20/06/2026
🛑 TACHELES: WIR SIND EURE HELFER – NICHT DIE ALL-INCLUSIVE PROBLEMLÖSER!
Es gibt Momente, da müssen wir einfach mal Tacheles reden. 🗣️
Immer wieder haben wir bei uns Situationen, da greift man sich nur noch an den Kopf.
☝️☝️An die Menschen, die glauben, dass wir für alles verantwortlich sind:
Die Streunerkatzen sind unsere absolute Herzensangelegenheit. ❤️ Wir stecken sehr viel Kraft hinein, um sie zu kastrieren, sie gesundheitlich versorgen zu lassen, wenn sie Hilfe brauchen, und den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. 🐾
Aber wir sind NICHT der universelle Problemlöser für alles. Wir sind die Helfer – wir haben das Problem nicht verursacht!
🚫 DIE KATZE MUSS HIER WEG! – EIN REALITÄTSCHECK
Es reicht anscheinend dem einen oder anderen nicht mehr, dass wir ehrenamtlich Streuner sichern und Kitten – sofern irgendwie Platz ist – unterbringen. Plötzlich sollen wir auch noch Nachbarschaftsstreits schlichten oder als kostenloser „Abholservice“ für unliebsame Tiere dienen, weil der eine Nachbar nicht will, dass gefüttert wird, oder jemand die Katze nicht auf dem Grundstück haben möchte. Und prompt wird verlangt: „Holt die Katze hier ab, die muss weg!“ 😠
Dazu sagen wir ganz deutlich:
WOHIN DENN BITTE?
In Marl leben schätzungsweise 2.500 Streunerkatzen. Unsere Tierheime sind ohnehin überfüllt. Eine komplett verwilderte Katze kann man nicht einfach einsperren oder wie eine zahme Hauskatze vermitteln.
KATZENSCHUTZVERORDNUNG IM KREIS RECKLINGHAUSEN:
Es gibt hier eine klare rechtliche Vorgabe. Die geltende Verordnung schreibt zwingend vor, dass jede Streunerkatze, die eingefangen und kastriert wird, genau an den Ort zurückgebracht werden muss, von dem sie stammt. ⚖️
KATZEN SIND REVIERTIERE:
Rein biologisch gesehen sind Katzen extrem ortsgebunden. Ein Umsetzen in eine fremde Umgebung bedeutet für ein Reviertier puren Stress und ist oft ein Todesurteil.
Eine Katze einfach irgendwo anders auszusetzen, ist zudem laut Tierschutzgesetz verboten und eine Straftat. Wir werden und dürfen uns nicht strafbar machen.🚫
Wenn ihr keinen Kontakt zu einer Katze wollt: Dann füttert sie nicht direkt vor eurer Nase. Stellt bei diesen Temperaturen Wasser hin – das ist das absolute Minimum an Menschlichkeit 💧 –, aber lasst das Futter weg, damit sie sich einen anderen Platz sucht. Das muss dann jeder selbst entscheiden.
Bitte vergesst eines nicht: Dass unkastrierte Katzen dauerhaft irgendwo leben, ständig Nachwuchs bekommen und große Kolonien entstehen, ist hausgemacht. Das liegt ganz oft daran, dass die Leute vor Ort viel zu lange wegschauen und erst Hilfe suchen, wenn es schon zu spät ist.⏱️
Es wird fleißig gefüttert und man ist ja so ein Tierfreund.
Erst wenn aus einer Katze plötzlich zehn geworden sind, oder Ärger mit Nachbarn entsteht, dann meldet man sich. Das ist natürlich nicht überall der Fall (im aktuellen Fall geht es um ein Einzeltier), aber das Grundproblem bleibt dasselbe:
Erst wird gefüttert, und wenn man dann irgendwann merkt, dass es anstrengend wird – oder die Katze sich vielleicht nicht so verhält, wie man will, anhänglicher geworden ist oder einem zu nah kommt (weil man direkt am Haus füttert 🤦🏼♀️) – dann muss das Tier plötzlich ganz schnell weg. 🤔
UND DROHUNGEN uns gegenüber machen das Bild dieser "Tierfreunde" dann noch perfekt 🙄
🫵 Tierschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe
Es macht uns traurig und wütend, wie egal Tieren heutzutage oft sind. Da ist es zu viel verlangt, eine Futterschale ein Stück weiter weg aufzustellen, aber uns ständig zu kontaktieren und zu fordern, dass wir das „Problem“ gefälligst beseitigen, scheint völlig normal zu sein.
Die Streunerkatzen sind nicht unser eigenes Problem. Es ist ein gesellschaftliches Problem – und damit auch eures. Man kann die Verantwortung für ein Lebewesen nicht einfach an uns abdrücken.
Bitte denkt mal darüber nach.
TIERSCHUTZ FUNKTIONIERT NUR MIT DEN MENSCHEN VOR ORT. PUNKT.
Euer Streunerkatzen Marl Team ❤️🐈⬛