08/06/2026
Offener Brief an die Bundesgesundheitsministerin:
https://www.wir-stiftung.org/wp-content/uploads/2026/06/260607_Offener-Brief-_Bundesministerin_Warken-2.pdf
Ein Pflegereformgesetz, das Entlastung verspricht aber neue Belastungen schafft, ist keine Reform, sondern ein Rückschritt.
Statt struktureller Verbesserungen schafft er mehr Bürokratie, eingeschränkte Handlungsspielräume und eine weitere Verlagerung von Verantwortung auf Familien.
Ich sehe ein, dass wir sparen müssen.
Aber als Bürgerin und Mitfinanzierende der Pflege habe ich eine grundlegende Frage: Wofür werden meine Gelder verwendet?
Immer mehr Gelder fließen in ein System, das total überlastet ist. Menschen mit Pflegebedarf, dazu gehören auch Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene und Menschen die sie beruflich und informell pflegen, geraten aus dem Blickfeld. Ihre Bedarfe und Bedürfnisse werden an den Rand gedrängt.
Pflege wird noch immer vor allem als Thema des Alters behandelt. Aber in jedem Alter können wir pflegebedürftig sein oder werden. Auch gepflegt wird in jedem Alter: viele junge Menschen übernehmen früh Verantwortung als pflegende Angehörige und das oft auf Kosten ihrer Bildung, Gesundheit und Zukunftschancen.
Ich erwarte Transparenz über die Mittelverwendung. Das ist keine Nebensache, sondern Voraussetzung für Vertrauen und jede ernst gemeinte Reform.
Es geht um unser aller Geld das WIR in das System einbringen.
Was wir jetzt brauchen, ist keine Verwaltung eines Mangels, sondern klare politische Entscheidungen:
👉 Klarheit darüber, wohin die Mittel der Pflegeversicherung tatsächlich fließen
👉 Verbindliche Rechte, echte Mitbestimmung und flexible Budgets für Pflegebetroffene und Angehörige
👉 Keine Rentenkürzungen für pflegende Angehörige, Pflege darf nicht in die Altersarmut führen
👉 Systematische Unterstützung auch für Young Carers und für Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene mit Pflegebedarf
👉 Ehrliche Anerkennung der Grenzen familiärer Pflege
👉 Verlässliche Strukturen, die professionelle und informelle Pflege sinnvoll verzahnen
Viele Familien stossen an ihre physischen, psychischen und finanziellen Grenzen. Ohne pflegende Angehörige steht die pflegerische Versorgung in Deutschland vor dem Kollaps.
Wir sitzen alle in einem Boot.
Nur gemeinsam entwickeln wir tragfähige Lösungen.
Frau Bundesministerin Warken: Wir sind keine Bittsteller, sondern Kundinnen, Kunden und Auftraggeber. Entwickeln Sie Lösungen nicht gegen uns sondern mit uns