Schwing‘ dich auf dein Stadtrad, Rennrad, Lastenrad oder Tandem und vergrößere einmal im Monat unsere Gruppe! Critical Mass ist eine weltweite Bewegung, die 1992 von San Francisco ausging. Ziele sind ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden und eine fahrradfreundlichere Infrastruktur. Eine große Gruppe gilt somit als Verband (§ 27 StVO) und darf als solcher die gesamte Fahrba
hn nutzen. Auf diese Weise sind in vielen Städten mehrere tausend Menschen gemeinsam unterwegs. Mit dieser Aktionsform möchten wir auch für mehr Fahrrad begeistern: auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkauf, zur Schule oder zum Ausfl ug. Das Rad ist umweltfreundlich, günstig, leise, braucht wenig Platz und hält gesund. Hier ein paar Vorschläge, wie eine Critical Mass ablaufen kann, frei nach der Berliner Critical Mass
1. Wir fahren solidarisch. Egal ob Fixiie oder Hollandrad, ob Cityrad mit Kinderanhänger oder Pedelec, ob Tandem oder Lastenrad: Wir fahren zusammen. Alle sollen sich wohl fühlen und mit Spaß durch die Stadt radeln. Keiner bleibt unfreiwillig zurück. An den Kreuzungen „korken” wir bis zum letzten Mitfahrer, das heißt wir hindern Autofahrer durch „Querstellen” daran, in die Critical Mass hineinzufahren, damit alle Radfahrer sicher über Kreuzungen fahren können. Wir fahren ein angenehmes Tempo – angenehm auch für langsamere Radfahrer. Wir warten aufeinander.
2. Wir kennen unsere Rechte. Sobald ein Mitfahrender über die Ampelkreuzung gefahren ist, darf gemäß StVO die gesamte Kolonne durchfahren, auch wenn die Ampel auf Rot schaltet. Damit dies sicher gelingt, „korken” die vorne Fahrenden die Kreuzung und alle fahren durch.
3. Wir sind gut gelaunt. Wir genießen die abendliche Stadtluft und lauschen dabei gerne auch guter Musik. Ein Ort, um aufgestauten Aggressionen Luft zu lassen, ist die Critical Mass nicht.
4. Wir lieben den Schwarm. Und die Einzelnen, aus dem er besteht. Wir finden es super, dass der Schwarm im Zentrum steht und keine Einzelperson, keine zentrale Organisation, kein Veranstalter. Allerdings wissen wir auch, dass die Masse nur durch Menschen funktionieren kann, die etwas tun. Sei es nun Sticker zu drucken, die Entscheidung zu treffen, an der Kreuzung abzubiegen, auf Facebook eine Veranstaltung anzukündigen, aufeinander aufzupassen oder darüber zu diskutieren, was man noch besser machen kann. Wir finden es großartig, dass Einzelne Verantwortung übernehmen. Man kann natürlich immer auch alles anders machen: do it yourself!
5.Wir wissen um unsere Verantwortung. Die vorderen Radfahrenden entscheiden, wo wir entlang fahren: sie denken für den Schwarm mit und wählen Straßen, die gut befahrbar sind und auf denen wir ein Zeichen setzen. Straßen nur für motorisierte Fahrzeuge sind auch für uns tabu.
6. Fußgänger sind unsere Verbündeten. Wir nehmen Rücksicht auf sie.
7. Wir stellen uns schwierigen Situationen gemeinsam. Auf einer Critical Mass gilt: Jeder ist auch für die Gruppe verantwortlich. Wir sind eine heterogene Gruppe und das ist auch gut so. Dennoch funktioniert die Critical Mass nur gemeinsam.
8. Wir sind der Verkehr. Wir sehen uns jeden letzten Freitag im Monat um 18.00 Uhr auf dem Platz zwischen der Dreifaltigkeitskirche und dem Technischen Rathaus, Wilhelmstr.12 und an vielen weiteren Orten rund um den Globus. Wir wissen, dass wir eine kritische Masse sind, die zusammenhält, auch an anderen Tagen und anderen Orten.