25/09/2026
Wie fühlt es sich an, wenn plötzlich selbst einfache Handgriffe zur Herausforderung werden?
Im Haus an der Rümannstraße in Schwabing konnten Angehörige, Mitarbeitende und Interessierte genau das erleben: Ein Demenzparcours machte an verschiedenen Stationen spürbar, mit welchen Einschränkungen Menschen mit Demenz im Alltag umgehen müssen.
Gewichte erschwerten die Bewegungen. Handschuhe machten das Schließen von Knöpfen zur Geduldsprobe. Ein eingeschränktes Sichtfeld veränderte die Wahrnehmung. Und Texte, in denen Buchstaben durch Zahlen ersetzt waren, ließen sich kaum noch entziffern.
So wurden Herausforderungen bei Koordination, Sehen, Fühlen und Verstehen am eigenen Körper erfahrbar.„Damit kämpfen Menschen mit Demenz jeden Tag“, sagt Radmila Thomsen, Pflegedienstleiterin im Haus an der Rümannstraße.
Diese Erfahrung verändert den Blick: „Wenn man das selbst gefühlt hat, kann man den Betroffenen mit mehr Verständnis begegnen und besser helfen“, erklärt Jeanette Hübner, die als Zentrale Praxisanleiterin die Auszubildenden begleitet. "Dazu gehört auch ganz konkretes Wissen: Wie unterstütze ich beim Aufstehen? Wie spreche ich einen Menschen mit eingeschränktem Sichtfeld an? Und warum sollte ich mich dabei immer von vorne nähern?"
Der Demenzparcours hat eindrücklich gezeigt: Verständnis beginnt dort, wo wir versuchen, die Welt mit den Augen eines anderen Menschen wahrzunehmen. 💚