13/06/2026
❗️Staatsanwaltschaft Augsburg versagt erneut beim Tierschutz❗️
Justiz blockiert Ahndung von Tierschutzverstößen – Großdemo in Kissing am 27.06.
Augsburg/Kissing
Ein Kaninchen wird wie eine Plastiktüte a den Ohren durch die Gänge getragen, ein Kaninchen am Nacken gezerrt und geworfen, ein Kaninchen schlägt gegen die Käfigwand, Tiere schreien vor Schmerzen und Angst.
Das und andere Rohheiten dokumentierte die SOKO Tierschutz in wenigen Wochen 60-mal. Dazu kamen Tiere, die verletzt, krank oder isoliert in den Käfigen saßen.
All das wurde in der Tierversuchsanlage der Asamhof GbR (Tierhaltung) und der Josef Asam GmbH (Tierversuche) von einem Undercover-Ermittler dokumentiert. Ein Betrieb, der Blut an die Pharmaindustrie – unter anderem an Siemens Healthineers und Neovii – liefert. Die Kaninchen werden in der gigantischen Käfigbatterie zu Zehntausenden immunisiert, entblutet und weggeworfen.
Die Staatsanwaltschaft Augsburg sieht darin nach neun Monaten Ermittlungen keine Straftat bei den beiden verantwortlichen Betreibern. Man möchte, dass die Behörden wegen Ordnungswidrigkeiten weiter ermitteln. Obwohl sie selbst von rohem Verhalten sprachen und das Tierschutzgesetz in dieser Hinsicht eine klare Sprache spricht.
„Ein Muster, das wir öfter sehen: Die Leute, die das große Geld mit Tierleid machen, kommen heil davon und die Behörden gehen gegen einzelne Mitarbeiter vor. Das ist so einfach wie billig und trägt nicht der Verantwortung Rechnung, die man als oberste Aufsicht im Betrieb haben sollte“, erklärt SOKO Tierschutz-Sprecher Mülln.
➡️ Ermittlungspannen
In den neun Monaten Ermittlungen hielt es die Staatsanwaltschaft Augsburg nicht für nötig, den Hauptzeugen, den Undercover-Ermittler, zu vernehmen. Ein weiterer wichtiger Zeuge war plötzlich in der Schweiz „verschwunden“ und man unternahm nicht einmal den Versuch, die Ausreden des Seniorchefs zu entkräften. Nach dessen Aussage sind die Mitarbeiter der Anlage bestens ausgebildet, eingewiesen und werden sogar regelmäßig geprüft.
„Dass die Staatsanwaltschaft diese offensichtlichen Schutzbehauptungen geglaubt hat und nicht einmal den ‚Kronzeugen‘ vernommen hat, ist ein Skandal. Dieser
berichtet nämlich das Gegenteil: Keine Schulungen, Sachkunde, Prüfungen oder gar Stichproben, nur das – Gewalt und Misshandlung wurden vorgelebt. Etwas, das der Junior- wie der Seniorchef als Verantwortliche nie mitbekommen haben mögen.“, konstatiert Mülln.
Aus Sicht der SOKO Tierschutz tragen die Chefs Verantwortung und wenn regelmäßige Verfehlungen „übersehen“ werden, muss das Konsequenzen haben.
„Es ist die klassische Taktik zu behaupten, alles sei bestens überwacht, aber man habe von nichts Negativem etwas mitbekommen – ein krasser Widerspruch.“, so Mülln weiterhin.
➡️ Achtung Kontrolle!
Ein langjähriger Mitarbeiter warnte den Undercover-Ermittler am 24.03.2025 vor einer Kontrolle und tötete und entsorgte deswegen noch ein krankes Tier. Hier brachten die Ermittlungen eine Erkenntnis. Nach der Warnung kam es einen Tag später zu einer Kontrolle des Tiergesundheitsdienstes Bayern e.V. Dieser Kontrollorganisation sollte also ein krankes Kaninchen vorenthalten werden. Der Tiergesundheitsdienst Bayern übernimmt auch Aufgaben, die ursprünglich staatliche Kernaufgaben waren, wie die Prävention von Tierkrankheiten und die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit. Ob diese Tötung auch mit einer in den folgenden Tagen stattgefundenen behördlichen Kontrolle des Schlachthofes der Familie zusammenhängen konnte, wurde nicht geklärt.
Ludwig Asam beantwortete eine Anfrage von SOKO Tierschutz dazu nicht.
➡️ Systematische Ignoranz
Die Staatsanwaltschaft Augsburg drückt nicht zum ersten Mal die Augen zu, wenn es um Tierschutzfälle geht:
• Ein viel zu langer Tiertransport bayerischer Kälber nach Spanien war der Staatsanwaltschaft nicht einmal Ermittlungen wert.
• Bei vollem Bewusstsein aufgeschlitzte Puten blieben strafrechtlich folgenlos,
• ebenso wie Tiere mit ausgepickten Augen und schwersten Verletzungen
• oder brutal mit Knüppeln verletzte und erschlagene Tiere.
„So macht sich die Justiz zum willigen Helfer von Menschen, die Tiere gnadenlos ausbeuten und das Tierschutzgesetz als das betrachten, was es leider ist: ein trauriger Witz“, so SOKO Tierschutz-Sprecher Mülln.
➡️ Ausblick
Die SOKO Tierschutz wird Widerspruch gegen die Einstellung einlegen. Die Ermittlungen gegen weitere Mitarbeiter laufen weiter.
📢 Kommt am 27.06. um 13:30 Uhr zur Großdemo unter dem Motto „Jetzt erst recht – Für die Kaninchen und moderne Forschung ohne Tiere“ in Kissing 📢