30/04/2026
Die Synagoge in Cottbus ist innerhalb weniger Tage mehrfach Ziel antisemitischer und rechtsextremer Schmierereien geworden. Am 24. April 2026 stellte eine Polizeistreife in der Nähe der Synagoge eine gezündete Silvesterfontäne fest und bemerkte im Zuge dessen einen an der Fassade angebrachten antisemitischen Schriftzug. In der Nacht zum 27. April 2026 wurde dann ein großflächiges Hakenkreuz an der Synagoge entdeckt. In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz wegen des Verdachts der Volksverhetzung; ein möglicher Zusammenhang zwischen den Taten wird geprüft.
Polizei und Gemeinde stehen im Austausch über mögliche Anpassungen der Schutzmaßnahmen. Auch die Fachstelle Antisemitismus Brandenburg hat Kontakt zur Jüdischen Gemeinde Cottbus aufgenommen.
Wir sind entsetzt über diese Angriffe. Sie richten sich gezielt gegen jüdisches Leben und stellen in ihrer Häufung eine neue Qualität dar. Jüdische Einrichtungen in Brandenburg sind immer wieder Ziel von Schmierereien und Angriffen – die aktuelle Verdichtung der Vorfälle in Cottbus ist jedoch besonders alarmierend und macht deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. In den vergangenen Wochen ereigneten sich in Cottbus weitere rechtsextreme Vorfälle, die sich gegen zivilgesellschaftlich Engagierte richten.
Die wiederholten Angriffe deuten auf eine gezielte Einschüchterung von Jüdinnen und Juden sowie der gesamten Zivilgesellschaft hin. Auch das Zentrum gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit (ZGA) verzeichnet im Zusammenhang mit den Vorfällen deutlich mehr Anfragen als zuvor. Dies macht die zunehmende Verunsicherung vor Ort sichtbar und zeigt zugleich, wie wichtig tragfähige, communitybasierte Unterstützungs- und Beratungsstrukturen in solchen Situationen sind.
Wir erklären unsere Solidarität mit allen Betroffenen und setzen uns weiterhin gemeinsam mit den Initiativen und Einzelpersonen aus Cottbus für ein demokratisches Miteinander in der Region ein.
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Weitere Informationen zu den Fallzahlen der Vorjahre und die Möglichkeit zur Meldung von Vorfällen finden Sie hier: www.kiga-brandenburg.org
Fachstelle Antisemitismus Brandenburg
Diana Sandler (ZGA)