12/06/2026
+++GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DER STADT RHEINBERG UND DER CWWN"+++
IM DIALOG -
STADT RHEINBERG BESUCHT WERKSTATT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG DER CARITAS WOHN- UND WERKSTÄTTEN
Besuch aus dem Rathaus: Bürgermeister Philipp Richter hat gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Thomas Bajorat die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Rheinberg besucht. Im Mittelpunkt stand ein Kennenlernen der Örtlichkeit und der Austausch mit den Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN). Diese wurden repräsentiert durch die Geschäftsführung Wolfram Teschner und Marc Roßmann, die Leitungen der Einrichtung und den Werkstattrat, der Vertretung der beschäftigten Mitarbeitenden.
„Für mich ist der Austausch mit der lokalen Wirtschaft, den sozialen Trägern und den Menschen das Wichtigste – man muss als Bürgermeister neugierig bleiben“, betonte Richter zu Beginn des Treffens. Genau dieser offene Dialog prägte den gesamten Besuch, bei dem sowohl Erfolge als auch aktuelle Herausforderungen thematisiert wurden.
STARKER ARBEITGEBER MIT SOZIALEM AUFTRAG
32 Jahre liegt die Grundsteinlegung für den Neubau der Werkstatt in Rheinberg zurück. Im Verlauf der Zeit entstanden im Gewerbegebiet am Nordring drei weitere Standorte. So gehört auch die W8ZIG dazu, die sich auf die Arbeit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen spezialisiert. Darüber hinaus wurde vor über 30 Jahren das ehemalige AOK-Gebäude in der Innenstadt zum Haus „Am Außenwall“ umgebaut und bietet 36 erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung einen Platz zum Leben.
2024 baute die CWWN Wohnungen für das Betreute Wohnen in Rheinberg. Acht Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung leben hier selbstständig und können bei Bedarf auf Unterstützung zurückgreifen. Die CWWN übernimmt mit ihren Assistenzangeboten eine zentrale Rolle in Rheinberg, um die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen.
HERAUSFORDERUNGEN: FINANZIERUNG UND FACHKRÄFTEMANGEL
Darüber hinaus ging es im Gespräch um aktuelle Probleme. Besonders deutlich wurden die finanziellen Herausforderungen im Bereich der Teilhabe sowie der zunehmende Fachkräftemangel.
„Gerade in der Besonderen Wohnform ist es schwierig, qualifiziertes Personal zu finden“, erklärte Geschäftsführer Wolfram Teschner. Im Hinblick auf die finanzielle Sicherheit setzt er auf stärkere Unterstützung und klare Signale aus der Landespolitik, aber auch vom Bund.
Auch die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit stand im Fokus des Treffens: So soll die Zusammenarbeit mit der Stadt weiter intensiviert werden. Darüber äußerte die CWWN den Wunsch, Überlegungen für sogenannte betriebsintegrierte Arbeitsplätze – etwa in der Verwaltung oder bei kommunalen Dienstleistungsunternehmen – anzustreben.
INDIVIDUELL ANGEPASSTE ARBEITSPLÄTZE
Beim Rundgang durch die Werkstatt erhielten Bürgermeister und Wirtschaftsförderung einen direkten Einblick in die tägliche Arbeit. Hierbei wurde deutlich, wie individuell die Arbeitsplätze gestaltet sind. So kommen in den pädagogischen Arbeitsbereichen eigens auf den Bedarf der Menschen angefertigte Arbeitshilfen zum Einsatz. Für die Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen etwa werden passende Rahmenbedingungen und Strukturen geschaffen, um Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. „Diese Individualität können klassische Unternehmen oft nicht leisten“, erläuterte Teschner dazu.
Dennoch bleibt ein zentrales Ziel: Menschen mit Behinderung langfristig auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten und Möglichkeiten zur Arbeit zu schaffen. „Wir sehen, dass die Zahl betriebsintegrierter Arbeitsplätze steigt und mehr Menschen den Weg in den ersten Arbeitsmarkt suchen.“, ergänzte Yvonne Evers, Leitung Soziale Dienste und Rehabilitation. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis und mehr Menschen mit komplexeren Beeinträchtigungen arbeiten in den Werkstätten.
BEEINDRUCKT VON VIELFALT UND ENGAGEMENT
Bürgermeister Richter und Wirtschaftsförderer Bajorat zeigten sich sichtlich beeindruckt von der Bandbreite der Tätigkeiten und der Produktivität vor Ort. Besonders die Eigenprodukte der Serie „Artenreich“ aus der Schreinerei – darunter Hochbeete, Igelhäuser und Vogelhäuschen – stießen auf großes Interesse. Eine Idee wurde direkt geboren: „Dann machen wir einen Stand der Werkstätten beim nächsten Stadtfest“, schlug Richter vor.
Am Ende des Besuchs zog der Bürgermeister ein klares Fazit: „Ich habe einen super positiven Eindruck von den Werkstätten und der Arbeit hier erhalten und vieles gelernt, das ich vorher nicht wusste.“
EINLADUNG ZUM TAG DER OFFENEN TÜR
Wer sich selbst ein Bild von der Arbeit in der Werkstatt am Nordring machen möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Am 5. September von 11 bis 17 Uhr lädt die CWWN zum Tag der offenen Tür ein.
Foto: Carsten Maier, CWWN
Bürgermeister Philipp Richter (2. v. r.) zeigte sich begeistert von den Eigenprodukten aus den Caritas Werkstätten.
(v. l. n. r.) Technische Leitung Siegfried Thiel, Bürgermeister Philipp Richter, Wirtschaftsförderer Thomas Bajorat, Geschäftsführer Marc Roßmann, Leitung Soziale Dienste Yvonne Evers, Geschäftsführer Wolfram Teschner, Werkstattrat Patrick Weggen