03/09/2026
+++ NI fordert: Keine anlasslose Tötung von Wölfen in Schleswig-Holstein - Politik soll bei den Tatsachen bleiben! +++
Nach aktuellen Presseberichten sieht ein Antrag der schwarz-grünen Landesregierung eine Anpassung des Landesjagdgesetzes vor, bei der eine anlasslose Tötung von Wölfen ermöglicht werden soll.
Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) verurteilt eine solche Vorgehensweise auf das Schärfste und zieht eine rechtliche Überprüfung in Erwägung, erklärte Roland Dilchert, Landessprecher der NI in Schleswig-Holstein.
Nach Angaben des Landesportales Schleswig-Holstein (Aktualisierung am 12.06.2026) gibt es nur zwei territoriale Wolfspaare. Ein drittes Paar, welches im Grenzbereich lebt, wird Mecklenburg-Vorpommern zugeordnet.
Im Januar 2026 teilte das Landesamt für Umwelt auf Anfrage des NDR mit: „Zwischen 2019 und 2024 sei ein Anstieg zu beobachten, jetzt seien es aber wieder weniger Tiere, bedingt durch Abwanderung und vor allem durch Verkehrsunfälle. Insgesamt schätzt das Landesamt aktuell, dass rund ein Dutzend Wölfe in Schleswig-Holstein leben.“
„Wir sind entsetzt, wie hier die schwarz-grüne Landesregierung bei einer kleinen Population von ca.12 Tieren einer besonders geschützten einheimischen Tierart, die wichtige Funktionen in der Biodiversität wahrnimmt, eine anlasslose Tötung und Reduzierung des Bestandes plant. Hier geht es offensichtlich um die erneute Ausrottung des Wolfes“, erklärte Roland Dilchert.
Die SHZ berichtete am 31.08.2026, dass nach Auskunft des Umweltministeriums in den letzten 20 Jahren acht belegte Wolfsrisse an Schafen auf Deichen nachgewiesen wurden. Bei einer Schafpopulation von 133.000 Tieren sind das ca. 0,006 Prozent. „Die geplanten Maßnahmen halten wir daher nicht nur für EU-rechtswidrig, sondern für völlig verhältnislos. Denn der Wolf befindet sich nach wie vor in einem schlechten Erhaltungszustand und es gibt ohnehin keinen vernünftigen Grund, Wölfe abzuschießen“, betonte Gabriele Neumann, bundesweite Projektleiterin Großkarnivoren der Naturschutzinitiative e.V. (NI).
„Dass der Grüne-Koalitionspartner und der Umweltminister diese Hetze gegen ein einheimisches Wildtier mittragen, zeigt einmal mehr, dass sich die Grünen offensichtlich schon länger vom Naturschutz verabschiedet haben“, so Roland Dilchert.
„Es ist für den normal denkenden Menschen sicher nicht vermittelbar, dass in Schleswig-Holstein der Wolf als einheimische Tierart, mit einem Bestand von ca. 12 Tieren, einer solchen Verfolgung und Tötungen ausgesetzt werden soll. Die Landesregierung sehen wir stattdessen in der Verpflichtung, den Herdenschutz auszubauen. Dieser ist überall möglich und wirkt, wenn er denn angewendet wird“, erklärten Gabriele Neumann und Roland Dilchert.
Hintergrundinformation
Mit einem Schreiben vom 14.10.2025 hat sich die EU offiziell an das zuständige Bundesumweltministerium gewandt. Das Schreiben liegt der NI vor.
Darin hatte die Bundesrepublik Deutschland ihre Wolfsdaten der EU übermittelt. Die EU bewertete diese und teilte dazu mit, dass sich der Wolfsbestand im Nordosten der Bundesrepublik gut, im Süden und Südosten aber unzureichend entwickelt habe.
Damit kann die Gesamtbewertung des Wolfsbestandes in Deutschland nicht als günstig eingestuft werden, sondern ist als ungünstig zu bewerten. Die Bundesregierung hat sich über diese fachliche Vorgabe hinweggesetzt und den Wolfsbestand trotzdem wahrheitswidrig als günstig eingestuft. Damit wurden die Bundesländer ermächtigt, eigene Handlungsanweisungen zu erlassen bis zum Abschuss von Wolfswelpen.
https://naturschutz-initiative.de/aktuell/pressemitteilungen/naturschutzinitiative-e-v-ni-fordert-keine-anlasslose-toetung-von-woelfen-in-schleswig-holstein/
Foto: Ingo Kühl