23/06/2026
✨„Wenn Gutenberg den Lettern das Laufen gelehrt hat, dann lehrte Erik ihnen das Fliegen.“✨
Mit diesem Satz brachte die Laudatorin Karin Schmidt-Friderichs auf den Punkt, warum Erik Spiekermann zu DEN Persönlichkeiten der internationalen Typografieszene zählt. Doch ihre Rede war weit mehr als eine Würdigung eines außergewöhnlichen Lebenswerks. Sie war vor allem eine Einladung, von Erik zu lernen.
Für Mainz ist die Johannisnacht, in der wir den Preis traditioneller Weise verleihen, weit mehr als ein Stadtfest. Sie erinnert an Johannes Gutenberg und an eine Erfindung, die unsere Welt bis heute prägt: die Möglichkeit, Wissen zu verbreiten, Denken anzuregen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Kaum ein anderer verkörpert diesen Geist in unserer Zeit so überzeugend wie Erik Spiekermann.
Karin Schmidt-Friderichs zeichnete das Bild eines Menschen, der nie bereit war, Dinge einfach hinzunehmen. Jemand, der verstehen wollte, wie etwas funktioniert – und deshalb auseinanderbaute, hinterfragte, neu zusammensetzte und schließlich selbst gestaltete. Ob Drucktechnik, Schriftgestaltung, Architektur oder Unternehmertum: Erik folgte stets derselben Überzeugung – man lernt die Welt nicht durch Zuschauen, sondern durch eigenes Tun.
Vielleicht ist das die wichtigste Lektion, die wir von ihm mitnehmen können: Neugierig bleiben. Fragen stellen. Den eigenen Verstand benutzen. Mit den Händen begreifen, um wirklich zu verstehen. Und den Mut haben, Ideen nicht nur zu denken, sondern auch umzusetzen.
Unser herzlicher Dank gilt Karin Schmidt-Friderichs für diese kluge und inspirierende Lectio, allen Gästen aus Mainz und der ganzen Welt sowie den vielen Menschen, die diesen besonderen Tag möglich gemacht haben.
Vor allem aber danken wir Erik Spiekermann selbst. Mit seiner ebenso humorvollen wie nachdenklichen Dankesrede nahm er uns mit auf eine Reise durch die Welt der Schrift, des Gestaltens und des lebenslangen Lernens. Er erinnerte uns daran, dass Gestaltung immer auch Verantwortung bedeutet – und dass gute Ideen erst dann ihre Wirkung entfalten, wenn man den Mut hat, sie Wirklichkeit werden zu lassen.
Ein Tag ganz im Sinne Gutenbergs – und ganz im Sinne jener Neugier un