15/06/2026
Jesidische Gemeinschaft setzt starkes Zeichen beim Tag der Niedersachsen in Braunschweig
Braunschweig, 15. Juni 2026 – Mit einem vielfältigen und eindrucksvollen Programm hat sich die jesidische Gemeinschaft am diesjährigen Tag der Niedersachsen in Braunschweig präsentiert. Unter dem Dach des Landesverbandes der Êzîden in Niedersachsen beteiligten sich zahlreiche Mitgliedsvereine und Kooperationspartner an dem dreitägigen Landesfest und machten die kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Vielfalt der Jesidinnen und Jesiden in Niedersachsen sichtbar.
Gemeinsam vertreten waren die Mitgliedsvereine des Landesverbandes aus Oldenburg, Delmenhorst, Leer und Diepholz, der Jesidische Trachtenverein Oldenburg sowie die Ezidische Glaubensgemeinschaft in Deutschland, die Jesidische Gemeinde Wolfsburg sowie die Ezidische Jugend im Norden. Der gemeinsame Auftritt war geprägt von Offenheit, Begegnung und dem Wunsch, das Wissen über die jesidische Gemeinschaft in Niedersachsen zu vertiefen.
Ein besonderer Höhepunkt war der Empfang durch die Niedersächsische Landesregierung, bei dem die Delegation des Landesverbandes die Gelegenheit zu zahlreichen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft erhielt. Für den Landesverband nahmen Sipana Haider und Gülistan Ibrahim an dem Empfang teil.
Im Rahmen des Landesfestes fanden unter anderem Gespräche mit der Niedersächsischen Innenministerin Daniela Behrens, dem designierten Ministerpräsidenten Olaf Lies sowie dem Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Dr. Thorsten Kornblum, statt. Dabei wurden Themen wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, religiöse Vielfalt, die Sichtbarkeit der jesidischen Gemeinschaft und die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in Niedersachsen erörtert.
Die jesidische Gemeinschaft beteiligte sich darüber hinaus am ökumenischen Gottesdienst und brachte sich in den interreligiösen Dialog ein. Begegnungen mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Thomas Adomeit sowie der Landesbischöfin Dr. Bammel aus Braunschweig unterstrichen die guten Beziehungen zwischen den Religionsgemeinschaften und die gemeinsame Verantwortung für ein respektvolles und friedliches Miteinander.
An der Kirchen- und Religionsmeile nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, mit Vertreterinnen und Vertretern der jesidischen Organisationen ins Gespräch zu kommen. In vielen persönlichen Begegnungen wurde über die Geschichte, die Religion und die Traditionen der Jesidinnen und Jesiden informiert. Gleichzeitig boten die Gespräche Raum für Fragen, Austausch und gegenseitiges Kennenlernen.
Auch kulturell setzte die Gemeinschaft eindrucksvolle Akzente. Auf der Bühne des Landestrachtenverbandes Niedersachsen begeisterten die Beteiligten das Publikum mit traditionellen Tänzen und musikalischen Beiträgen und vermittelten einen lebendigen Einblick in die jesidische Kultur.
Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme am Umzug der Vielfalt, bei dem die jesidische Delegation gemeinsam mit den anderen Gruppen des Landesfestes durch die Braunschweiger Innenstadt zog. Begleitet von den traditionellen Klängen von Dahol und Zurna präsentierten die Teilnehmenden ihre Kultur mit Stolz und Lebensfreude und wurden von den Zuschauerinnen und Zuschauern entlang der Strecke mit großem Interesse und herzlichem Applaus empfangen.
Zum Gelingen des gemeinsamen Auftritts trugen zahlreiche engagierte Personen bei. Der Landesverband dankt insbesondere Liane Süßmuth-Wemhöner, Petra Scharnhorst, Holger Geisler, Arzu Özmen von der Ezidischen Jugend im Norden, Kawa Sido von der Jesidischen Gemeinde Wolfsburg sowie Cengiz Sevim von der Ezidischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland für ihre Unterstützung und ihr Engagement.
Mit insgesamt rund 550.000 Besucherinnen und Besuchern zählte der Tag der Niedersachsen zu den größten Landesfesten Deutschlands. Für die jesidische Gemeinschaft war die Teilnahme weit mehr als die Präsentation von Kultur und Tradition. Sie war zugleich ein sichtbares Bekenntnis zu einem offenen, vielfältigen und solidarischen Niedersachsen.
Der Landesverband der Êzîden in Niedersachsen zieht eine durchweg positive Bilanz: Der Tag der Niedersachsen hat gezeigt, wie wichtig Begegnung, Dialog und gegenseitiger Respekt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Die zahlreichen Gespräche, die große Resonanz der Besucherinnen und Besucher sowie die Wertschätzung durch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft machen Mut und bestärken die jesidischen Organisationen darin, ihren Beitrag zu einem vielfältigen Niedersachsen weiterhin mit Engagement und Überzeugung zu leisten.