03/12/2025
Die Geschichte vom einsamen Wichtel und der stillen Heldin
Vor dem FidL- Kinderhaus "Pittiplatsch" war es Tradition. Jedes Jahr zur Adventszeit saßen sie dort: zwei fröhliche, rot und grün bemützte Wichtel auf den Pflanzkübeln vor dem Haus, sorgsam platziert von den Erzieherinnen. Sie waren die stillen Wächter der Vorweihnachtszeit, ein vertrauter Anblick für alle Kinder und Eltern.
Doch eines frostigen Montags war etwas anders. Als die ersten Kinder mit roten Nasen und dicken Schals ankamen, saß da nur noch einer. Der rechte Pflanzkübel war leer. Der zurückgelassene grün bemützte Wichtel, den alle nur "Platsch" nannten, schien noch ein wenig trauriger auszusehen als sonst, allein im Morgengrauen.
Die Nachricht verbreitete sich schnell. Die Erzieherinnen, die das Herz der Kinder schützen wollten, waren bestürzt. Nicht über den materiellen Wert, sondern über die gestohlene Freude. Sie handelten schnell. Sie legten einen Brief an die leere Stelle, direkt neben den einsamen Platsch.
In dem Brief stand:
Bitte melde Dich
Der Grüne Wichtel Platsch sucht seinen roten Wichtelbruder Pitti. Wer hat ihn gesehen?
Der Brief lag dort, wurde feucht vom Reif und wieder trocken von der Sonne, aber der Wichtel kam nicht zurück.
Einige Tage vergingen. Die Kinder fragten immer wieder nach dem verschwundenen Wichtel. Platsch saß tapfer allein da, aber die Magie war ein wenig verflogen.
Doch dann geschah etwas Wunderbares. Eine Frau, die den einsamen Platsch sowie den Brief gesehen hatte, konnte das Bild nicht vergessen. Es brach ihr das Herz, dass die Unschuld der Kinder gestört wurde. Ohne jemandem etwas zu sagen, ging sie in ein Kaufhaus. Sie suchte sorgfältig aus und kaufte einen neuen, prächtigen Wichtel, der dem alten sehr ähnlich sah nur, dass dieser eine graue Mütze trug.
Am nächsten Morgen, noch bevor die Kinder kamen, stellte sie den neuen Wichtel still und heimlich auf den Pflanzkübel.
Als die Erzieherinnen zur Kita kamen, trauten sie ihren Augen kaum. Da saßen sie wieder: Platsch und sein neuer Gefährte, Seite an Seite, als wäre nie etwas gewesen. Der Brief war weg, das Herz der Kita wieder ganz.
Niemand wusste genau, wer die Heldin war, die das Weihnachtswunder vollbracht hatte, aber das spielte auch keine Rolle. Die Wichtelgeschichte lehrte die Kinder die vielleicht wichtigste Lektion der Weihnachtszeit: Selbst, wenn etwas Schlimmes passiert, gibt es immer Menschen mit großen Herzen, die die Welt ein kleines bisschen besser machen.
Platsch war nicht mehr allein, und die Magie der Vorweihnachtszeit in der FidL- Kita "Pittiplatsch" war gerettet.