14/10/2025
Am 11. Oktober war Internationaler Mädchentag. Wir erheben heute unsere Stimme für Mädchen – denn Mädchenrechte und Gewaltschutz dürfen nicht an einem Kalendertag enden.
Mädchen sind in besonderem Maße von Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Ihr junges Alter macht sie schutzloser als Erwachsene – sie sind auf die Unterstützung durch Bezugspersonen und Fachkräfte angewiesen. Gleichzeitig sind sie aufgrund ihres Geschlechts einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Gewalt und Benachteiligung zu erfahren.
Als spezialisierte Fachberatungsstelle setzen wir uns seit über 35 Jahren für Mädchen und junge Frauen ein, die sexualisierte Gewalt erleben. Betroffene brauchen verlässliche Unterstützung – durch Erwachsene und Fachkräfte, die ihnen glauben, sie ernst nehmen und eine klare Haltung gegen Gewalt einnehmen.
Mit Fall- und Fachberatung sowie einem breiten Fortbildungsangebot stehen wir Fachkräften und Bezugspersonen als kompetente Anlaufstelle zur Seite. Wir schaffen Räume, in denen parteiliches Handeln gelernt, reflektiert und gestärkt werden kann.
Seit einigen Jahren verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg an Beratungsanfragen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, müssen wir unsere Angebote an anderer Stelle einschränken – etwa im Bereich Fortbildung oder Social Media.
Der Schutz von Betroffenen sexualisierter Gewalt darf jedoch nicht vom Zufall oder von freien Kapazitäten abhängen – er ist eine gesamtgesellschaftliche und politische Aufgabe. Es braucht nachhaltig und bedarfsgerecht finanzierte Hilfesysteme, damit Kinder und Jugendliche, die am stärksten gefährdet sind, zeitnah professionelle Unterstützung erhalten.
Eine starke Gesellschaft von morgen braucht den Schutz, die Stärkung und die Teilhabe der Mädchen von heute. Wenn Mädchen Gewalt erleben, brauchen sie ein unterstützendes Umfeld. Spezialisierte Fachberatungsstellen leisten einen zentralen Beitrag – vorausgesetzt, sie können arbeiten.
Dafür braucht es eine gesicherte Finanzierung. Jetzt.