzen“, so die Naturschutzinitiative e.V. (NI).

BY / Das Verwaltungsgericht Augsburg hat auf Antrag der Naturschutzinitiative e.V. (NI) den Abschuss von Wölfen im Oberallgäu gestoppt. Das Gericht sieht erhebliche Bedenken in der Allgemeinverfügung des Landkreises Oberallgäu, wonach wolfsfreie Zonen, sogenannte „Weidegebiete“, ausgewiesen ...

+++ Abschuss von Wolfswelpen in Hessen: Ein Schlag ins Gesicht des Artenschutzes! - Beschluss des VGH Kassel zum Abschus...
29/09/2026

+++ Abschuss von Wolfswelpen in Hessen: Ein Schlag ins Gesicht des Artenschutzes! - Beschluss des VGH Kassel zum Abschuss von vier Jungwölfen ist ethisch und wildbiologisch nicht vertretbar +++

Der VGH Kassel hat mit Beschluss vom 28.09.2026 bestätigt, dass der Erhaltungszustand der Tierart „Wolf“ in Deutschland als Jagdvoraussetzung „günstig“ sei. Auch andere Beurteilungen könnten richtig sein, so der VGH. Dies könne aber im Eilverfahren nur eingeschränkt gerichtlich überprüft werden.

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) sieht dies anders: „Es kommt nach der FFH-Richtlinie auf den Erhaltungszustand des Wolfs in Deutschland und in der europäischen Union an. Der Blick auf die örtliche Population kann lediglich bei den Einzelfallentscheidungen eine Rolle spielen, um welche es im vorliegenden Fall aber nicht geht.

Das Abschießen von Jungwölfen ist ethisch und wildbiologisch nicht zu verantworten. Wolfswelpen reißen keine Weidetiere. Der Beschluss ist ein Schlag ins Gesicht des Artenschutzes“, erklärte Gabriele Neumann, bundesweite Projektleiterin Wolf der NI.

Die genetische Variabilität sei in kleinen Wolfsvorkommen wie in Hessen noch viel zu gering. Daher dürfe dort nach Auffassung der NI auch nicht gejagt werden. Im Übrigen gebe es keinen vernünftigen Grund, Wölfe zu bejagen, so die NI.

„Soll die Tierart ‚Wolf‘ dauerhaft überlebensfähig sein und bleiben, bedarf es des Zuzugs weiterer Wölfe aus dem Norden und Süden sowie des Wegzugs von Jungwölfen in benachbarte Regionen. Wenn aber die Jungwölfe geschossen werden, werde die hessische Population langfristig immer älter und bricht eines Tages ein“, so Gabriele Neumann.

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) werde den Eilbeschluss zum Anlass nehmen, die Entstehungsgeschichte des FFH-Berichts 2025 aufzubereiten. Denn der Erhaltungszustand des Wolfes in Deutschland ist noch nicht günstig. Es leben ca. 260 Wolfspaare in Deutschland. Von diesen leben in Hessen nur drei. Dies sei für eine gesunde Population viel zu wenig, so die NI.

https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/abschuss-von-wolfswelpen-in-hessen-ein-schlag-ins-gesicht-des-artenschutzes/

Foto: Ingo Kühl

Hessen / Der VGH Kassel hat mit Beschluss vom 28.09.2026 bestätigt, dass der Erhaltungszustand der Tierart „Wolf“ in Deutschland als Jagdvoraussetzung „günstig“ sei. Auch andere Beurteilungen könnten richtig sein, so der VGH. Dies könne aber im Eilverfahren nur eingeschränkt gerichtlich...

+++ Naturschutzinitiative e.V. (NI) klagt gegen Wolfabschuss im Oberallgäu +++Die Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu, Bad ...
23/09/2026

+++ Naturschutzinitiative e.V. (NI) klagt gegen Wolfabschuss im Oberallgäu +++

Die Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu, Bad Tölz-Wolfratshausen und der Landkreis Berchtesgaden haben jeweils eine Allgemeinverfügung erlassen, mit welcher in dem jeweiligen Landkreis eine wolfsfreie Zone zum Schutz der Weidetierhalter eingerichtet werden soll (Gebietsfestsetzung).

In der alpinen Region Deutschlands soll es ermöglicht werden, Wölfe auch dann zu schießen, wenn diese noch gar kein Schaf oder Rind usw. gerissen haben. Dadurch weicht diese neue Behördenpraxis rechtswidrig von der früheren ab, nach welcher ein bestimmter Wolf vor dem Erlass einer Ausnahmegenehmigung mehrere Risse vorgenommen haben muss, damit die nach dem Bundesnaturschutzgesetz geforderte konkrete Gefahr überhaupt bejaht werden konnte, welche zum Zeitpunkt der Behördenentscheidung bestehen muss.

„Das Vorgehen der bayerischen Behörden ist völlig unverhältnismäßig und vor allem auch wildbiologisch falsch. Daher haben wir Klage gegen die Allgemeinverfügung des Landkreises Oberallgäu eingereicht. Wir erachten die Vorgehensweise der Landkreise nicht mit dem europäischen Recht für vereinbar. Das Verwaltungsgericht Augsburg wird nun prüfen, ob die Rechtsgrundlage, auf welche sich der Landkreis beruft (§ 22d Absatz 2 BJagdG), unionsrechtskonform ist und ob die Voraussetzungen für eine Abschussgenehmigung erfüllt sind“, erklärte Gabriele Neumann, bundesweite Projektleiterin „Wolf“ der Naturschutzinitiative e.V. (NI).

„Wir bestehen darauf, dass in jedem Fall weiterhin die Weiden durch wolfabweisende Schutzzäune bzw. Flexinetze eingezäunt werden, und zwar auch in der Alpenregion Deutschlands. Denn das Bundesamt für Naturschutz hat schon vor Jahren festgehalten, dass es auch an Steilhängen möglich ist, Zäune bzw. Netze aufzustellen (BfN-Schrift Nr. 692 aus dem Jahre 2024). Zudem ist es möglich, die Schafe oder Rinder mit Hütehunden oder mit Herdenschutzhunden zu schützen. Es gibt keine Gründe dafür, auf diese Schutzmaßnahmen zu verzichten und es ist wissenschaftlich belegt, dass Herdenschutz wirkt“, so der Natur- und Umweltschutzverband.

Abgesehen hiervon sind die Weidetierhalter auch tierschutzrechtlich dazu verpflichtet, ihre Tiere vor Naturgefahren wie einen Tierriss zu schützen. Die Schäfer und Rinderhalter müssen die ihnen obliegende Verantwortung auch tragen, was ihnen auch zumutbar ist.

Ohnehin erfreuen sich Einheimische und Touristen auch daran, Wildtiere wie den Wolf in freier Natur zu sehen, sofern sie diesen überhaupt zu sehen bekommen.

„Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) hält es schließlich auch deswegen für wichtig, den Wolf in Süddeutschland zu schützen statt zu schießen, weil es in Süddeutschland so gut wie keine Wölfe gibt. Der Artenschutz muss erst recht dort hochgehalten werden, wo es kaum Individuen der Art gibt“, so die NI.

BY / Die Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu, Bad Tölz-Wolfratshausen und der Landkreis Berchtesgaden haben jeweils eine Allgemeinverfügung erlassen, mit welcher in dem jeweiligen Landkreis eine wolfsfreie Zone zum Schutz der Weidetierhalter eingerichtet werden soll.

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Quirnbach
56242

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