02/12/2024
Der heutige Internationale Tag für die Abschaffung der Sklaverei mag Fragen aufwerfen. Gibt es das heute noch, Sklaverei? Leider ja. Denn weder der Untergang des Römischen Reiches noch das Ende des Versklavungshandels zwischen Afrika und den Amerikas führten zum Ende jeglicher Versklavung. Diese hatte und hat vor allem ökonomische Motive. Wer Menschen ohne Lohn für sich arbeiten lässt, macht besonderen Profit. Auf diesem Prinzip basieren Geschäftsmodelle im Lauf der Geschichte, auf allen Kontinenten. Schätzungsweise 50 Millionen Menschen leben in moderner Sklaverei, davon 28 Millionen in Zwangsarbeit und 22 Millionen in Zwangsheirat. Fast jeder achte Zwangsarbeiter ist ein Kind. Mehr als die Hälfte dieser Kinder werden kommerziell sexuell ausgebeutet. Die meisten Fälle von Zwangsarbeit (86 Prozent) sind im privaten Sektor zu finden. Vier von fünf Menschen, die kommerziell sexuell ausgebeutet werden, sind Frauen oder Mädchen. Moderne Sklaverei ist nicht gesetzlich definiert, wird aber als Oberbegriff für Praktiken wie Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Zwangsheirat und Menschenhandel verwendet. Er bezeichnet Situationen der Ausbeutung, die eine Person aufgrund von Drohungen, Gewalt, Nötigung, Täuschung und/oder Machtmissbrauch nicht ablehnen oder verlassen kann. Moderne Sklaverei kommt in fast jedem Land der Welt vor und geht über ethnische, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Zwangsarbeit und ein Viertel aller Zwangsheiraten sind in Ländern mit mittlerem oder hohem Einkommen zu finden.
Am 2. Dezember 1949 verabschiedete die Generalversammlung das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung der Prostitution anderer. Seitdem liegt der Schwerpunkt dieses Tages auf der Beseitigung zeitgenössischer Formen der Sklaverei, wie Menschenhandel, sexueller Ausbeutung, den schlimmsten Formen der Kinderarbeit, Zwangsheirat und der Zwangsrekrutierung von Kindern für den Einsatz in bewaffneten Konflikten.
Faktenquelle: https://www.un.org/en/observances/slavery-abolition-day