08/08/2026
7.8.1789: Das Jahr der großen politischen Revolution in Frankreich bringt auch eine kleine grüne Revolution der Gartenkunst im traditionsverhafteten München: Hofgärtner Friedrich Ludwig Sckell (1750-1823) wird von Kurfürst Karl Theodor von Mannheim nach München bestellt, um sich einer neuen, großen Aufgabe zu widmen: Kurz zuvor hat Karl Theodor, beraten von Sir Benjamin Thompson, dem späteren Grafen Rumford, die Anlage von Militärgärten befohlen, denen ein frei zugänglicher „Volksgarten“ angeschlossen werden soll. Sckell ist bisher vor allem in Karl Theodors berühmtem Schlossgarten im kurpfälzischen Schwetzingen tätig gewesen und hat auf mehrjährigen Bildungsreisen die zeitgenössische Gartenkunst Frankreichs und Englands studiert. Nun bietet sich ihm in München Gelegenheit, die künstlerischen Prinzipien des modernen Landschaftsgartens erstmals in einem öffentlichen, großräumigen Gelände umzusetzen! Es gilt, den bisherigen „Wald-Hirschanger durch eine neue Pflanzung mit dem Hofgarten, der Residenz und Stadt-München“ zu verbinden „und im innern dieser Wälder, Weege und schöne natürliche Bilder x.x.“ zu komponieren: es soll ein „Englischer Garten“ werden… (Foto: Sckell-Büste im Nymphenburger Palmenhaus)