BIGG - Bürgerinitiative Gegen Tiefe Geothermie in Geinsheim

BIGG - Bürgerinitiative Gegen Tiefe Geothermie in Geinsheim NEIN zu Tiefengeothermie mit Lithiumbergbau in Geinsheim!
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17/12/2025
04/12/2025

𝗦𝗜𝗡𝗗 𝗗𝗜𝗘 𝗧𝗜𝗘𝗙𝗘𝗡𝗚𝗘𝗢𝗧𝗛𝗘𝗥𝗠𝗜𝗘 - 𝗙𝗘𝗥𝗡𝗪𝗔𝗘𝗥𝗠𝗘𝗣𝗟𝗔𝗘𝗡𝗘 𝗥𝗨𝗡𝗗 𝗨𝗠 𝗗𝗔𝗦 𝗚𝗥𝗔𝗕𝗘𝗡-𝗡𝗘𝗨𝗗𝗢𝗥𝗙𝗘𝗥 𝗞𝗥𝗔𝗙𝗧𝗪𝗘𝗥𝗞 𝗩𝗢𝗥𝗘𝗥𝗦𝗧 𝗚𝗘𝗣𝗟𝗔𝗧𝗭𝗧?

Ein in Graben-Neudorf vorgesehenes Tiefengeothermie-Kraftwerk sollte als erstes von vielen Projekten dieser Art in der Region Teile des Stadt- und Landkreises Karlsruhe bis hin nach Bretten mit Wärme versorgen. Gewonnene Wärme sollte hierzu über bislang nicht existierende kilometerlange Fernwärmeleitungen zu den Abnehmern gelangen. Die gegründete kommunale „Projektentwicklungsgesellschaft Regionaler Wärmeverbund GmbH & Co. KG“ (PEG), sollte den Aufbau eines regionalen Wärmenetzes zusammen mit der „Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe GmbH“ (UEA) entwickeln. Die PEG hatte sich zu diesem Zweck im Juni 2023 gegründet und soll nun zum Ende des Jahres 2025, mit einem nicht gerade unerheblichen finanziellen Schaden für die Mitglieder, aufgelöst werden.

Wir zitieren von der Seite:
➡️ https://zeozweifrei.de/waermeausbaustrategie

„Seit November 2022 wurde das Projekt des regionalen Wärmeverbunds auf Basis von Wärme aus Tiefengeothermie mittels einer gemeinsamen Kooperation der UEA mit den Stadtwerken Bretten, Bruchsal und Ettlingen sowie der BBE Energie weiter vorangetrieben.“

„Am 23. Juni 2023 wurde die PEG Regionaler Wärmeverbund gegründet, welche die Machbarkeit eines solchen Verbundes weiter untersucht und vorantreibt. Mehr Informationen dazu finden Sie unter regionalerwaermeausbau.de sowie unter unsere-waerme.com“

𝗪𝗔𝗥𝗡𝗨𝗡𝗚𝗘𝗡 𝗞𝗢𝗡𝗦𝗘𝗤𝗨𝗘𝗡𝗧 𝗜𝗚𝗡𝗢𝗥𝗜𝗘𝗥𝗧?

Bereits im Vorfeld wurde mehrfach, von verschiedenen Seiten oder z. B. in unserem Post vom 06. Januar 2023 darauf hingewiesen, dass ein solches Fernwärme-Projekt wirtschaftlich gesehen eher unrealistisch wäre. Alleine an die 63 Kilometer an Fernwärmeleitungen bis Bretten, weitverzweigte Verbindungsleitungen zwischen den Kraftwerken, in den Städten und Gemeinden sind bei einem geschätzten Preis von inzwischen oftmals über 5.000 Euro pro Meter auch mit Fördermillionen aus Steuergeldern nicht wirtschaftlich gesund zu finanzieren.

Der damalige GF der Deutschen Erdwärme GmbH Lutz Stahl fantasierte ursprünglich auf einem Vortrag bei der „Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e.V.“ (derzeitiger Geschäftsführer Jürgen Scheurer) im Dezember 2020 sogar über ein in unseren Augen völlig überdimensioniertes Wärmenetz auf einer präsentierten Folie:

◾️„Eine Vision der Deutsche ErdWärme ist der Verbund der urbanen Zentren über ein überregionales Wärmenetz, welches durch Tiefe Geothermie und andere Quellen beheizt wird. Geothermie könnte mit z.B. 15 Anlagen in dieser Region etwa 2 TWh bereit stellen.“

➡️ https://youtu.be/waMc7RhCuQ8

Die Tiefengeothermie gilt im Oberrheingraben aufgrund der vielen mit ihr verbundenen Risiken und Gefahren bei kritischer Betrachtung als unzuverlässig und gefährlich. Hunderte seismische Ereignisse sprechen eine deutliche Sprache. Was im Molassebecken bei München eventuell funktioniert, ist keinesfalls übertragbar auf den seismisch aktiven Oberrheingraben. Die Geologie beider Gebiete unterscheidet sich maßgeblich. Die zum Teil jahrelangen Stillstände der TG-Kraftwerke nach Defekten bzw. auch Undichtigkeiten zeigten schon oft das fehlende Potenzial einer geforderten Zuverlässig- und Grundlastfähigkeit.

𝗚𝗘𝗣𝗟𝗔𝗡𝗧𝗘𝗦 𝗙𝗘𝗥𝗡𝗪𝗔𝗘𝗥𝗠𝗘𝗣𝗥𝗢𝗝𝗘𝗞𝗧: 𝗔𝗠 𝗘𝗡𝗗𝗘

Der SWR veröffentlichte am 02. Dezember 2025 diese Zeilen im verlinkten Beitrag:

„Das geplante Projekt regionale Fernwärme aus Tiefengeothermie in Graben-Neudorf ist gescheitert. Die Gesellschaft mit zehn beteiligten Kommunen löst sich zum Jahresende auf.“

„Die Firma könne in Graben-Neudorf eine ursprünglich zugesagte Wärmeleistung aus ihrer Tiefengeothermiebohrung für das geplante regionale Fernwärmenetz nicht mehr verbindlich zusichern.“

„Die Geothermiebetreiberin Deutsche Erdwärme (DEW) aus Karlsruhe muss sich aber noch mehr Vorwürfe gefallen lassen: Die zuletzt angebotenen Wärmepreise lägen deutlich über einem wirtschaftlich tragbaren Niveau, heißt es in der Ratsvorlage.“

„600.000 Euro Lehrgeld für die Energiewende?“

➡️ https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/regionales-fernwaermeprojekt-im-raum-karlsruhe-gescheitert-100.html

Es zeigt sich immer wieder deutlich, dass mit der Tiefengeothermie im Oberrheingraben Wärme weder zuverlässig noch wirtschaftlich darstellbar zur Verfügung gestellt werden kann. Neben der Unsicherheit der Technik sind notwendige Investitionen in Fernwärmeleitungen und Wärmenetze letztendlich teuer und wirtschaftlich fragwürdig. Insofern sie realisiert werden, bergen sie neben den inzwischen exorbitanten Erstellungskosten, hohe Folgekosten für die Wärmekunden.

Selbst die Seite „Die Tagesschau“ vermeldet am 23. November 2025 in einem recht interessanten und dazu aktuellen Artikel: „Monopolisten nehmen Kunden aus" zum Thema Fernwärme und dies sogar unabhängig zum umstrittenen Thema Tiefengeothermie.

➡️ https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/heizen-kosten-energietraeger-prognose-100.html

𝗧𝗘𝗨𝗥𝗘 𝗧𝗜𝗘𝗙𝗘𝗡𝗚𝗘𝗢𝗧𝗛𝗘𝗥𝗠𝗜𝗘

Leider wurde auf dem Weg zu einer angestrebten klimaneutralen Wärmeversorgung durch das starre Festhalten an den Planungen bis jetzt viel Zeit und Geld verloren. Etwa eine halbe Million Euro durch die PEG, bereits viele Millionen durch die Tiefengeothermiebohrung. Viele Fördermittel sind bereits an die DEW geflossen. Eine genaue Übersicht hierüber zu erhalten, würde der Firma eine Transparenz abverlangen, zu der sie unserer Meinung nach sicherlich keinesfalls bereit ist.
Alleine für die zweite Bohrung in Graben-Neudorf hat der Bund inzwischen über 600.000 €, für das Tiefengeothermieprojekt Dettenheim über 1,4 Mio. Euro an Mitteln zugesagt.

𝗪𝗜𝗘𝗗𝗘𝗥𝗛𝗢𝗟𝗧𝗘 𝗦𝗘𝗜𝗦𝗠𝗜𝗦𝗖𝗛𝗘 𝗘𝗥𝗘𝗜𝗚𝗡𝗜𝗦𝗦𝗘 𝗜𝗡 𝗚𝗥𝗔𝗕𝗘𝗡-𝗡𝗘𝗨𝗗𝗢𝗥𝗙

Die ersten zwei seismischen Ereignisse am TG-Projekt Graben-Neudorf wurden am 30.06.2024 im Rahmen einer Testung gemessen. Der Geschäftsführer Herbert Pohl betitelt in einem BNN-Interview die ersten seismischen Ereignisse im Juni 2024 als sogenannte „seismische Reaktionen im Reservoir“.

Erdbebennews.de berichtet am 16. November 2025 über insgesamt 5 seismische Ereignisse:

„An einer neuen Tiefengeothermie-Anlage in Graben-Neudorf nördlich von Karlsruhe kam es am Wochenende zu mehreren kleinen Erdbeben.“

„Die berechnete Maximalintensität beträgt 2.2. Das Beben war vermutlich für bis zu 2,3 Tsd Menschen spürbar.“

„Die Epizentren der Erdbeben lagen im Wald nordöstlich von Graben-Neudorf unmittelbar nördlich der Geothermie-Anlage.“

„Leichte Erschütterungen am Frühstückstisch. Oberfläche des Kaffees deutlich kleine Wellen zu sehen. Katzen haben sich schlagartig verzogen. Seit Tagen seltsames Geräusch intermitierend wahrnehmbar, vor allem im Kellerbereich. Seit die Tiefengeothermie mit den Erprobungen begonnen hat.“

➡️ https://erdbebennews.de/2025/11/tiefengeothermie-in-graben-neudorf-mehrere-leichte-erdbeben-gemessen

Bezeichnenderweise meldete der landeseigene Erdbebendienst Südwest anfangs nur 2 der Beben, dazu verspätet, Bruchsal zugeordnet und natürlichen Ursprungs. Erst auf unsere Intervention hin korrigierte man die Einträge.

Bemerkenswert ist, dass mit diesen Beben erstmals die Stufe „Gelb“ des seismischen Ampelsystems erreicht wurde.

Das Regierungspräsidium Freiburg / Bergamt hatte erst kurz zuvor für diese Tests höhere Grenzwerte genehmigt. Nach Angaben der Betreiber wurden alleine zum Start der Testreihe rund 700 Kubikmeter Wasser in die Bohrung gepresst, 30.000 Kubikmeter sind es nach unseren Informationen insgesamt geworden.

Versuchte man hier, die bereits dutzende Millionen Euro teure Bohrung um jeden Preis doch noch zu retten? Selbst das Regierungspräsidium Freiburg war anscheinend nicht überrascht von den Erdbeben. Man schrieb in einem BNN-Artikel am 19. November 2025, rückblickend auf die Ereignisse zu den Aussagen des befragten Bergamtes in Freiburg:

▪️„Reaktionen des Reservoirs auf die Injektionstests sind erwartbar"
▪️„Eine gewisse seismische Reaktion für die Charakterisierung des Erdwärme-Reservoirs ist erforderlich" so die Bergbaubehörde.“

𝗕𝗘𝗚𝗟𝗘𝗜𝗧𝗘𝗥 𝗗𝗘𝗥 𝗧𝗜𝗘𝗙𝗘𝗡𝗚𝗘𝗢𝗧𝗛𝗘𝗥𝗠𝗜𝗘: 𝗦𝗘𝗜𝗦𝗠𝗜𝗦𝗖𝗛𝗘 𝗘𝗥𝗘𝗜𝗚𝗡𝗜𝗦𝗦𝗘

Seismische Ereignisse finden in der Tiefengeothermie nicht ganz unwillkommen statt, denn dadurch werden im tiefengeothermischen Prozess die Fließwege für das Medium Tiefenwasser freigehalten bzw. teils auch wieder geöffnet. Ohne eine Erdbebenbegleitung ist solch ein Prozess schwer auf Dauer aufrechtzuerhalten.

Die recht erdbebenreichen TG-Projekte Insheim, Landau, Rittershoffen und auch das Projekt Vendenheim mit den ca. 3.800 Schadensmeldungen sind durch viele hunderte, amtlich dokumentierte induzierte Erdbeben gekennzeichnet.

➡️ https://www.lgb-rlp.de/fachthemen-des-amtes/projekte/landeserdbebendienst-rheinland-pfalz/erdbebenereignisse-lokal

𝗩𝗘𝗥𝗗𝗥𝗔𝗘𝗡𝗚𝗧 𝗠𝗔𝗡 𝗗𝗜𝗘 𝗣𝗥𝗢𝗕𝗟𝗘𝗠𝗘?

Man kann sich durchaus die Frage stellen, welcher Investor noch einen schläfrigen Euro in ein schon jetzt anscheinend völlig überteuertes Projekt der DEW steckt, welches mit dem Wegfallen des PEG-Wärmetrassen-Projektes nun augenscheinlich keine Abnahmesicherheit bei der Wärme mehr vorweisen kann? Auch der Geldgeber der DEW, die CIP Kopenhagen dürfte inzwischen vorsichtiger geworden sein bei einem unsicheren Finanzprojekt, oder ist man hier gegenüber seinen eigenen Anlegern nicht rechenschaftspflichtig?
Ein TG-Kraftwerk mit einer verminderten Leistung, vergleichbar einem Projekt in Bruchsal, dürfte für eine DEW ohne einen ständigen Bezug von Fördermitteln kaum lohnenswert erscheinen. Nicht umsonst gilt das Bruchsaler TG-Projekt als Forschungs- und Versuchsanlage und erhielt schon viele Zuschüsse.

➡️ https://www.tiefegeothermie.de/projekte/bruchsal

Die DEW begeistert anscheinend ihr TG-Projekt trotz des Wegfalls der Wärmeabnahme durch die PEG. Am 02. Dezember 2025 schreibt sie entsprechend auf ihrer Homepage:

„Zudem wurde die Leistungsfähigkeit des Projektes, das zukünftig Graben-Neudorf und die umliegende Region zuverlässig, sicher, nachhaltig und preisstabil mit Wärme versorgen wird, bestätigt.“

„Die Mikroseismizität, weit entfernt von der Spürbarkeit, war klar messbar, steuerbar und berechenbar.“

➡️ https://deutsche-erdwaerme.de/langzeit-injektionstest-in-graben-neudorf-mit-sehr-guten-ergebnissen-abgeschlossen

𝗦𝗧𝗥𝗢𝗠𝗘𝗥𝗭𝗘𝗨𝗚𝗨𝗡𝗚 𝗜𝗠 𝗕𝗟𝗜𝗖𝗞𝗙𝗘𝗟𝗗?

Eventuell wird man jetzt ein „SO-DA-GEOTHERMIEWERK“ bauen und dabei auf die Stromerzeugung und Lithiumgewinnung setzen?

Die Deutsche Erdwärme hatte den Eigenstromverbrauch für ihre in GN geplante Anlage selbst mit ca. 35,60 % in Relation zum evtl. erzeugten Strom auf ihrer Homepage im Jahre 2020 beschrieben. Hiermit ergibt sich für solch ein zig-Millionen-Projekt, bei einer ehemals noch hoch veranschlagten Kraftwerksleistung bei der Stromerzeugung von 6,32 MW und einem mittleren Eigenstrombedarf von 2,25 MW ein Netto-Leistungsertrag (wenn überhaupt) von 4,07 MW. Der benötigte Eigenstromverbrauch wird in der Regel aus dem Strommix des Mittelspannungsnetzes bezogen.
Der BUND beschreibt die Wirkungsgrade von TG-Kraftwerken bei der Stromerzeugung lediglich bei netto um die 10 %. Selbst ein einzelnes modernes Offshore-Windrad ist in der Lage 15 MW Leistung zu erbringen, dies wäre die fast 4-fach erzeugbare Leistung eines Kraftwerkes, wie es in Graben-Neudorf entstehen soll. Ein direkter Kosten-, Nutzen- und auch Gefahrenvergleich unter Betrachtung der möglichen Betriebsstunden, sollte die völlige Absurdität des Nutzens einer Stromerzeugung mit einem solchen TG-Millionen-Projekt für die Allgemeinheit klar darlegen.

Wir bedanken uns für das Interesse und wünschen bereits jetzt eine Frohe Weihnachtszeit. Genießen Sie und Ihre Familien, Freunde und Bekannte das besinnliche Weihnachtsfest und kommen Sie gut ins Neue Jahr!

Eure
IG Tiefengeothermie im Landkreis Karlsruhe

Schwetzinger Zeitung Mittelbadische Presse - Zeitungen der Ortenau Mannheimer Morgen Regierungspräsidium Freiburg bnn.de / Badische Neueste Nachrichten BNN - Bruchsaler Rundschau - Brettener Nachrichten Bruhrain - Up to date BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg Süddeutsche Zeitung Thekla Walker Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

̈rme ̈rttemberg ̈rmewende

26/11/2025

Bürgermeister Pfetzer spricht von „katastrophaler Informationspolitik“ seitens des Unternehmens. In der Region gab es mit Vulcan schon Auseinandersetzungen.

16/11/2025

Induzierte Erdbeben in Graben-Neudorf – Ampelstufe „Gelb“ bereits nach wenigen Tagen erreicht

In Graben-Neudorf hat am 15. November um 14:36 Uhr ein induziertes Erdbeben der Magnitude 1.6 den Untergrund erschüttert, spürbar für bis zu 2.300 Menschen. Nur zwei Minuten später folgte ein weiteres Beben (Magnitude 1.55). Seit Beginn der Tests vor rund zehn Tagen wurden bereits mehrere Erschütterungen registriert – darunter Beben mit den Magnituden 0.8 und 1.4 sowie weitere kaum messbare Ereignisse direkt nördlich der Anlage.
Ein Anwohner berichtet von spürbaren Vibrationen und ungewöhnlichen Geräuschen im Keller.
Mit dem Samstagsbeben wurde erstmals die Gelb-Stufe des seismischen Ampelsystems ausgelöst. Das bedeutet: Der Untergrund reagiert messbar auf die laufenden Maßnahmen – und das schon in einer frühen Phase.
Diese Erdbeben sind direkte Folge der aktuellen Injektionstests, bei denen große Wassermengen unter hohem Druck in mehrere Kilometer Tiefe gepresst werden. Offiziell spricht man von „Reservoirtests“ oder „Druck- und Durchlässigkeitsmessungen“. Technisch handelt es sich jedoch um hydraulische Stimulationen, also Druckeingriffe, die Klüfte öffnen oder reaktivieren. Dass der Begriff „Fracking“ vermieden wird, ändert nichts am grundlegenden Ablauf.
Besonders alarmierend: Das zuständige Bergamt hat kurz vor Testbeginn die zulässigen Drücke, Wassermengen und Testdauern erhöht – mitten im Oberrheingraben, der geologisch aktivsten Region Deutschlands. Die Gegend gehört nicht ohne Grund zur Erdbebenzone 1. Der Untergrund ist von zahlreichen Störungszonen durchzogen, die bereits von Natur aus unter Spannung stehen. Genau dort treten jetzt die Erschütterungen auf, in den gleichen Tiefen, in denen Wasser injiziert wird.
Das Bild ist nicht neu: Landau, Insheim, Basel, St. Gallen, Vendenheim, Rittershoffen – in all diesen Projekten kam es zu induzierten Erdbeben, teilweise sogar mit Gebäudeschäden. Graben-Neudorf reiht sich nun früh in diese Liste ein.
Nach nur wenigen Testtagen zeigt sich erneut, wie sensibel der Oberrheingraben auf tiefgreifende Eingriffe reagiert. Viele kleine Beben mögen harmlos wirken, doch niemand kann vorhersagen, wie der unter Spannung stehende Untergrund auf anhaltende Druckveränderungen reagieren wird – ob weitere Erschütterungen folgen oder ob stärkere Ereignisse ausgelöst werden könnten, auch Wochen oder Monate später.
Während die Politik die Tiefengeothermie weiterhin als risikoarme Zukunftsenergie präsentiert, zeigt die Realität in Graben-Neudorf ein anderes Bild: Der Untergrund reagiert sofort, deutlich und spürbar. Die Menschen vor Ort bemerken die wachsende Lücke zwischen Versprechen und tatsächlichen geologischen Bedingungen.
Die Erdbeben vom Wochenende sind keine theoretische Diskussion – sie sind konkrete Signale aus der Tiefe. Wie es weitergeht, bleibt offen.

Kommunale Wärmeplanung wirft Fragen auf...Die Stadt Neustadt ist wie alle anderen Kommunen deutschlandweit verpflichtet ...
15/11/2025

Kommunale Wärmeplanung wirft Fragen auf...

Die Stadt Neustadt ist wie alle anderen Kommunen deutschlandweit verpflichtet eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen.

Worum geht es im Kommunalen Wärmeplan (KWP)?

Der Kommunale Wärmeplan ist ein strategischer Fahrplan, um die Wärmeversorgung der Gemeinde bis 2045 klimaneutral zu gestalten. Grundlage ist eine Bestandsanalyse des aktuellen Wärmebedarfs und der Emissionen, gefolgt von einer Potenzialanalyse zu Einsparungen und erneuerbaren Energiequellen wie Geothermie oder Solarthermie....

https://big-geinsheim.de/kommunale-waermeplanung-wirft-fragen-auf/

Hier unsere Bewertung:

Die Abhängigkeit von Vulcan Energy und deren Prioritäten

Die Umsetzung der Tiefengeothermie-Option hängt vollständig von der Firma Vulcan Energy ab, die über die Aufsuchungsrechte in Neustadt verfügt. Die Stadt hat keinerlei Einfluss darauf, wann und wo und ob überhaupt Tiefengeothermie-Anlagen gebaut werden. Die Prioritäten des Unternehmens liegen aber offensichtlich woanders. Zuerst einmal wollen sie in Landau einen Milliardenbetrag investieren. Die Umsetzung wird einige Jahre dauern. Dann haben sie einen Vertrag über die Lieferung von Fernwärme in Mannheim abgeschlossen. Auch dort müssen Tiefengeothermie-Anlagen erstellt werden. Sollte das Projekt mit der BASF erfolgreich sein, wird dort ebenfalls investiert werden. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass sich Neustadt hinten anstellen muss. Trotz dieser Unsicherheit und der damit verbundenen Verzögerungsgefahr wird die Variante Tiefengeothermie im Kommunalen Wärmeplan (KWP) detailliert durchgerechnet!

Hohe Risiken und Kosten durch Tiefengeothermie

Selbst wenn die Stadt Vulcan zeitnah zur Errichtung einer Tiefengeothermie-Dublette motivieren könnte, ergeben sich erhebliche Probleme. Die Nutzung der Tiefengeothermie als potenzielle Basislastquelle ist angesichts der bekannten geologischen Risiken im Oberrheingraben (Erdbeben) eine riskante Wette. Das gesamte 198-Millionen-Euro-Wärmenetz würde von einer Technologie abhängen, die in Rheinland-Pfalz in dieser Größenordnung noch nicht erfolgreich betrieben wird. Daher wäre eine redundante, CO₂-freie zweite Wärmeversorgung zwingend erforderlich, falls die Tiefengeothermie-Anlage wegen Erdbeben, Defekten oder Grundwasserbeeinträchtigungen abgestellt werden muss. Diese notwendige Absicherung würde die Gesamtkosten zusätzlich massiv in die Höhe treiben.

Die finanziellen Hürden der Solarthermie

Die Variante Solarthermie scheidet aus finanziellen Gründen praktisch aus. Eine Investition von über 320 Millionen Euro zur Versorgung von ca. 10.000 Haushalten ist nicht tragbar, da die Kosten zum Großteil auf die Wärmenetzkunden umgelegt werden müssten, was zu inakzeptabel hohen Wärmepreisen führen würde. Abgesehen davon ist der benötigte Flächenbedarf von über 50 Hektar ein ungelöstes Problem.

Die Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft

Die starre Fokussierung auf Tiefengeothermie bzw. Solarthermie für die zentrale Versorgung schafft zudem eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Wärmeversorgung: Für die Kernstadt werden zentrale Infrastrukturkosten in Millionenhöhe übernommen, während die Bewohnerinnen und Bewohner von Geinsheim und den meisten Neustadter Weindörfern ihre Heizsysteme bis 2040 auf erneuerbare Energien umstellen müssen, etwa auf Wärmepumpen oder Holzpelletheizungen. In vielen Fällen werden dafür umfangreiche energetische Sanierungen der Gebäude erforderlich sein.

Fazit und Forderung

Die starre Fokussierung auf Tiefengeothermie bzw. Solarthermie sollte daher kritisch überdacht und durch ein resilientes, finanzierbares Portfolio ersetzt werden, das auf bewährte dezentrale Alternativen wie Biomasse, Abwasser- und Umweltwärme sowie oberflächennahe Geothermie setzt. Wir von der BIGG werden uns den KWP genauer ansehen und eine eigene Position entwickeln. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Kommunale Wärmeplanung wirft Fragen auf Die Stadt Neustadt ist wie alle anderen Kommunen deutschlandweit verpflichtet eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Worum geht es im Kommunalen Wärmeplan (KWP)? Der Kommunale Wärmeplan ist ein strategischer Fahrplan, um die Wärmeversorgung der Gemeind...

Will Geopfalz kritische Stimmen zur Tiefengeothermie mundtot machen? – Bürgerinitiative Waldsee wehrt sich gegen juristi...
19/10/2025

Will Geopfalz kritische Stimmen zur Tiefengeothermie mundtot machen? – Bürgerinitiative Waldsee wehrt sich gegen juristischen Einschüchterungsversuch!

Waldsee, 19. Oktober 2025
Die Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie Waldsee (BIgT) sieht sich einem massiven Angriff auf die Meinungsfreiheit ausgesetzt. Über eine Berliner Anwaltskanzlei hat die Geopfalz eine Abmahnung zugestellt, in der die BIgT zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung aufgefordert wird.
Ziel: Die BI soll künftig nicht mehr über die Risiken der Tiefengeothermie informieren dürfen.

Die Initiative wertet dieses Vorgehen als gezielten Versuch, kritische Aufklärung zu unterbinden und bürgerschaftliches Engagement zu kriminalisieren.
Die juristische Drohung richtet sich zunächst gegen die im Impressum der BI-Webseite genannte Person, die sich nun gezwungen sah, zur Abwehr der völlig haltlosen Forderung einen eigenen Juristen zu beauftragen – selbstverständlich auf eigene Kosten.

Hinter der Geopfalz stehen die Stadtwerke Speyer und Schifferstadt – kommunale Unternehmen, die eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtet sein sollten. Dass sie nun versuchen, kritische Stimmen aus der Bürgerschaft juristisch zum Schweigen zu bringen, ist ein beispielloser Vorgang, der weit über Waldsee hinaus Fragen aufwirft.

Die Geopfalz greift nicht nur Einzelpersonen an, sondern zielt auf die gesamte Bürgerinitiative und damit auf die Bürgerinnen und Bürger von Waldsee.
Dieses Vorgehen wirft die Fragen auf, was hier unterdrückt werden soll und warum kritische Aufklärung kriminalisiert werden?
Wer versucht, kritische Fragen zu unterbinden, hat offenbar Angst vor den Antworten oder den Auswirkungen.

Die BIgT wird sich jedoch nicht einschüchtern lassen und betont, dass sie sich weiterhin für transparente Information und sachliche Aufklärung einsetzen wird. Die Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht – und darf nicht durch juristische Drohkulissen eingeschränkt werden.

Die Bürgerinitiative prüft derzeit rechtliche Schritte und wird die Öffentlichkeit weiterhin umfassend über die Entwicklungen informieren.

Vulcan Energie Ressourcen setzt sich über Gemeinderatsbeschluss hinweg!Vulcan Energie Ressourcen, die gemeinsam mit dem ...
27/02/2025

Vulcan Energie Ressourcen setzt sich über Gemeinderatsbeschluss hinweg!

Vulcan Energie Ressourcen, die gemeinsam mit dem Weltkonzern BASF in der Vorderpfalz ein Geothermie Großprojekt vorantreiben will, missachtet bei seinen Rüttelaktionen die Entscheidung des Meckenheimer Gemeinderats. Dieser hatte die Aufsuchung in der Gemarkung nicht gestattet.

Die Vibro Trucks hatten am Dienstagmittag die Gemarkungsgrenze bereits überfahren. Ortsbürgermeisterin Silke Hoos stellte sich nach eigenen Angaben zufolge mit weiteren Meckenheimer Bürgern den Rüttelfahrzeugen in den Weg, um deren Weiterfahrt in den Ort zu verhindern. Dabei wehte ihnen ein aufmüpfiges und provokatives Verhalten der Vorort verantwortlichen Mitarbeiter entgegen, die so versuchten, die Weiterfahrt zu erzwingen – jedoch erfolglos.

Die Trucks mussten ohne weitere Messungen umkehren. Vulcan Energie bestätigte gegenüber dem SWR, dass es nun eine Datenlücke im Bereich von Meckenheim geben würde.

Hat Vulcan Energie hier eine ungenehmigte Messung bewusst eingeplant, um an die erforderlichen Messdaten zu kommen?

Warum wurden zur Verwunderung der Bürger trotzdem Geophone in Meckenheim aufgestellt, obwohl der Gemeinderat bisher keine Zustimmung zum Gestattungsvertrag erteilt hat?

Die gesamte arrogante Vorgehensweise der Karlsruher Firma von Beginn an, der Versuch unter Druck das Projekt voranzutreiben, auf der anderen Seite aber seit August 2024 nicht auf die Bedürfnisse des Gemeinderats einzugehen und die Bürgerinfoveranstaltung in Deidesheim waren schon richtungsweisend. Am Dienstagnachmittag hatte die Dreistigkeit der Vulcan Energie dann ihren Höhepunkt erreicht.

Man muss unwillkürlich an die Aussage des Haßlocher Bürgermeisters Tobias Meyer denken:

„Aber es gilt der alte mahnende Spruch der Großmutter, dass man dennoch nicht jedem windigen Glücksritter Glauben schenken darf“

Quellen: Meckenheim stoppt Rüttelfahrzeuge für Geothermie-Projekt - SWR Aktuell

Interview mit Silke Hoos, Ortsbürgermeisterin von Meckenheim

Nein zu Rüttelaktionen in Meckenheim Absage an Vulcan: Neben den Nachbargemeinden Hassloch und Hochdorf Assenheim lehnt ...
25/02/2025

Nein zu Rüttelaktionen in Meckenheim


Absage an Vulcan: Neben den Nachbargemeinden Hassloch und Hochdorf Assenheim lehnt nun auch Meckenheim seismische Untersuchen des Untergrunds ab.

Das Risiko von Schäden ist zu hoch und nicht von der Hand zu weisen. In Schwetzingen kam es nach derartigen Rüttelaktionen zu über 127 Schadensmeldungen, die sich im Einzelfall auf über 100.000 € beliefen. In Mannheim sind nach eigenen Angaben von Vulcan 80 Schadensmeldungen eingegangen. Es obliegt der Verantwortung der Gemeindevertreter, ihre Bürger vor Schäden zu schützen, was jetzt auch in Meckenheim als oberstes Gebot umgesetzt wurde.

Und obwohl noch keine Zustimmung zum Gestattungsvertrag vorlag, positionierte dennoch Vulcan Energie seine Geophone in Meckenheim. Die Rüttelaktionen sollten am 24. Februar beginnen. Diese Messstationen müssen nun wieder eingesammelt werden.

Zunächst berichtete die Rheinpfalz am 5. Februar, dass die Gemeinde den Gestattungsvertrag unterzeichnet habe. Diese Meldung musste am Tag darauf korrigiert werden, „es habe sich ein Fehler eingeschlichen“. In anderen Berichterstattungen wird von 3,2 Tonnen schweren Rüttelfahrzeugen gesprochen, die aber tatsächlich 32 Tonnen schwer sind. Ganz offensichtlich soll hier der Leser durch kleine „Fehler“ entsprechend beeinflusst werden. In der Rheinpfalz fallen Pro Vulcan lastige Berichte doch sehr auf…..

Vulcan bootet Bad Dürkheim wegen BASF aus!!!
24/11/2024

Vulcan bootet Bad Dürkheim wegen BASF aus!!!

Vulcan bootet Bad Dürkheim wegen BASF aus Vulcan Energy hat wenig Skrupel. Mit der Stadt Bad Dürkheim verhandelte man seit eineinhalb Jahren über den Bau einer Lithiumextraktionsanlage und eines Geothermieheizkraftwerks im Gewerbegebiet Bruch. Geplant war lithiumhaltiges Tiefenwasser über Pipeli...

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