08/03/2026
In Papenburg waren wir bereits am 06. März aus Anlass des Weltfrauentags auf dem Wochenmarkt, um die Menschen auf ein Thema zu lenken, das derzeit leider nicht im Fokus der Medien steht: Kinderehen
Laut Schätzungen von UNICEF leben 650 Millionen Mädchen und Frauen auf der Welt, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Von 2017 bis 2022 wurden allein im Iran 184.000 Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. Da nicht alle Ehen eingetragen werden, dürfte die Dunkelziffer noch viel höher liegen. Die Islamische Republik Iran hat die UN-Kinderrechtskonvention nur mit Einschränkungen ratifiziert. Eine Kinderehe beeinträchtigt häufig die Entwicklung eines Mädchens: Sie kann zu früher Schwangerschaft und damit zu einem Gesundheitsrisiko führen. Teenager-Mütter sterben häufiger an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt als ältere Frauen. Eine frühe Heirat bedeutet oft auch das abrupte Ende der Kindheit, denn die junge Ehefrau geht nicht mehr zur Schule und trägt stattdessen die Verantwortung für einen Haushalt. Damit sind auch ihre späteren Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten eingeschränkt. Verheiratete Mädchen werden außerdem oft aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld herausgerissen, sind zu Hause isoliert und damit auch einem höheren Risiko von häuslicher Gewalt ausgesetzt. Ein weiterer Fokus der Aktion liegt damit auf der systematischen Diskriminierung der Frauen im iranischen Rechtssystem und in der iranischen Gesellschaft. Durch diese sind von der Kinderehe betroffene Frauen ohne Rechte häuslicher Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe ausgesetzt; im Extremfall der Notwehr durch die Frau droht ihr trotz zum Tatzeitpunkt Minderjährigkeit die Todesstrafe.
Wir haben viel Solidarität mit der Aktion erfahren. Die Petitionslisten waren schnell voll. Auch haben wir uns für die Freilasung von Sayli Navarro in Kuba eingesetzte