„Geschichte hilft, sich selbst zu verstehen und auch die anderen.“
Werner Schäfke
( Historiker, Leiter des Kölnischen Stadtmuseums)
Unser Konzept
Die Vermittlung verläuft bei uns auf drei Ebenen, die sich vor allem an Altersstufen, bzw. Die erste Stufe ist die der reinen sinnlichen Erfahrung. Hier sollen vor allem junge Kinder sinnlich Sachkultur erfahren können.Sehen, Riechen, Schmecken, Fühl
en sind dabei Kernkategorien. Dabei geht es um das ganz konkrete Erfahren der anderen Lebenswelt und dem Schaffen eines Bewusstseins dafür, dass es sowohl andere Probleme, als auch Lösungswege in der Geschichte gibt. Auf der zweiten Ebene wird diese sinnliche Erfahrung zum Mittel, zum Einstieg in die historische Lebenswelt. Die Sachkultur wird dabei zur materiellen Kultur und damit kontextualisiert. Anhand rekonstruierter Gegenstände, Schrift- und Bildquellen soll ein Zugang zur historischen Lebenswelt geschaffen und diese analysiert und reflektiert erfasst werden können. Auf der letzten Ebene wird diese wiederum zum Mittel und dient dann Zweck, über die Rekonstruktion und Analyse historischer Lebenswelten und Gesellschaften Kompetenzen zu erwerben und zu reflektieren, um damit auch die eigene Lebenswelt und Gesellschaft hinterfragen und dekonstruieren zu können. Die Wahrnehmung und Rezeption durch den modernen Beobachter, die ebenso wichtig ist, wie die möglichst quellenorientierte Rekonstruktion, ist dabei unabdingbarer Ausgangspunkt unserer Bemühungen. Selbst mit den besten Voraussetzungen an Rekonstruktion läuft man ins Leere, wenn diese Ebene übersehen wird. Es gilt moderne Sehgewohnheiten zu hinterfragen und sich dieser zu allererst auch bewusst zu werden. Die Wahrnehmungsmuster und -codes der Zeitgenossen müssen ebenso erforscht und vermittelt werden, wie der Gegenstand an sich. Es handelt sich also um eine unerlässliche Reflektionsebene der eigenen Wahrnehmung (vor allem auch im Vergleich zur historischen Wahrnehmung). Unser Bildungsanspruch
Dieser besagt, dass wir Bildung als Kern unserer Arbeit ernst nehmen. Gerade im Bereich der Beschäftigung mit Geschichte ist dieser, so man ihn überhaupt dann noch so betiteln kann, auf Namen und vermeintliche "Fakten" reduziert, deren Auswahl sich nicht zuletzt auf modern interpretierte Wirkmächtigkeit oder politische Vermarktung zurückführen lässt. Wir sehen den Kern und Sinn von Bildung jedoch in der Beförderung kritischen Denkens, eines kritischen Bewusstseins. Natürlich benötigt ein kritisches Bewusstsein auch Daten mit denen es arbeiten kann, auf das es sich anwendet, viel wichtiger ist jedoch logisch die Grundlage mit dem bearbeitet wird. Kritisches Denken als Kern von Bildung auch in Bereichen Angewandter Geschichte wird immer noch zu wenig gefördert, was nicht zuletzt auch an der Schwierigkeit und Komplexität dessen liegt. Unter diesen Voraussetzungen sehen wir die Beschäftigung mit Geschichte oder besser die Vermittlung von Geschichtsbewusstsein als Mittel und nicht als Zweck unseres Vereins. Als Schablone zur Förderung von Geschichtsbewusstsein und Wegen des kritischen Denkens nutzen wir dabei historische Lebenswelten. An diesen können "gefahrlos" für das eigene Selbst Methodik und kritisches Denken erprobt werden, so dass das Individuum nicht sofort mit Prozessen konfrontiert wird, die es selbst beeinflussen, determinieren, die eigene Lebenswelt notwendig in Frage stellen. Erst wenn ein Bewusstsein für diese Prozesse geschaffen ist, die Rekonstruktion historischer Lebenswelten und -wirklichkeiten vorgenommen werden kann, erfolgt der kritische Blick auf die eigene Lebenswelt und deren Dekonstruktion, der kritische Umgang mit ihr. Dies ist das Ziel, der Zweck mit dem wir Bildung verstehen. Wir arbeiten dabei mit verschiedenen Nivau- und Kompetenzstufen, die je an Publikum, bzw. Teilnehmern, bzw. Konzept und Möglichkeiten ausgewählt werden. Dabei versuchen wir auch auf niedrigen Niveaustufen grundsätzlich einen kritischen Umgang und eine Bewusstsein für die Historizität, das Gewordensein allen Daseins zu schaffen, um so einen Mehrwert den wir in kulturgeschichtlicher Bildung sehen auf allen Ebenen zumindest rudimentär schaffen zu können.