14/08/2026
Läuferin Smilla Kolbe geht der Umgang vieler Kommentarschreiber mit ihren Teamkollegen nahe. Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham hat die Deutsche Respekt für alle eingefordert. Weil ihre Teamkollegen sich teils rassistischen Beleidigungen ausgesetzt sahen, machte Kolbe im ZDF-Interview deutlich, wie nahe ihr diese Entgleisungen gingen.
»Ich les' so viele Kommentare und freue mich wirklich über den ganzen Support«, sagte die Läuferin, die nach dem sportlichen Teil des Gespräches gerne »noch eine Sache sagen« wollte. »Trotzdem sehe ich bei manchen Athleten krasse Kommentare in den Kommentarspalten. Wir vertreten hier Deutschland, und ich erwarte da ein bisschen mehr Respekt.«
Sich selbst sah Kolbe vor allem durch ihre Hautfarbe von Hasskommentaren geschützt: »Ich freue mich extrem, dass mich so viele supporten. Aber ich will mir nicht vorstellen, wie das wäre, wenn ich nicht so weiß wäre, wie ich bin.« Zuvor war Kolbe in ihrem Halbfinale als Sechste um nur zwei Hundertstelsekunden am Endlauf am Freitagabend vorbeigeschrammt, hatte sich aber trotzdem zufrieden mit ihrer zweitschnellsten Karriere-Zeit gezeigt. Das Sportliche rückte allerdings ohnehin schnell in den Hintergrund.
Kugelstoßerin Yemisi Mabry, die zum Wochenstart Bronze gewann, reagierte via Instagram auf Kolbes Appell. In ihrer Story teilte Mabry neben Kolbes Interview einige Hasskomentare, die sie unter ihren Posts erhalten hatte. Dazu postete Mabry, Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen, das Wort »Danke« neben einem mit Verbandszeug geflickten Herz-Emoji.
Konkrete Teamkolleginnen oder Teamkollegen, die außerdem von den Hass-Kommentaren betroffen sind, nannte Kolbe nicht. »Das sieht man unter vielen Posts. Deswegen sage ich nicht mehr. Also ich will mich auch aufs Positive konzentrieren. Ich wollte es einfach nur loswerden, weil mir das extrem wichtig ist.«