16/06/2026
📍 29. Treffen der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz im Haus Lichtblick
Heute fand das 29. Treffen der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz in den Räumlichkeiten des DEMENZ-Verein im Köllertal e.V. statt.
Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit. Wir durften als Gastgeber unser Haus Lichtblick zur Verfügung stellen und freuen uns sehr, dass dieser wichtige fachliche Austausch bei uns in Püttlingen stattfinden konnte.
Im Mittelpunkt standen unter anderem die Nationale Demenzstrategie, die Weiterentwicklung regionaler Netzwerke sowie aktuelle Entwicklungen in der saarländischen Demenzarbeit.
Ein Thema wurde dabei besonders deutlich: Tagespflege ist weit mehr als nur „Betreuung für ein paar Stunden“. Sie ist vielschichtig, fachlich anspruchsvoll und für Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige von großer Bedeutung.
Tagespflege kann pflegende Angehörige entlasten. Sie kann für Betroffene stabilisierend und prophylaktisch wirken, indem Fähigkeiten möglichst lange erhalten, soziale Kontakte gefördert und Tagesstruktur gesichert werden. Und sie hat einen klar therapeutischen Aspekt, wenn sie fachlich fundiert gestaltet wird.
Leider wird der Begriff „Tagespflege“ in der Praxis viel zu oft inflationär verwendet. Häufig hören wir von Angehörigen den Satz: „So weit sind wir noch nicht.“ Genau darin liegt ein großes Missverständnis. Tagespflege ist nicht erst dann sinnvoll, wenn nichts anderes mehr geht. Sie kann gerade frühzeitig helfen, Belastung zu reduzieren, Sicherheit zu geben und vorhandene Ressourcen zu stärken.
Aus unserer Sicht fehlt es nicht grundsätzlich an Tagespflegeplätzen. Es fehlt vielerorts an qualifizierten, spezialisierten und therapeutisch ausgerichteten Tagespflegeangeboten für Menschen mit Demenz.
Hier sehen wir uns mit unserem MAKS-gestützten Ansatz im Haus Lichtblick als Vorreiter. MAKS verbindet motorische, alltagspraktische, kognitive und soziale Aktivierung und setzt genau dort an, wo Demenzarbeit wirksam werden muss: im Alltag, im Kontakt, in der Struktur und im Erhalt von Fähigkeiten.
Das Saarland ist klein, aber in der Demenzarbeit gut vernetzt und engagiert. Kurze Wege, persönliche Kontakte und starke regionale Strukturen machen hier oft mehr möglich, als große Konzepte auf Papier zunächst vermuten lassen.
Ein wichtiger Schritt ist auch die stärkere Verankerung des Themas Demenz in saarländischen Krankenhäusern, unter anderem durch Demenzbeauftragte. Gerade im Krankenhaus brauchen Menschen mit Demenz Orientierung, Verständnis und Abläufe, die ihre besondere Situation berücksichtigen.
Die Herausforderung bleibt groß: Schätzungen gehen für das Saarland von rund 25.000 Menschen mit Demenz aus. Bei rund einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern ist das keine Randerscheinung, sondern eine Aufgabe, die uns alle betrifft.
Umso wichtiger sind starke Netzwerke, verlässliche Zusammenarbeit und Angebote, die nicht nur gut gemeint, sondern fachlich gut gemacht sind.
Wir bedanken uns herzlich beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit, bei allen Teilnehmenden und Netzwerkpartnern für den wertvollen Austausch und das gemeinsame Engagement.
Demenzarbeit braucht keine Etiketten. Sie braucht Qualität, Haltung und Menschen, die vor Ort Verantwortung übernehmen.