Der Münchner Verein ist der erste und damit älteste „kaukasische Verein“, der in Europa durch die Diaspora-Tscherkessen gegründet wurde. Er wurde im Jahre 1968 von tscherkessischen Migranten aus der Türkei ins Leben gerufen und kann heute auf eine über 40 jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. 1999 wurde schließlich die Überführung in einen eingetragen Verein beschlossen. Seit 1991 ist der Münch
ner Verein zusammen mit anderen tscherkessischen Kulturvereinen, Mitglied der Dachorganisation der Föderation der Tscherkessischen Kulturvereine Europas. Anlass für die Gründung des Vereins in den 60er Jahren war es, eine Anlaufstelle für die tscherkessischen Migranten in München zu schaffen. Zu den Hauptzielen gehörte damals die Pflege der tscherkessischen Traditionen und Sprache, sowie die Pflege der kulturellen Werte und der geschichtlichen Überlieferungen. Darüber hinaus setzte sich der Verein für die Förderung und Aufrechterhaltung der Beziehungen in die Heimat, dem Kaukasus ein. Zu den beeindruckendsten Ereignissen der Zeit bis in die 80er Jahre gehört die Durchführung von mehrwöchigen Gruppenreisen in den Kaukasus, die etlichen Tscherkessen erstmals die Möglichkeit gewährte, ihren Herkunftsort kennenzulernen. Mit dem Heranwachsen der jüngeren Generation standen in den 90er Jahren vor allem die Pflege der traditionellen Musik, des Folkloretanzes und die europaweiter Vernetzung im Vordergrund. Mittlerweile finden regelmäßig Tagungen statt, zu denen Universitätsprofessor_innen aus dem Kaukasus, der Übersee oder Europa geladen werden, um Vorträge über die Geschichte und die Diaspora zu hören, sowie über die Zukunft und die Perspektiven der Tscherkessen zu diskutieren. Angesichts der Krisen und Kriege auf dem Balkan und im Nahen Osten, die zu weltweiten Migrationsbewegungen geführt haben, sind unserem Verein in den letzten Jahren auch Tscherkessen aus dem Kosovo, Russland, Israel und dem Nahen Osten dazu gestoßen. Vor dem Hintergrund dieser zunehmende Vielfalt und Diversität der Vereinsmitglieder, ist es umso erfreulicher, dass der Kulturverein einen aktiven Beitrag zur Integration und Vergesellschaftung der Menschen leistet.