04/10/2026
Starke langfristige Bestandsabnahme der Goldammer im Bergischen Land
Neuer Artikel im Charadrius: Starke langfristige Bestandsabnahme der Goldammer im Bergischen Land. Michael Schmitz und Karl-Heinz Salewski fassen verschiedene Datenquellen zusammen und berichten über eine besorgniserregende Entwicklung. Sie bringen ihre Ergebnisse in der folgenden Zusammenfassung auf den Punkt.
„Die Goldammer war lange Zeit ein Charaktervogel des Bergischen Landes, zeigt dort aber eine negative Bestandsentwicklung. Um zu ermitteln, wie stark der Rückgang ist und welche Teile des Bergischen Landes betroffen sind, wurden Wiederholungskartierungen bereits zuvor untersuchter Gebiete durchgeführt und andere langfristige Datenreihen ausgewertet. Die Untersuchungsflächen decken wesentliche Teile des Bergischen Landes ab. Die Wiederholungskartierungen auf neun Flächen im Niederbergischen erbrachten durchweg negative Ergebnisse. Auf vier Flächen konnten im Zeitraum 2020-24 keine Goldammern mehr festgestellt werden, auf fünf Flächen waren Rückgänge von mehr als 50 % festzustellen, davon verblieben viermal bei Bestandsabnahmen von 75-90 % nur noch einzelne Reviere. Ähnlich verlief die Entwicklung auf einer Punkt-Stopp-Route. Der Trend von über das gesamte Bergische Land verteilten Flächen der Ökologischen Flächenstichprobe ist insgesamt abnehmend, wobei die Bestandsentwicklung nicht überall negativ war. Ein Vergleich der Kartierungs-Daten für die Brutvogelatlanten ADEBAR (2005-06) und ADEBAR 2 (2025) auf dem Quadranten 2 der TK 4608 zeigt eine starke Abnahme. Der Bestandsrückgang im Bergischen Land ist in mehreren Phasen erfolgt, vom sehr häufigen Brutvogel in den 1960er Jahren zum häufigen Brutvogel in den 1990er Jahren mit weiteren Abnahmen in der Folgezeit. In den letzten Jahren ist es zu einer Ausdünnung der Bestände mit lokalem Verschwinden der Art gekommen. Als Rückgangsursachen sind Lebensraumverlust und die Intensivierung der Landwirtschaft zu nennen. Ein entscheidender Faktor dürfte die Nahrungsverfügbarkeit während und außerhalb der Brutzeit sein.“
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