05/03/2025
Vor 80 Jahren Ernst von Harnack ermordet - Gedenktafel enthüllt
Mittwoch 5.3.25 14 Uhr Schlosshof Merseburg:
Vor genau 80 Jahren war er schon über eine Stunde tot - Ernst von Harnack. Mittags um 1 wurden die Todesurteile in Berlin Plötzensee vollstreckt - insgesamt mehr als 2800 von 1933 bis 1945.
Das Dritte Reich lag in seinen letzten Zügen, aber der Henker hatten Not, alle Aufträge pünktlich abzuarbeiten - in Plötzensee, Brandenburg Görden, in Halle im Roten Ochsen und anderswo.
Zu jeder Hinrichtung wurde fein fein säuberlich Protokoll geführt.
7 Sekunden dauerte eine Enthauptung auf der Guillotiene. Eigentlich die schnellste und damit schonendste Hinrichtung für den Betroffenen. Erhängen - wie bei Ernst von Harnack - dauerte etwas länger. Den Angehörigen wurden anschließend die Kosten in Rechnung gestellt. So mussten in einem Fall 639 Reichsmark und 20 Pfennige für Haft und Hinrichtung von der Familie an die Staatskasse überwiesen werden.
Von Harnack war nicht das einzige Opfer damals. Unzählige mussten ihr Leben lassen - als Soldaten auf den Schlachtfeldern
oder als Zivilisten auch hier in unserer der Stadt Merseburg bei den Bombenangriffen.
Auch an sie wird erinnert - meist aber anonym, weil man ihre Namen auf den Grabsteinen kaum noch erkennen kann.
Nur wenige waren prominent - so wie Ernst von Harnack.
Und so steht sein Tod und unser Gedenken heute hier
stellvertretend für die Vielen.
An eine möchte ich noch besonders erinnern, die Merseburger Lehrerin Dr. Margarete Bothe. Sie war keine Heldin - wie Ernst von Harnack vielleicht auch nicht. Wir kennen aber ihre Grabstätte in Merseburg – was uns bei Harnack nicht vergönnt ist.
Trotzdem wurde sein Familiengrab in Berlin als Ehrengrab gewidmet, was ich mir in Merseburg für Margarete auch wünsche.
Liebe Anwesende - Nie wieder ist jetzt - diesen Spruch hört man jetzt oft. Er beschreibt kurz und knapp, was eigentlich zu tun ist.
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