09/06/2026
Schön wars!
Arnoldstein, Arnoldfahne und Erinnerungsblatt zum 100jährigen Jubiläum der Arnoldhütte
(von Dieter Seyfarth)
NEUSTADT. – Wie schon am 16. Mai 1926 bei der Einweihung der Neustadter Schutzhütte herrschte auch bei der 100 Jahr-Feier der Arnoldhütte am vergangenen Samstag eine mitunter empfindliche Maienkühle – die erwünschten wärmenden Sonnenstrahlen fehlten. Dennoch ließen sich zahlreiche Freunde der Arnoldhütte – während des gesamten Tages dürften es wohl rund 300 gewesen sein – nicht abhalten, zu Fuß, per E-Bike oder mit dem Hüttentaxi auf den Hausberg zu kommen. Auch eine starke Abordnung des Marienvereins war mit von der Partie. Sie alle wollten bei der Jubiläumsfeier dabei sein und somit der Arnoldhütte zum runden Geburtstag ihre Ehre erweisen. Schon ab 10:30 Uhr setzte ein buntes Treiben rund um die Arnoldhütte und den Prinzregententurm ein. Eifrige Mitglieder des Verschönerungsverein trafen die letzten Vorbereitungen. Die neue Hüttenfahne mit dem Konterfei von Max Oscar Arnold wehte stolz im Wind. Die Tische im Biergarten waren mit frischem Grün geschmückt. Der Sandstein mit der Arnold-Gedenktafel war noch verhüllt. Kurz vor Mittag wurden die Bratwürste auf dem Rost gelegt. Schnell lockte der aufsteigende Duft die ersten Hungrigen an. Zum Auftakt spielte ab 14 Uhr die Stadtkapelle unter der Leitung von Daniel Härich den Marsch „Erinnerung an Neustadt“. Zur Überleitung auf den offiziellen Teil spielte Robert Matthes „Uom wu die Schutzhütt stet“, ein Stück von Heimatdichter Albert Arnold, auf seinem Bandoneon. Dem Geschäftsführer und 2. Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, Peter Fröber, blieb es danach vorbehalten, die Festansprache zu halten, da nach dem Wechsel im Oberbürgermeisteramt auch die Amtszeit des 1. Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, Frank Rebhan, endete und die Wahl des neuen Vorsitzenden noch nicht stattgefunden hat. Eingangs begrüßte er die 3. Bürgermeisterin Vera Weißbrodt, die anwesenden Stadträte, die Mitglieder des Verschönerungsvereins, alle Festgäste und entschuldigte Oberbürgermeister Dominik Heike, welcher in Bergneustadt beim 48. Neustadt-Treffen der „Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa“ weilte und dort die Bayerische Puppenstadt vertrat. In seiner Rede ging er ausführlich auf die Geschichte der Schutzhütte ein, die vom Verschönerungsverein 1926 innerhalb weniger Monate errichtet und am 16. Mai 1926 eingeweiht wurde. Dabei streifte er auch die bauliche Entwicklung bis zum heutigen Tag und wies darauf hin, dass es immer wieder ein Kraftakt sei, den laufenden Unterhalt der Arnoldhütte zu sichern. An dieser Stelle erinnerte er an die besonders schwierige Situation in den 1920iger Jahren, als die Gründungsväter mit Max Oscar Arnold als treibende Kraft den Bau der Arnoldhütte mit Unterstützung der Coburger Landesstiftung, der Stadt Neustadt, des Thüringerwald-Vereins und vieler ehrenamtlicher Helfer verwirklichte. Dank sprach er dem bisherigen Oberbürgermeister Frank Rebhan aus, der dem Verschönerungsverein seit 1995 vorstand und sich für die Ziele des Vereins engagierte. Weitere Dankesworte richtete er an die Oberfrankenstiftung, die Sparkassenstiftung und an alle Spender, die größere und kleinere Geldspenden dem Verschönerungsverein hatten zukommen lassen, ferner auch an Neustadter Firmen, die Handwerksleistungen an der Arnoldhütte erbrachten und ganz oder teilweise auf ihre Kosten verzichteten. Der Dank des Geschäftsführers galt auch den Betriebsleiter des Staatsforstes, Herrn Stefan Wittenberg, sowie der Revierleiterin Miriam Janthur für die gute Zusammenarbeit und wohlwollende Unterstützung. Schließlich dankte er auch den Bergfreunden 70, die sich um den Erhalt und Pflege der zahlreichen Muppberganlagen kümmern, dem Freundeskreis Arnoldhütte, die sich speziell um die Außenanlage der Arnoldhütte bemühen sowie auch der Sektion Neustadt des Deutschen Alpenvereins für die Zusammenarbeit. Abschließend stellte Peter Fröber fest, dass die Arnoldhütte in Verbindung mit dem Prinzregententurm schon immer ein beliebtes Ausflugsziel für Neustadter und Gäste aus dem Raum Coburg und Sonneberg gewesen ist und auch heute noch ein Treffpunkt und Ort ist, der Geborgenheit, Gemeinsinn, Heimatliebe und Freude vermittelt. Sein Wunsch war es, dass dies auch in Zukunft so bleibt und sich immer wieder Freiwillige finden, die Arnoldhütte für künftige Generationen zu erhalten und weiter zu entwickeln. Zum Gedenken an die Gründungsväter, allen voran Max Oscar Arnold, der von 1902 bis 1938 den Verschönerungsverein maßgeblich prägte, enthüllte er zusammen mit der 3. Bürgermeisterin, Vera Weißbrodt einen Sandstein mit einer bronzenen Tafel. Diese wurde von Dieter Seyfarth initiiert und mit Unterstützung von weiteren Mitgliedern des Freundeskreises Arnoldhütte finanziert.
3. Bürgermeisterin Vera Weißbrodt als Vertreterin des Oberbürgermeisters Dominik Heike hob in ihrem Grußwort die Bedeutung der Arnoldhütte mit dem Prinzregententurm und dem Muppberg für die Bayerische Puppenstadt hervor. Sie sei nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Neustadt, sondern auch für viele Wander- und Naturfreunde aus der gesamten Region Coburg und Sonneberg eine gern besuchte Berggaststätte Mit dem im vergangenen Jahr neu angelegten Trekkingplatz am Fuße des Muppbergs, den zahlreichen Rundwegen im Muppberg mit zahlreichen Rast- und Bankanlagen, dem Prinzregententurm, von dem sich wunderbare Ausblicke in alle Richtungen bieten, habe Neustadt ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Die Rundwege bieten Sportlern, Wanderern und Spaziergängern aktive Bewegung, Ruhe und Erholung sowie Momente zum Innehalten. Es gebe aber auch durchaus mystische Stellen, wie zum Beispiel an der Ottilienquelle, auf dem Muppberg. Ihr Dank galt dem Verschönerungsverein als Eigentümer der Arnoldhütte für seine Bemühungen um den Erhalt der Arnoldhütte sowie deren ehrenamtlichen Helfern, weiterhin den Bergfreunden 70 und dem Deutschen Alpenverein – Sektion Neustadt.
Am späteren Nachmittag war noch der Bandoneonverein unter der Leitung von Robert Matthes an der Reihe. Die Musikanten zogen es vor, in der vollbesetzten Arnoldhütte aufzuspielen, da die Außentemperaturen noch weiter zurückgegangen waren. Mit dem Marsch „Flotte Musikanten“ eröffneten sie den musikalischen Reigen und sorgten im weiteren Verlauf für eine prächtige Stimmung.
Zwischendurch boten Mitglieder des Verschönerungsvereins ein Erinnerungsblatt, das zum 100jährigen Jubiläum der Arnoldhütte herausgegeben wurde, gegen eine Spende von zwei Euro an. Auf dem Erinnerungsblatt sind historische Aufnahmen mit dem „Arnoldstein“ zu sehen. Außerdem ist darauf auch das Gedicht von Heimatdichter Albert Arnold mit dem Titel „Uom wu die Schutzhütt stet“ abgedruckt. Erinnerungsblätter können in der Arnoldhütte und über Mitglieder des Verschönerungsvereins bezogen werden.
Bild 1: Der Geschäftsführer des Verschönerungsvereins, Peter Fröber, hielt die Jubiläumsrede und begrüßte alle Gäste.
Bild 2: Als Vertreterin des Oberbürgermeisters Dominik Heike stellte die neue 3. Bürgermeisterin Vera Weißbrodt die Bedeutung der Arnoldhütte für Neustadt und die gesamte Region heraus.
Bild 3: Auf dem Muppberg gibt es jetzt auch einen „Arnoldstein“! In dankbarer Erinnerung an den verdienstvollen und langjährigen Vorsitzenden des Verschönerungsvereins Max Oscar Arnold wurde ein Gedenkstein – der Arnoldstein – enthüllt. (Von links: Dieter Seyfarth, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer Peter Fröber, 3. Bürgermeisterin Vera Weißbrodt, stellvertretender Landrat Martin Stingl, Gertraude Heinlein, Edith Büchner und Thomas Gierschner)
Bild 3 a: Die Gedenktafel
Bild 4: Viele Neustadter und Natur- und Wanderfreunde aus der Region waren zur Jubiläumsfeier auf den Neustadter Hausberg gekommen.
Bild 5: Passend zum 100jährigen Jubiläum die neue Hüttenfahne
Bild 6: Zum Auftakt spielte die Stadtkapelle Neustadt
Bild 7: Kühl gewordenes Wetter veranlasste das Bandoneonorchester in der Arnoldhütte aufzuspielen.