18/10/2026
Fachlichkeit statt Sparlogik! ✊
Am 8. Oktober 2026 wurde der Entwurf des Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetzes (1. KJHSRG) erstmals im Bundestag beraten. Bundesministerin Karin Prien betonte: „Wir setzen auf eine starke kommunale Infrastruktur – präventiv und niedrigschwellig.“ Das klingt richtig. Doch wie soll das gelingen, wenn Kommunen unter massivem Haushaltsdruck stehen und ausreichende Mittel für den Ausbau präventiver Angebote fehlen?
Prävention ohne Finanzierung bleibt ein leeres Versprechen und sorgt für hohe Folgekosten.
Das Gesetz setzt auf die Entlastung von Kommunen, wie also soll präventive Infrastruktur gestärkt werden?
Besonders kritisch sehen wir die angekündigte Überprüfung der Anforderungen an Fachkräfte. Sozialpädagogische Fachlichkeit ist keine Sparreserve. Beziehungsarbeit, Vertrauen und professionelle Begleitung sind zentrale Voraussetzungen für wirksame Hilfen.
Wer hier kürzt, gefährdet die Qualität der Unterstützung, erhöht die Belastung der Fachkräfte und riskiert, dass dringend benötigte Fachkräfte das Arbeitsfeld verlassen.
Wir brauchen keine Reform auf Kosten der Fachlichkeit, sondern eine auskömmliche Finanzierung, verlässliche Rahmenbedingungen und eine Kinder- und Jugendhilfe, die Fachkräfte , junge Menschen und ihre Familien in den Mittelpunkt stellt.