28/05/2026
Fünf Jahre „Wilde Frischlinge“ in Bad Soden-Salmünster 🐗
Der Atem gefror in der Luft, die Finger waren klamm - und trotzdem begann an diesem Tag eine Erfolgsgeschichte. „Bei minus zehn Grad ging es hier am Rand des Wildparks Bad Soden-Salmünster los“, erinnert sich Benjamin Wille, Papa von Lilly Marleen, an den 1. März 2021 und damit an den Startpunkt der Wald- und Naturkindergartengruppe „Die wilden Frischlinge“ der AWO Obertshausen. Auch Erzieherin Fabienne Forst hatte sich bangend gefragt, wie lange die Kleinen und auch das Erzieherteam diesen Bedingungen in der freien Natur standhalten würden. Alle Sorgen waren unbegründet, denn Groß und Klein hatten sich rasch an die neue Umgebung und die unbequemen Bedingungen gewöhnt.
„Zwei Container als Wetterschutz und Stauraum für die Materialien sowie ein Dixi-Klo waren die erste Grundausstattung, ehe der große Bauwagen mit vereinten Kräften und Maschinenunterstützung an die jetzige Stelle gehievt wurde“, sagt Wille, der sich freut, dass seine Tochter nicht zuletzt durch die Jahre im Wald- und Naturkindergarten gesundheitlich robust erscheint und nur selten krank ist.
In Kombination mit dem inzwischen traditionellen Frühlingsfest feierte das Team der Gruppe „Die wilden Frischlinge“ ihr fünfjähriges Bestehen, hatte ehemalige und aktuelle Kinder mit ihren Eltern und Verwandten sowie alle Interessierten dazu eingeladen. Eltern hatten die Snackstation mit Laugenbrezeln und zahlreichen Leckereien wie Schokoladenkuchen und Muffins bestückt. Unterschiedliche Stationen sorgten für Kurzweil, eröffneten jedoch auch Einblicke in die tägliche Arbeit des Erzieherteams sowie in das pädagogische Konzept der AWO Obertshausen. Eine Malecke mit zahlreichen Farben und Blumentöpfen, aber auch eine Ton- und eine Wollstation sowie ein Specksteinbereich gaben Raum zur freien Gestaltung und sinnvollen Beschäftigung.
„Frei nach dem Motto ‚Der Weg ist das Ziel‘ ist uns weniger das Ergebnis wichtig, sondern vielmehr der Entwicklungsprozess, den die Kinder beim Modellieren erleben“, sagt Erzieher Janis Schmidt und ergänzt, dass die Kinder, bis auf den als Platztag etablierten Mittwoch, täglich mit einem Handwagen, auf dem sich unter anderem Wollknäuel in unterschiedlichen Farben befinden, in den Wald ziehen. In Verbindung mit den in der Natur vorkommenden Gegenständen wird die Phantasie der Sprösslinge beim Beschäftigen mit den Materialien angeregt, ähnlich wie beim Werkeln mit den Specksteinen, für deren Bearbeitung unterschiedliche Werkzeuge, darunter eckige und runde Feilen sowie Schmirgelpapier, zum Einsatz kommen.
„Die handwerklichen Tätigkeiten zählen zu den Highlights für die Kinder, da sie besonders die Motorik schulen und sie sich dadurch auch gestalterisch entwickeln können“, sagt Forst, die im nahe gelegenen Aufenau aufgewachsen ist und ihre Ausbildung zur Erzieherin in einer Hauskita absolviert hatte. Der Wunsch, die gewohnte Umgebung zu verlassen und sich auf neue Abenteuer einzulassen, ließ sie über ihren Heimatort hinaus Ausschau halten. Auch die Lust, ein völlig anderes Konzept kennen zu lernen, brachte sie zur AWO Obertshausen als einen der größten Anbieter von Wald- und Naturkindergärten im Rhein-Main-Gebiet, die darüber hinaus bereits über 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich vorweisen kann und das Konzept stetig weiterentwickelt hat. Nach über zwei Jahren Tätigkeit in den Mühlheimer Waldkitas der AWO Obertshausen wurde die Gruppe „Die wilden Frischlinge“ in Bad Soden-Salmünster gegründet. Eine gute Gelegenheit für Forst, Wohnort und berufliche Leidenschaft wieder näher zusammenzubringen.
Weitere Infos über das Konzept der Wald- und Naturkindergärten sowie über freie Plätze der Gruppe „Die wilden Frischlinge“ in Bad Soden-Salmünster gibt es auf der Homepage www.awo-obertshausen.de sowie bei der AWO Obertshausen, Birkenwaldstraße 38. Telefon: 06104 95364436.