23/03/2026
Sollte eigentlich selbstverständlich sein. Nicht nachvollziehbar, warum die Leute sich so einknasten. Lasst doch bitte eine Lücke zwischen Boden und Zaun!
Lückenlose Gartenzäune bis zum Boden gehören zu den flächendeckendsten Hindernissen für Igel in Deutschland. Kein einzelner Zaun tötet — aber die Summe aller Zäune in einer Nachbarschaft schneidet Igel von Nahrung, Partnern und Winterquartieren ab.
Warum der Zaun zur Barriere wird:
Ein Igel braucht ein Revier von einem halben bis einem ganzen Hektar — das entspricht fünfzehn bis dreißig durchschnittlichen Gärten. Er wandert jede Nacht auf festen Routen durch diese Gärten. Kein einzelner Garten hat genug Nahrung für einen Igel — er braucht den Verbund.
Ein neuer Zaun unterbricht die Route. Der Igel läuft am Zaun entlang, verliert Energie, findet keine Nahrung. Wenn genug Zäune in einer Nachbarschaft geschlossen werden, ist der Igel in einem Garten eingesperrt, der ihn nicht ernähren kann.
Besonders kritische Zeiten:
Im Herbst müssen Jungigel vor dem Winterschlaf ein Mindestgewicht von 500 Gramm erreichen — dafür brauchen sie jede Nacht Zugang zu möglichst vielen Gärten. In der Paarungszeit (April/Mai) laufen Igelmännchen mehrere Kilometer pro Nacht. Geschlossene Zaunreihen fragmentieren die Population.
Gefährliche Zauntypen:
Maschendrahtzäune mit engem Bodenkontakt — der Igel verfängt sich mit den Stacheln im Draht. Gartenmauern und Betonsockel ohne Durchlass. Neue Holzlattenzäune mit lückenloser Bodenleiste.
Die Lösung:
Eine Lücke von 13 × 13 cm am Boden des Zauns — groß genug für jeden Igel, zu klein für die meisten Kaninchen. Einen Ziegelstein herausnehmen, eine Latte kürzen, ein Loch in den Maschendraht schneiden. In Großbritannien gibt es die „Hedgehog Highway"-Bewegung — Nachbarschaften, in denen jeder Garten eine Igellücke hat. Die Igelpopulation in diesen Nachbarschaften ist messbar höher als in Gebieten ohne Durchlässe. 🦔🌿