13/03/2015
Auch wir, seitens der Online-Petition für den neuen Konzertsaal, sprechen uns positiv für den Olympiapark-Standort aus. Anhand folgender Überlegungen wäre dieser Vorschlag aus unserer Sicht und dem gegenwärtigen Zeitpunkt zu favorisieren.
Die Standort-Idee im Olympiapark München:
Die Spiele des EHC Red Bull München werden künftig nicht mehr im Eisstadion ausgetragen, sondern in einem Neubau, welcher der Eishockey-Sponsor gemeinsam mit den Basketballern des FC Bayern an der Stelle des ehemaligen Radstadions errichten möchte.
Der Bereich östlich vom Olympiaturm müsste demnach neu geplant werden und bietet sich für einen Konzertsaal-Neubau an. Die Verkehrslage ist günstig.
Ein architektonisches Highlight am Eingang des Olympiaparks statt der baufälligen Eissporthalle könnte das Ensemble rund um den BMW-Vierzylinder, das BMW-Museum und die BMW-Welt in hervorragender Weise ergänzen.
Das Areal befindet sich in einem äußeren Bezirk Münchens und erreicht somit - (auch wegen der bereits vorhandenen Veranstaltungen der Olympiahalle, Open Airs und BMW-Welt im Pop/Rock/Jazz/Blues Bereich) - neues Publikum für Klassische Konzerte.
Im Einklang mit der Olympiahalle und der BMW-Welt würde, neben einem architektonisch reizvollen Ensemble, auch ein erstklassiges Musik- und Konzert-Areal von Weltrang für alle Stilrichtungen der Musik (von Helene Fischer bis Mozart & Metallica, von ACDC, Justin Timberlake bis Bach & Schönberg) entstehen.
Der Olympiapark mit dem Olympiaturm- und Stadion ist ein Wahrzeichen Münchens und zieht schon deshalb viele unterschiedliche Zielgruppen und Touristen an. Eine moderne "Begegnungsstätte" der Musik fügt sich perfekt in das Gebiet ein und wertet das gesamte Areal im Bereich der Städteplanung und Infrastruktur zukunftsweisend auf.
SZ,13. März 2015, 10:59
Standort für möglichen Konzertsaal
- Symphonien auf Eis
Wird ein neuer Konzertsaal für München womöglich im Olympiapark gebaut? Was im vergangenen Jahr noch als absurde Idee des FDP-Stadtverbands abgetan worden war, wird nun immer konkreter.
Der Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart schlägt vor, dass Stadt und Olympiapark das Areal des heutigen Eissportstadions als möglichen Standort für eine Konzerthalle nutzen sollen.
Der Beschluss stößt auch bei Olympiapark-Chef Arno Hartung auf Gegenliebe.
Von Nicole Graner
Mal angenommen, die neue Eishockey- und Basketball-Arena im Olympiapark würde tatsächlich 2018 fertig, und das alte Eissportstadion würde abgerissen werden. Mal angenommen, München bekäme doch noch einen neuen Konzertsaal - allerdings weder im heiß diskutierten Finanzgarten, noch am Deutschen Museum - dann könnte es einen neuen Standort geben: Zumindest für die SPD- und CSU-Fraktion im Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart. Denn beide haben per Dringlichkeitsantrag in der Sitzung am Mittwochabend das Gelände des Eissportstadions am Willy-Daume-Platz, das in der Konzertsaal-Debatte schon einmal von der FDP im Stadtrat angeregt war, genauer unter die Lupe genommen - und für sehr gut befunden.
"Es ist eine Vision", sagt Alexander Rulitschka (CSU), "aber eine durchaus denkbare". Die bisherigen Standorte stießen in der Diskussion auf Widerstand. Und so habe man sich in den Fraktionen die Frage gestellt, ob es nicht doch noch einen anderen Platz geben könnte, den die Bevölkerung akzeptieren würde.
Welche Vorteile das Eissportstadion hat
Vorteile hätte das Gelände des jetzigen Eissportstadions in der Tat: Es müsste nicht neu erschlossen, und es müsste keine Grünfläche für einen Neubau geopfert werden. Es ist größer als die Fläche am Finanzgarten, es ist variabler zu bebauen. Parkplätze seien viel leichter miteinzubeziehen, so Rulitschka weiter. Auch die Verkehrsanbindung durch den Mittleren Ring und die U-Bahn-Linie zum Olympiazentrum ist gut - schon des Olympiastadions wegen. Olympiastadion und BMW-Welt sind jetzt schon eine große Attraktion bei Touristen.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Schneider-Geyer spricht sogar von der Chance, dort auch ein Hotel mit einzuplanen. Außerdem: "Mit dem Bau eines neuen Konzerthauses für München könnte der Olympiapark einen weiteren wichtigen Impuls für eine dauerhafte Zukunft erhalten", heißt es in dem Antrag.
Eine Zukunft vielleicht fern von Motocross-Rennen, die es dann nicht mehr geben dürfte, wenn Star-Dirigenten im neuen Konzerthaus am Olympiapark Symphonien dirigieren. Ob der Ort für die große Muse repräsentativ genug sei? "Durchaus", sagt CSU-Fraktionschef Erich Tomsche. "Hamburg baut seine Elbphilharmonie am Frachthafen, da bietet sich ein Areal im Olympiapark sehr wohl an."
Man müsse ein neues Konzerthaus architektonisch nur unbedingt in das Gefüge von Olympiastadion und BMW-Welt einbauen. Die Haken am Standort: Mit einem möglichen Neubau könnte nicht sofort begonnen werden. Und Olympiadorf-Bewohner, die gegen eine weitere Bebauung des Olympiaparks sind, würden sich vermutlich erneut wehren.
Die Vision von SPD und CSU stößt bei den Grünen nicht auf Gegenliebe. Jutta Koller, die zudem im Stadtrat sitzt, findet den Zeitpunkt für mögliche Planungen auf dem Gelände des Eissportstadions "viel zu früh", einen Dringlichkeitsantrag zu diesem Thema überzogen. Erst wenn das alte Eisstadion abgerissen sei, macht sie deutlich, könne man doch überhaupt entscheiden. Außerdem sollte man nicht die Arbeit für den Freistaat machen. Der Konzertsaal sei einfach seine Sache. Dennoch: Die Idee für einen Konzertsaal, der dann unbedingt ein Multifunktions-Saal für alle musikalischen Richtungen sein müsse, sei gut, sagt Koller. "Aber erst einmal sollten sich der Freistaat und die Stadt München einigen." Claus Wunderlich (FDP), offenbar kein Freund von klassischer Musik, lehnt den Antrag kategorisch ab: "Ob Olympiapark oder sonstwo - ich brauche keinen neuen Konzertsaal."
Die Visionäre in den Reihen des Bezirksausschusses haben viele Argumente. Da sich ja die Meinung von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer bekanntlich auch drehen könne, mache die Diskussion um einen weiteren Standort gerade jetzt durchaus Sinn, erklärt Schneider-Geyer (SPD) - und das Areal des jetzigen Eissportstadions sei ein "schöner Standort", zumal der Münchner Norden durchaus einen Konzertsaal gebrauchen könne. Über den Horizont zu schauen, würde den Lokalpolitikern durchaus gut zu Gesicht stehen. Es schade nicht, eine Idee zu artikulieren, erklärt Alexander Rulitschka (CSU).
Und er spricht noch einmal davon, dass alles ein Prüfungsantrag sei, welcher der verfahrenen Diskussion vielleicht neue Möglichkeiten aufzeigen könne. Eine Vision, die nun aber ernst zu nehmen ist. Denn die Lokalpolitiker des Stadtbezirks haben sich entschieden: Der SPD-/CSU-Antrag soll der Stadt München und der Olympiapark GmbH zur Prüfung vorgelegt werden.
Zur Online-Petition geht es hier: https://www.openpetition.de/petition/online/errichtung-eines-konzert-und-kulturzentrums-am-finanzgarten-muenchen
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/standort-fuer-moeglichen-konzertsaal-symphonien-auf-eis-1.2390809
Im Bezirksausschuss Milbertshofen-Am Hart gibt es einen Standort-Vorschlag für einen Konzertsaal: das Areal des jetzigen Eissportstadions.