05/06/2026
Der Designers’ Circle machte diesmal im Station und widmete sich mit einer Perspektive auf Gestaltung, die selten im Zentrum steht: dem Designjournalismus. Ausgangspunkt ihres Vortrags war die Frage, wie ein neues, unabhängiges Printmagazin heute entstehen kann und welche Haltung es dafür braucht.
Sonja zeichnete ihren eigenen Weg vom Musikjournalismus zum Kommunikationsdesign nach, der am Ende dazu führte, dass sie begann, über Gestaltung zu schreiben. Und auch jede Ausgabe des ist ein gemeinschaftliches Austesten von Möglichkeiten, bei dem Redaktion, Gestalter:innen und Produzent:innen zusammenkommen. „Jede Ausgabe ist ein Gemeinschaftswerk“, das auch an die Grenzen einzelner Gewerke gehen kann. Dazu stellte Sonja verschiedene Ausgaben und deren Cover vor, bei denen viel experimentiert wird. Bis hin zu einer Riso-Edition, die mit diesem Aufwand in kommerzielleren Kontexten kaum möglich gewesen wäre.
Den Reiz von Print-Publikationen brachte eine Studentin in der anschließenden Diskussion. ganz gut auf den Punkt: „Das schöne an einem analogen Magazin ist für mich die Beschränkung. Ich kann nicht gleichzeitig 20 Tabs offen haben, ich muss mich fokussieren.“ Sonja griff diese Perspektive aus Perspektive der Redaktion auf und betonte auch die eigene emotionale Dimension: „Print ist immer mit einer ganz starken Vorfreude verbunden.“ Es ist der Moment zwischen Entwicklung und fertigem Objekt, der im digitalen Raum oft verloren geht.
Für Sonja ist Designjournalismus, bzw. ihre Tätigkeit eine Praxis, die Nähe herstellt, die Begegnungen schafft. Zentral dabei ist ein Einfühlungsvermögen, um die oft intimen Einblicke in kreative Prozesse und Zukunftssorgen unterschiedlicher Designer*innen sichtbar zu machen. In dieser Verbindung von Reflexion, Materialität und Gemeinschaft zeigte der Abend eine Perspektive auf Gestaltung auf, die eng an Fragen der Ausbildung und Praxis anschließt und Print nicht nur als eigenständigen Denkraum sondern als Community behauptet.