08/04/2026
Sehr gut erklärt!
Was den Besitzern imponiert, ist nicht automatisch gut für die entlaufenen Hunde.
Zwischen Notruf und Einsatz liegt Verantwortung…
… und das vor Allem bei der Entscheidung, welche Einsatzmittel zum Einsatz gebracht werden.
Seit geraumer Zeit betrachten wir eine besorgniserregende Entwicklung im Bereich der Hundesuche.
Sobald ein Hund entlaufen ist und dies in den sozialen Netzwerken gepostet wird, geht das „Geschrei“ nach Suchhunden und Drohne los, und das bei gesunden, mobilen Hunden, und auch beim Angsthunden, die ohne Leine weg sind, und auch nicht auf Medikamente angewiesen sind.
Es wird suggeriert das Suchhunde kommen, loslegen, den Hund finden, dieser bleibt – mobil wie er ist – natürlich an Ort und Stelle sitzen bis die „Retter“ vor Ort sind, er lässt sich händisch sichern, alle gehen nach Hause, und alle sind glücklich. Wenn möglich, werden diese Suchhunde noch aus der Luft von einer Drohne unterstützt.
Und leider gibt es Gruppen die genau das tun. Der Anruf eines verzweifelten Hundebesitzers kommt, und sofort geht’s los mit Suchhunden und Drohne in Richtung Einsatzort. Im Einsatz werden noch fix ein paar tolle, werbewirksame Fotos und Videos von den Suchhunden, dem Einsatz der Drohne und den „Retter“ in schicker Einsatzkleidung gemacht, und fertig ist ein toller Post in den sozialen Netzwerken.
Dies hat nichts, aber auch gar nichts, mit Verantwortung und professioneller Hundesuche und Hundesicherung zu tun.
Wir wissen nicht ob eine solche Vorgehensweise aus Unwissenheit geschieht, oder weil man nicht in der Lage ist Hundebesitzern qualifiziert zu erklären, warum man diese Einsatzmittel gerade NICHT in den Einsatz bringt. Oder, will man einfach unbedingt mit diesen Mitteln in den Einsatz um das eigene Bedürfnis/Ego zu befriedigen?
Natürlich sieht es toll aus, wenn sofort einige Leute mit Suchhunden und technischem Equipment dort anreisen, und der Hundebesitzer hat das Gefühl, das nun wirklich was Tolles passiert.
Man liest in den entsprechenden Suchmeldungen: Keine Einfangversuche, Hund ist scheu. Und nur 2 Sätze später liest man, dass Suchhunde und Drohne bereits vor Ort waren.
Über die Gefahren die diese Vorgehensweise birgt, wird nur leider nicht aufgeklärt. Es sieht ja auch super aus, wenn man gleich mal mit so ziemlich Allem was man hat, binnen kurzer Zeit beim Hundebesitzer eintrifft, und mit Suchhunden los legt und die Drohne am Himmel Eindruck macht.
Der Hundebesitzer hat ein gutes Gefühl, es wird ja sichtbar was getan, und Einsatzkleidung, Suchhunde und/oder Drohne beeindruckt natürlich.
Und genau das tun wir nicht. Die Gefahr, die von solchen Aktionen ausgeht, ist enorm groß. Und dieses Risiko gehen wir ganz sicher nicht ein. Wir beeindrucken nicht mit einem Einsatz von Einsatzmittel bei denen die Gefahr besteht, dass dem Hund etwas passiert. Ein „es kann ja gut gehen…“ reicht uns nicht aus! Denn: es kann eben auch nicht gut gehen, und dieses Risiko ist uns zu groß. Möchten Sie als Hundebesitzer eine 50/50 Chance Ihren Hund gesund und munter wieder zu bekommen, oder sollte die Chance doch etwas höher sein?
Wir können mit Stolz sagen, dass wir bereits in weit über 500 Suchen involviert waren, und „nur“ 1 Hund ist während einer von uns laufenden Suche tödlich verunglückt. Nur 1 Hund!
Und auch dieser eine Hund hätte die Suche wahrscheinlich überlebt, wenn man sich an die von uns angedachte Vorgehensweise gehalten hätte. Es hat richtig richtig weh getan diesen einen Hund tot zu bergen, und sogar bei uns sind Tränen geflossen.
8 Hunde konnten wir bisher nicht finden. Und 2 Hunde waren nachweislich bereits tot (diese haben wir tot gefunden), als wir dazu gerufen wurden.
Daher: Wenn Ihr lieber viele Einsatzmittel unüberlegt im Einsatz haben bzw. sehen möchtet, dann seid ihr bei uns nicht richtig. Denn das werden wir nicht tun!
Bei uns hat die Sicherheit Ihres Hundes, aber auch externer unbeteiligter Personen wie zB Autofahrer, absolute Priorität.
Wir werden Ihnen erklären, wann und warum wir das ein oder andere Einsatzmittel NICHT zum Einsatz bringen werden, oder eben doch.
Wir riskieren nicht das Leben Ihres Hundes, weil „es kann ja aber gut gehen…“. Denn es kann eben auch nicht gut gehen.
Wir werden auch weiterhin den Einsatz jedes Einsatzmittels unter genauer Abschätzung von Nutzen/Risiko abwägen.
Wir möchten – und werden – nicht zu denen gehören, die oft genug schreiben müssen: „Der Himmel hat einen Stern mehr…“, „Bello hats leider nicht geschafft…“
Wir beenden die Suchen lieber mit einem „WOHOOOOOOO – GESICHERT“.
An unserem Seminarabend bzw. Infoabend werden wir Euch Videos zeigen, die das was wir hier schreiben, belegen. Wir werden Euch zeigen warum der Einsatz von Drohne, Suchhunden usw. wirklich auch gefährlich sein kann.
Und eine Bitte zum Abschluss: Nicht unter jedem entlaufenen Hund den Hinweis: "Suchhunde einschalten", abgeben. Klärt lieber auf, dass das auch durchaus falsch und gefährlich sein kann.
Wir erklären gerne wann es ein ja/nein Suchhunde/Drohne gibt.
Sprecht uns einfach an, oder kommt am 25.04. zu unserem Infoabend.
Bei entlaufenen Hunden die sehr alt, krank, dement, auf Medikamente angewiesen, sehr jung oder auch mit Leine entlaufen sind, sollte hingegen der Einsatz von Suchhunden und Drohnen auf jeden Fall überlegt werden.
Denn dann, und nur dann, machen diese Einsatzmittel einen Sinn der größer ist, als eine evtl Gefahr die davon aus geht.