Wir, das ist der Arbeitskreis Mainz-Ebersheim gegen Fluglärm, sind eine nicht formal organisierte Gemeinschaft Ebersheimer Bürger und Bürgerinnen, denen die Zukunft von Ebersheim, insbesondere die Zukunft unserer Kinder und Enkel am Herzen liegt. Fakt ist, dass ausgerechnet Rheinhessen die größte Fluglärmzunahme rund um den Flughafen ertragen soll. Ebenso Fakt ist, dass die geplante, dauerhafte In
stallation der "Südumfliegung" in der Routenführung der Variante 13 über die Dächer von Mainz-Ebersheim geführt werden soll.
75% des Jahres bedeutet das unerträglichen Lärm. Die Hoffnung trügt leider, dass Ebersheim durch seine Entfernung zum Flughafen vielleicht nicht mehr zu großem Lärm ausgesetzt sein müsse, denn die Flugzeuge werden nach dem Start künstlich tief gehalten, da diese jenseits des Rheins noch eine Gegenanflugroute unterfliegen müssen. Auch in den 25% des Jahres, an dem der Landeanflug auf den Flughafen zu ertragen ist, ist Ebersheim gefangen zwischen Gegenanflugroute und Landeanflug und somit dauerhaftem Fluglärm ausgesetzt. Wenn es nach dem Willen des Flughafenbetreibers Fraport geht, sollen die Flieger rund um die Uhr, also natürlich auch nachts, ihre Runden drehen können. Somit wird die Lärmbelastung in Mainz-Ebersheim an 100% des Jahres immens hoch sein! Und wenn es nach dem Willen der Fraport geht, bedeuten auch die Nächte keine Ausnahme! Wer die eigentlich berechtigte Hoffnung hegt, dass die Flugzeuge bis dahin vielleicht schon eine erträglich Höhe erreicht haben könnten, bis diese Ebersheim ansteuern, muß leider enttäuscht werden. Dem katastrophalen, aber politisch gewollten Routensystem (Lärmmüll nach Südhessen und Rheinland-Pfalz abzuschieben) ist es geschuldet, dass die Flugzeuge jenseits des Rheins noch eine Route unterfliegen müssen und somit ganz Rheinhessen im Tiefflug (bis7000ft) durchqueren. In den Ausbaustufen 2012, 2013 und 2016 wird Rheinhessen mit der Südumfliegung zur vielspurigen "Luftautobahn" ausgebaut werden. Unsere Ziele:
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere Heimat, unsere Region, unseren Stadtteil Mainz-Ebersheim lebenswert zu erhalten. Wir als Ebersheimer möchten unsere Interessen mit einer gemeinsamen Stimme artikulieren und uns gemeinsam mit den bereits vorhandenen, erfolgreichen Bürgerinitiativen für die notwendige Fluglärmreduzierung einsetzen. Der Flughafen ist für unsere Region wichtig, ein weiteres Wachstum ist jedoch mittlerweile in vielen Bereichen problematisch und nicht erstrebenswert. Es ergibt sich eine deutliche Gesundheitsgefährdung für die Menschen sowie ein noch nicht zu kalkulierender Wertverlust der Immobilien im Belastungsraum. Jetzt müssen die Menschen in unserer Region und deren Gesundheit im Vordergrund stehen, d.h. der Schutz der Bevölkerung vor Emissionen, Gesundheitsgefährdungen und Vermögensverlusten muss Vorrang vor den wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens haben. Wir setzen uns konkret ein für:
• Ein Nachtflugverbot zwischen 22.00 bis 06.00 Uhr und deutliche Flugminderung in den Randzeiten.
• Ein faires Flugroutenkonzept, dass eben nicht den Lärmmüll einseitig in der Südumfliegung (Variante 13) über Rheinhessen ablädt. Auch bestehende Abflugrouten müssen beibehalten werden -> Alle brauchen Lärmpausen.
• Tiefflieger über Rheinhessen sind kein Plan und kein Konzept; Ein neues Flugroutenkonzept muß Flieger in den Himmel geleiten und nicht im Tiefflug über besiedelte Gebiete führen.
• Nutzung aller technischen Möglichkeiten, um lärmärmere An- und Abflugverfahren, wie Continuous Descent Approach (CDA) oder "Point Merge" ganztägig einzuführen.
• Einführung von einer Besteuerung von Kerosin. Schluß mit der Subventionierung des Flugbetriebs
• Deckelung der Flugbewegungen insgesamt bis der Flughafen sich wieder im Einklang mit der Region befindet.
• Kein weiterer Ausbau am Flughafen Frankfurt! Unser Weg:
In Mainz-Ebersheim war es in der Vergangenheit um das prekäre Thema viel zu ruhig gewesen. Auch gegenüber der Stadt Mainz wurden die Interessen der Ebersheimer Bürger viel zu zaghaft, fast unvernehmlich vertreten. Auch Rheinhessen hat es in der Vergangenheit versäumt, seine Stimme zu erheben und gegen die Pläne energisch Einspruch zu erheben. Wie immer werden die, die sich dann am wenigsten beschweren, am meisten belastet. Zum Teil fehlen aber auch die Informationen oder auch die Vorstellungskraft, von dem was nun über unseren Köpfen, über unseren Dächern geschehen soll. Bis dato sind wir als Ebersheimer gegenüber der Stadt Mainz zu still und "dankbar" mit der sich anbahnenden Mehrbelastung umgegangen. Dadurch manövriert sich Ebersheim automatisch in die Rolle des bereitwilligen "Sonderopfers". Auch die Stadt Mainz, in Person von Wolfgang Reichel stimmte für die Südumfliegung (Variante 13). Gab es Widerstand? Jeder Einzelne hat aber die Chance, seine Stimme zu erheben und den Verantwortlichen zu zeigen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen wollen und werden. Mit der Lethargie ist jetzt Schluß! Es ist wichtig zu zeigen, dass wir so wenige gar nicht sind. In der Gemeinschaft sind wir stark!