14/08/2026
VERBUNDENHEIT DURCH EINSPERREN?
Wenn ich nicht-menschliche Tiere einsperren muss, um Menschen zur mehr Naturverbundenheit zu motivieren, muss ich dann Menschen einsperren um mehr Verbundenheit zu Menschen fördern?
Was bringt Menschen dazu, sich für den Schutz von Tieren und ihrer Lebensräume einzusetzen?
Eine aktuelle Studie der Goethe-Universität Frankfurt (Feucht et al. (2026)) hat untersucht, welchen Einfluss Bildungsprogramme in Zoos auf die Verbundenheit von Menschen mit der Natur haben. Das Ergebnis: Nach der Teilnahme war die Naturverbundenheit der Teilnehmenden höher als zuvor. Besonders deutlich war der Effekt bei Menschen, die vorher nur eine geringe oder mittlere Verbindung zur Natur angaben und noch stärker fiel der Effekt aus, wenn die Programme direkten Tierkontakt ermöglichten oder sich mit Biodiversität und Artenschutz beschäftigten.
Interessant für uns bei Citizen Conservation ist dabei vor allem die Rolle des direkten Kontakts mit Tieren. Programme, die Begegnungen mit Tieren ermöglichten und Themen wie Biodiversität und Artenschutz aufgriffen, zeigten besonders deutliche Effekte.
Das passt zu einem Grundgedanken von Citizen Conservation: Artenschutz wird greifbarer, wenn Menschen nicht nur etwas über bedrohte Arten lernen, sondern sich konkret mit ihnen beschäftigen.
Wer Tiere hält, ihr Verhalten beobachtet und sich mit ihrer Haltung und Fortpflanzung auseinandersetzt, lernt eine Art auf eine andere Weise kennen als durch einen Text oder ein Foto.
Die Studie untersucht zunächst die kurzfristige Veränderung der Naturverbundenheit. Ob daraus langfristig auch mehr Engagement für den Naturschutz entsteht, ist damit noch nicht beantwortet.
Trotzdem liefert sie einen interessanten Hinweis darauf, dass persönliche Erfahrungen mit Tieren und Natur eine wichtige Rolle in der Umweltbildung spielen können.
Link zur Studie in den Kommentaren!
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What motivates people to engage in the protection of animals and their habitats?
A recent study by Goethe University Frankfurt (Feucht et al. (2026)) examined the impact of educational programs at zoos on people’s connection to nature. The result: After participating, the participants’ connection to nature was stronger than before. The effect was particularly pronounced among people who had previously reported only a low or moderate connection to nature, and it was even stronger when the programs allowed for direct contact with animals or focused on biodiversity and species conservation.
What is particularly interesting to us at Citizen Conservation is the role of direct contact with animals. Programs that facilitated encounters with animals and addressed topics such as biodiversity and species conservation showed especially significant effects.
This aligns with a core principle of Citizen Conservation: Species conservation becomes more tangible when people not only learn about threatened species but also engage with them in a concrete way.
Those who care for animals, observe their behavior, and engage with their care and reproduction come to know a species in a different way than through a text or a photo.
The study first examines short-term changes in a sense of connection to nature. It does not yet answer whether this will lead to greater long-term commitment to nature conservation.
Nevertheless, it provides an important indication that personal experiences with animals and nature can play a significant role in environmental education.
Link to the study in the comments!
📸: Amphibium im Erlebnis-Zoo Hannover / © Tillmann Konrad